Doping

CAS im Fall Ullrich „nicht zuständig“

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Foto: Der Fall Jan Ullrich ist noch immer nicht abgeschlossen, der Internationale Sportgerichtshof CAS sei nicht zuständig.

Lausanne - Der Fall Jan Ullrich ist noch immer nicht vollständig geklärt. Der Internationale Sportgerichtshof CAS erklärte sich am Mittwoch für zunächst „nicht zuständig“.

Verwirrung im Fall Jan Ullrich. Der einzige deutsche Tour-de-France-Gewinner muss bis zum nächsten Jahr auf den Abschluss seines CAS-Prozesses im Zusammenhang mit der Doping-Affäre Fuentes warten. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich weitere sechs Wochen warten muss“, sagte der vor vier Jahren und zehn Monaten als Radprofi zurückgetretene Ullrich am Mittwoch.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die seit 20 Monaten laufende Causa gegen den inzwischen 37-jährigen Wahlschweizer überraschend in zwei Verhandlungsabschnitte aufgeteilt. Im ersten Fall, der Auseinandersetzung zwischen der Schweizer Anti-Doping-Agentur Swiss-Anti-Doping und dem Ex-Radprofi, erklärte sich die höchste sportjuristische Instanz am Mittwoch in Lausanne für „nicht zuständig“. Sie wies den Fall ab. Die Kammer begründete diese Entscheidung in 69 Punkten.

Ullrich wertete diese Einschätzung „als kleines positives Zeichen, das auch Auswirkungen auf den zweiten Verhandlungsabschnitt haben könnte“. Im zweiten Abschnitt vor dem CAS wird der Fall Ullrich gegen den Weltverband UCI und den Schweizer Radsport-Verband Swiss Cycling verhandelt. Ein Urteil soll laut CAS in sechs Wochen vorliegen. Ullrich riskiert eine lebenslange Sperre für alle Tätigkeiten im Profiradsport-Bereich.

Die UCI hatte den CAS im März 2010 angerufen, nachdem der Schweizer Verband als ehemaliger Lizenzgeber für Ullrich die Ermittlungen gegen den einstigen T-Mobile-Star einen Monat zuvor eingestellt hatte. Zur UCI als Kläger hatte sich danach auch Swiss-Anti-Doping gesellt. Die Anti-Doping-Agentur im Nachbarland hatte sich erst 2008, lange nach der Lizenzrückgabe durch Ullrich gegründet.

Bis zu seinem Austritt aus dem Verband im Oktober 2006 war der gebürtige Rostocker, der nach wie vor in Scherzigen in der Schweiz wohnt, Lizenznehmer im Nachbarland. Die von der Bonner Staatsanwaltschaft nachgewiesenen Verbindungen zwischen Ullrich und dem mutmaßlichen Doping-Doktor Eufemiano Fuentes, dem in seinem Heimatland jetzt der Prozess gemacht wird, betreffen die Jahre 2003 bis 2006. Mit der von Juristen diktierten Formulierung „Ich habe nie jemanden betrogen“ bestreitet Ullrich Doping noch immer.

Der Ex-Radprofi steht nach den Worten seines neuen Managers Falk Nier vor dem „Neustart in die zweite Karriere“, der von der längst überfälligen Doping-Beichte flankiert werden könnte. Auf jeden Fall ist die Zeit überfällig, Klartext zu reden. Das haben wohl auch Ullrich, der sich im Laufe des Jahres nach überstandener Burnout-Erkrankung langsam aus der selbst gewählten Isolation herausgewagt hatte, und seine Entourage erkannt.

Eine nach dem CAS-Urteil angekündigte Erklärung werde es vorerst allerdings nicht geben, erklärte Nier. „Weitere Planungen stecken wir jetzt erst einmal zurück. Wir halten bis zum zweiten Urteil die Füße still.“ Ullrichs einstige Teamkollegen Rolf Aldag, Erik Zabel und Bjarne Riis haben Doping zu Telekom- und T-Mobile-Zeiten längst zugegeben. Gegen seinen bei der Tour stets überlegenen, langjährigen Rivalen Lance Armstrong wird seit vergangenem Jahr in den USA ermittelt.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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