Arnd Lange sprang mit elf Jahren selbst am Mühlenkopf und entwarf später ein originelles Transparent

Der Mann, der Stephan Leyhe Flügel verleihen wollte

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Originelle Idee: Arnd Lange mit seiner Tochter Milena neben dem viel fotografierten Transparent beim Weltcup 2015.

Willingen. Schwalefeld fiebert mit Stephan Leyhe. Nicht nur in diesen Tagen vor der traditionellen Vierschanzentournee der Skispringer, auch beim Weltcup auf der heimischen Mühlenkopfschanze stehen alle Upländer wie ein Mann hinter ihrem Lokalmatador. Einer von ihnen ist Arnd Lange.

Beim Weltcup 2015 hatte Lange mit seiner Tochter Milena ein besonderen Transparent entworfen: „Stephan wir verLEYHEn dir Flügel! Die Schwalefelder“ stand da in Gelb und Schwarz geschrieben. Die Fotografen im Auslauf der größten Großschanze der Welt stürzten sich auf dieses Motiv. 

Mit elf Jahren beim Europacup

Arnd Lange hatte selbst schon einmal beim Skispringen für Schlagzeilen gesorgt. Im Januar 1979 war das, als der Norweger Tom Kristiansen den Europacup am Mühlenkopf gewann und der elfjährige Knirps mit einer Sondergenehmigung an dem internationalen Springen teilnehmen durfte. Mehr noch. Er durfte mit vollem Anlauf springen, weil er es noch nicht schaffte aus einer der damals üblichen Luken in die Spur umzusetzen.

Sein zwölfter Platz nach dem ersten Durchgang war schon eine kleine Sensation, zumal einige der favorisierten Skispringer aus dem Team von Bundestrainer Helmut Kurz hinter ihm rangierten. Das passte dem Berchtesgadener natürlich nicht und so wurde Lange am Ende kurzerhand aus der Ergebnisliste gestrichen. Auch wenn sich der inzwischen 80 Jahre alte Ex-Bundestrainer daran heute nicht mehr erinnern will. 

Volker Leyhe und die Schuhprobleme

Als Skispringer haben sich auch Stephan Leyhes ältere Brüder Frank und Ralf sowie Vater Volker versucht. Der Papa kam auf der kleinen Schanze am Mühlenkopf auf 83 Meter, durfte aber anschließend auf dem großen Bock nicht mehr antreten: Seine alten ausgelatschten Skischuhe entsprachen nicht mehr dem Reglement.

Später, bei der Schwarzwaldtournee in Schönwald und Neustadt, borgte ihm dann der spätere deutsche Meister und Olympiateilnehmer in der Nordischen Kombination, Dirk Kramer, sein zweites Paar Sprungschuhe. „Sie waren mir aber zu klein. Ich musste immer die Zehen zusammenkrallen und auf die Zähne beißen“, sagt Volker Leyhe heute ein wenig neidisch mit Blick auf die moderne Ausrüstung der DSV-Adler. 

Arnd Lange beendete schon mit 14 seine sportliche Laufbahn und entschied sich für die schulische Ausbildung. Er ist heute in der Möbelbranche unterwegs, betreibt mit seiner Frau eine Ferienwohnung. 2002 waren die Langes Schützenkönige in Schwalefeld, ein Jahr vor den Leyhes. Für die Theatergruppe Schwalefeld steht Lange auf der Bühne, beim Willinger Weltcup immer an der Schanze. 

Weihnachten nach Hause

Volker Leyhe steht seit rund 40 Jahren für Skispringen in Willingen. Ob als Aktiver, Trainer, Fachwart Skispringen oder Free Willi im Schanzenteam. Lange Zeit hielt er mit 98 Metern den Familienrekord. Nicht nur der längst nicht mehr aktive Christoph Leyhe (131 Meter), natürlich auch Stephan (220) haben ihn weit übertroffen. 

Weihnachten kommt Stephan Leyhe vom letzten Training aus Oberstdorf für ein paar Stunden nach Hause ins Upland. Danach ruft die Tournee. Vater Leyhe wird in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen wieder dabei sein. Mutter Renate zieht es vor, den Trubel daheim vor dem Fernseher zu verfolgen. Stephans Großmutter hat ihm übrigens möglicherweise das Talent vererbt: sie war WM-Teilnehmerin im Kunstturnen.

Erstmals Live-Chat mit dem Springer  

Auch danach können ihnen die Teilnehmer an einem Live-Chat fragen, den der Ski-Club an diesem Samstag auf seiner Weltcup-Homepage www.weltcup-willingen.de erstmals anbietet. Von 17 bis 18 Uhr steht der Vize-Weltmeister im Team-Skifliegen seinen Fans  Rede und Antwort. Unter allen Teilnehmern, die an den 25-jährigen Schwalefelder Fragen stellen, werden 3 x 2 Tickets für den Weltcup-Sonntag, 4. Februar 2018, verlost. (be)

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