Australian Open

Djokovic König von Melbourne - Sieg für Serbien

- Novak Djokovic ist der Mann der Stunde im Welt-Tennis, ihm gehört die Zukunft. Der Serbe gewann am Sonntag seinen zweiten Grand-Slam-Titel bei den Australian Open - an Rafael Nadal oder Roger Federer dachte an diesem Abend niemand in der Rod Laver Arena von Melbourne.

Novak Djokovic und Kim Clijsters sind das erste Traumpaar der neuen Tennis-Saison - doch ungleicher hätte das Sieger- Duo der Australian Open kaum sein können. Während die verheiratete Mutter aus Belgien bereits ihren endgültigen Abschied für 2012 ankündigte, ist der Serbe drauf und dran, in die Phalanx von Rafael Nadal und Roger Federer einzudringen. Mit seinem zweiten Grand-Slam- Sieg in Melbourne nach 2008 positionierte sich der 23-Jährige mehr denn je als Kronprinz der zuletzt wankenden Herrscher. Derzeit ist er der überragende Spieler auf der Tour.

„Ich denke, das ist die beste Phase in meinem Tennis-Leben. Erst den Davis Cup und jetzt zum zweiten Mal ein Grand-Slam-Turnier gewonnen zu haben - ich lebe den Traum eines jeden Tennisspielers“, sagte Djokovic nach seinem zweiten Grand-Slam-Sieg, der am Sonntag mit 6:4, 6:2, 6:3 gegen den Schotten Andy Murray überraschend deutlich ausfiel. Clijsters hatte am Samstag gegen die Chinesin Li Na weitaus mehr zu kämpfen, ehe sie die Asiatin mit 3:6, 6:3, 6:3 niedergerungen hatte. Damit verpasste Li Na den ersten Grand-Slam- Sieg einer Chinesin.

Djokovic spielte knapp zwei Monate nach dem historischen Davis- Cup-Sieg mit Serbien beim ersten Saison-Highlight des Jahres in der Form seines Lebens. Konzentriert, fokussiert, geduldig und phasenweise mit einer Brillanz und Dominanz, die an Nadal und Federer in ihren Glanzzeiten erinnerte, bestimmte er gegen Murray jederzeit die Partie. „Ich denke, der Davis-Cup-Sieg hat einen großen Einfluss auf meine Leistung hier. Seitdem fühle ich mich auf dem Platz einfach gut“, sagte der Serbe, der in der Stunde des Triumphes auch an die Menschen in seiner Heimat dachte.

„Ich widme diesen Titel meiner Familie und dem serbischen Volk. Es sind schwere Zeiten, aber wir versuchen jeden Tag, unser Land so gut wie möglich zu repräsentieren“, sagte der stolze Patriot, der seinem langjährigen Freund Murray keine Chance ließ. „Novak hat unglaublich gut gespielt und hätte in dieser Verfassung wohl jeden Spieler der Welt geschlagen“, meinte der Brite - und keiner widersprach ihm.

Gerade einmal einen Satz gab Djokovic in Melbourne ab und ist im Jahr 2011 nach wie vor ungeschlagen. Murray verlor dagegen auch sein drittes Grand-Slam-Finale und hat in Endspielen bei Major-Turnieren immer noch keinen Satz gewonnen. Die Briten müssen damit weiter auf ihren ersten Grand-Slam-Sieger seit 75 Jahren warten.

Clijsters krönte mit ihrem ersten Grand-Slam-Titel außerhalb New Yorks dagegen ihr 2009 begonnenes Comeback. „Ihr habt mich ja schon immer ’Aussie Kim’ genannt. Jetzt habt ihr wirklich einen Grund dazu“, rief Clijsters den begeisterten Australiern zu. Die auf dem Kontinent seit ihrer langjährigen Beziehung mit dem australischen Tennis-Profi Lleyton Hewitt extrem populär Belgierin erfüllte sich damit einen ihrer beiden Träume, die sie nach zweijährige Pause zurück auf den Tennis-Platz getrieben hatten - ein Sieg bei ihrem Lieblingsturnier.

Nach den Olympischen Spielen 2012 in London, dem zweiten Grund für ihre Rückkehr, soll dann aber wieder die Familie für die dreimalige US-Open-Siegerin im Mittelpunkt stehen. „Die Familie ist mein Leben“, sagte die 27-Jährige, die mit ihrer zweijährigen Tochter Jada und Ehemann Brian um die Welt reist. Jada wird im kommenden Jahr eingeschult, für 2013 ist der nächste Nachwuchs geplant. „Dass ich danach noch einmal zurückkomme, glaube ich nicht.“

dpa

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