Pfeilschnell in die Favoritenrolle

Black Arrow gewinnt auf der Neuen Bult

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Foto: William Buick auf Black Arrow ließ der Konkurrenz keine Chance, Zeit für einen Blick auf die prächtige Kulisse in Langenhagen blieb aber nicht.

Hannover - Es raunte auf der Ehrentribüne. „Der Derbysieger kommt wieder aus Hannover“, hieß es nach dem Hauptrennnen auf der Neuen Bult in Langenhagen. Wobei das ehrfurchtsvolle Raunen ziemlich verkürzt das sogenannte Derby-Orakel wiedergab.

Vor einigen Jahren war dreimal in Folge der beste Galopphengst der hannoverschen Derbyvorprüfung auch der Sieger des wichtigsten deutschen Zuchtrennens – 2005 Nicoaron, 2006 Schiaparelli und 2007 Adlerflug.

An diese Serie anknüpfen – so jedenfalls war der Eindruck beim gestrigen Saisonauftakt in Langenhagen – will Black Arrow. Der von Andreas Wöhler vorbereitete Dreijährige gewann überlegen den Großen Preis von Rossmann über 2200 Meter. Und dieses Ergebnis belegt auch auf untrügliche Weise den Pferdeverstand von Gregor Baum, Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV). Er hatte im Vorfeld Werder Bremen mit launigen Worten einen Sieg beim Renntag am Sonntag gestattet, wenn denn am Sonnabend das Erfolgserlebnis in der Fußball-Bundesliga ausbliebe. Und so kam es: Claudio Pizarro und Tim Borowski, Profis beim SV Werder und Besitzer von Black Arrow, fanden auf der Neuen Bult etwas Trost nach der 1:3-Pleite mit ihren Kollegen in Wolfsburg.

Bei Black Arrow beeindruckte vor allem die Leichtigkeit, mit der ihn der eigens von der britischen Insel eingeflogene Jockey William Buick nach vorn ritt. Am besten hielt sich aus dem gut besetzten Feld noch Feuerblitz als Zweiter. Auch Wilddrossel, einzige Stute im Feld und nach einem überzeugenden Debüt in Bremen in der Position der Mitfavoritin, war trotz des beachtlichen 3. Platzes chancenlos gegen Pizarros und Borowskis Hengst.

Einen beeindruckenden Start-Ziel-Sieg gab es im 3. Rennen durch Abbashiva. Amateurreiter Dennis Schiergen schlug mit dem siebenjährigen Hengst ein so hohes Anfangstempo an, dass die Konkurrenz nicht folgen konnte oder glaubte, dass sich ein solches Tempo später rächen müsse. Das tat es aber nicht. Der erfahrene Galopper aus Baums Gestüt Brümmerhof blieb vorn, obwohl er tatsächlich auf der Zielgeraden erheblich an Fahrt verlor.

Danse en Soirée mit Wladimir Panov im Sattel rückte im Endspurt noch auf den 2.Platz vor und leitete damit eine gute Auftaktbilanz für Hans-Jürgen Gröschel, den Nestor unter den hannoverschen Galopptrainern, ein. Im 6. Rennen landete seine Stute Scoville auf dem 2. Platz, während Christian Sprengels Beltaine Fire als Achte Lehrgeld zahlte. Die Heimsiege hatten sich die beiden erfolgreichsten Coaches des benachbarten Trainingszentrums für die abschließenden Wettbewerbe aufgespart. Im 8. Rennen führte Jose Luis Silverio Gröschels Ironheart auf den 1. Platz. Im 9. Rennen setzte sich Sprengels Keno mit Jennifer Korbus durch, der 55-Jährige verbuchte zudem mit Staying Alive einen 3. Platz (5. Rennen).

Die Pferde fanden bei wenig Sonne, aber trockenem Wetter ideale Bedingungen in Langenhagen vor, zudem konnte das straffe Programm mit zahlreichen Einlagen weitgehend wie geplant durchgezogen werden. Die Verspätung von 15 Minuten ergab sich schon durch Startschwierigkeiten im Auftaktrennen, als ein Pferd partout nicht die Startbox beziehen wollte. Mit 18.800 Besuchern und einem Umsatz von mehr als 200.000 Euro verheißen auch die wichtigsten Zahlen des Auftaktrenntages einen vielversprechenden Saisonverlauf. Daran glaubt nicht zuletzt auch Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil, der bei seinem Besuch die Neue Bult als „unverzichtbaren Bestandteil im Veranstaltungsprogramm“ bezeichnete.

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