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Düsteres Formel-1-Szenario? „Sieben Teams werden wahrscheinlich die letzten vier Rennen auslassen müssen“ 

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Von: Michael Haug

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Die Formel 1 leidet unter den Folgen der Inflation. Red-Bull-Chef Christian Horner warnt vor einem Horror-Szenario, die kleinen Teams sind gelassen.

Monaco - Die Formel 1 ist in dieser Saison so spannend wie lange nicht. Daran hat auch die Einführung einer Budgetobergrenze ihren Anteil. Der Weltverband FIA legte 2022 ein Limit von 130 Millionen Euro fest, doch die Kosten steigen rasant. Red-Bull-Chef Christian Horner forciert eine Erhöhung der Obergrenze, doch die kleinen Teams könnten das verhindern. Er spricht von dramatischen Folgen.

Formel 1: Kosten steigen – Red-Bull-Chef warnt vor Horror-Szenario

„Die Transportkosten sind teilweise um 60 Prozent gestiegen, die Materialkosten ebenfalls und zwar in immensem Ausmaß“, erklärt Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko. „Erst Pandemie, dann der Krieg, das sind Ereignisse, die nicht vorhersehbar waren und diese Inflations- und Steigerungsraten sind ja auch nicht normal.“ Man sei deshalb bereits in Gesprächen über eine „Inflations-Angleichung“.

Allen voran die Top-Teams Red Bull, Ferrari und Mercedes müssen Geld einsparen. „Keines der drei Top-Teams ist derzeit innerhalb der Budgetgrenze“, verrät Marko. Horner warnt vor einem Horror-Szenario, wenn die Kosten zwanghaft gedrückt werden sollten: „Dann müssen sieben Teams wahrscheinlich die letzten vier Rennen auslassen, nur um das Budgetlimit einzuhalten.“ Horner spricht auch von „Entlassungen“. Die FIA müsse das Problem „mindestens bis zur zweiten Hälfte des Jahres“ lösen.

Helmut Marko (l.) und Christian Horner (r.) sind alarmiert.
Helmut Marko (l.) und Christian Horner (r.) sind alarmiert. © IMAGO/Mark Sutton

Kleine Teams widersprechen Red-Bull-Chef: „Wenn wir das können, müssen es die anderen auch schaffen“

Naturgemäß sind die kleinen Teams, die zum Teil sogar unter der Budgetobergrenze agieren, gegen eine Erhöhung. „Die Teams, die nicht mehr viel Luft nach oben haben, können doch ganz einfach darauf reagieren. Sie müssen nur ihren Windkanal abstellen und weniger neue Teile bauen“, glaubt Fred Vasseur, der Boss von Alfa Romeo. „Wenn wir das können, müssen es die anderen auch schaffen“, findet Alpine-Chef Otmar Szafnauer. Er fordert die großen Teams dazu auf, Entwicklungskosten einzusparen.

Die benötigte Einstimmigkeit scheint für die großen Teams unerreichbar. Laut Sport1 sind Alfa Romeo, Alpine, Haas und Williams gegen die Anhebung der Budgetgrenze. „Ihnen geht es darum, die Weiterentwicklung der Konkurrenz einzuschränken. Es ist ein strategischer Gedankengang, denn auch sie haben höhere Kosten.“, analysiert Aston Martins Teamchef Mike Krack.

Formel 1: Vettel-Chef Mike Krack stichelt gegen die Konkurrenz

Aston Martin unterstützt die Erhöhung des „Budget Cap“. Krack stichelt zwar, dass „einige ihre Kosten nicht im Griff haben“. Entschuldigend sagt er aber: „Die Situation in Russland und der Ukraine, die die Energie- und Logistikpreise massiv erhöht hat, konnte man einfach nicht voraussagen.“

Aston Martin verpflichtete im vergangenen Jahr sieben Ingenieure von Red Bull. Außerdem sorgt der Rennstall mit einem „grünen Red Bull“ für Aufsehen. Dennoch widerspricht Krack Red-Bull-Chef Horner. „Es ist übertrieben, davon auszugehen, dass Teams Rennen auslassen werden müssen. Ich denke, das wird nicht passieren.“

Am 29. Mai geht es im Fürstentum Monaco um WM-Punkte. Ist es möglicherweise die letzte Auflage des Klassikers? Der Vertrag läuft nach dem Rennen aus.

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