Abschotten, bewegen, eine Kleinigkeit essen 

Was macht der Skispringer zwischen den Sprüngen? 

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Entspannt auf dem Ergometer: Gregor Schlierenzauer.

Willingen - Was tun die Skispringer in den Pausen – gerade an einem so langen Arbeitstag wie am Freitag in Willingen mit Training, Teamwettbewerb und Qualifikation am Stück? Wie gehen sie mit dem mehrfachen Wechsel zwischen An- und Entspannung um?

Österreichs mehrjähriger Superstar Gregor Schlierenzauer strampelt auf dem Ergometer; die Finnen pritschen einen Volleyball; Martin Hamann und Constantin Schmid aus dem DSV-Team schauen den Kollegen beim Segeln ins Tal via Bildschirm zu: Momentaufnahmen aus dem Springerlager neben dem Sprungturm der Mühlenkopfschanze. Hier, vor und in den Containern, verbringen die Springer die Zeit zwischen den Sprüngen. Also jede Menge.

So bunt das Feld, so vielfältig der Pausenmodus. „Jeder hat seine eigene Routine“, sagt Alexander Stoeckl. Der österreichische Trainer des norwegischen Teams schreibt seinen Springern da grundsätzlich nichts vor: „Wir lassen die Athleten das so machen, wie sie es selber gern möchten.“ Wichtig sei nur, die Pausen zum Abschalten zu nutzen, gerade an einem langen Sprungtag.

Aktivierung oder totale Ruhe

Auch Stephan Leyhe und seine Teamkollegen ziehen sich oft zurück. „Teilweise ruhen die Athleten in ihrem Umkleideareal. Viele schotten sich mit Kopfhörer ab, um fokussiert zu bleiben“, berichtet Florian Schwarz, Presssprecher des Deutschen Ski-Verbands (DSV). Sie hören Musik. 

Längere Pausenzeiten werden dagegen auch aktiv überbrückt: Springer, die joggen, sich dehnen, Fußball oder Volleyball spielen, den Absprung simulieren, das ist im Mannschaftsareal an der Schanze ein häufiger Anblick.

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Die Sprunganalyse gehört immer dazu

An Wettkampftagen wie am Freitag fällt das Aktivierungsprogramm aber auch mal sparsam aus. „Man probiert ein bisschen Energie zu sparen und das Aufwärmen etwas kürzer zu gestalten“, erzählt jedenfalls Andreas Schuler. Der Schweizer hat am frühen Nachmittag einen der ersten Trainingssprünge gesetzt. Jetzt wartet er auf den Start des Teamspringens in etwa anderthalb Stunden.

Auch dafür dient die Pause: Bundestrainer Werner Schuster (r.) und Andreas Wellinger im Gespräch.  

Immer ein Pausenfüller: die Sprunganalyse, auch per Video. „Die Springer tauschen sich untereinander aus und reden mit den Trainern. Es wird geschaut, was kann man besser machen“, so Daniel Fettner, Pressesprecher beim Österreichischen Ski-Verband (ÖSV). Ohnehin sei so viel Zeit zwischen den Sprüngen gar nicht: „So richtig fad wird den Burschen da nicht.“

Vielleicht gilt das nicht für alle und nicht in jedem Fall. Mehr als drei Stunden zwischen Training und Quali müssen am Auftakttag des Willinger Weltcup-Wochenendes die DSV-Springer Hamann und Schmid kleinkriegen. Beide stehen nicht im Aufgebot für die Kollektivkonkurrenz. Die werde man sich im Fernsehen anschauen, sagt der Oberaudorfer Schmid. Sein Kollege Hamann scheint mehr aufs Chillen eingestellt: „Die Sonne genießen, die Stimmung genießen, einfach entspannen“, sagt er über sein Programm.

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Zucker vor dem Sprung

Klar, dass die Athleten zwischendurch essen müssen. Der Ski-Club Willingen baut ihnen ein Büffet auf. „Die Springer haben die Gelegenheit, sich vielfältig zu ernähren“, sagt Bewirtungschef Jörg Virnich. Bevorzugt werde leichte Kost: „Obst, Joghurt, solche Sachen.“ Das sei anders als früher: „Da haben sie auch mal eine Bockwurst oder Gulasch gegessen.“

Hoch im Kurs steht offenbar Süßes. Jedenfalls beim Schweizer Schuler. Er sagt: „Ein bisschen Zucker vor dem Sprung ist immer das Beste.“

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