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Vettel-Team enthüllt plötzlich „grünen Red Bull“ - Konkurrenz tobt über „unglaubliche Kopie“

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Von: Marius Epp

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Aston Martin plagt sich mit neuerlichen Schummelvorwürfen herum. Hat sich das Team von Sebastian Vettel schon wieder fremder Ideen bedient?

Barcelona - Es musste Veränderung her. Der dunkelgrüne Dienstwagen von Sebastian Vettel war in den ersten Rennen der neuen Formel-1-Saison schlicht zu langsam. Also hat Aston Martin vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona reagiert und den Heppenheimer mit einer B-Version des Autos ausgestattet - die mit dem ursprünglichen Modell nicht mehr viel zu tun hat. Dafür aber mit einem der Konkurrenz.

Allen voran Red Bull staunte nicht schlecht, als im ersten Training am Freitag die Hüllen fielen: Der neue Aston Martin sieht dem Wagen von Max Verstappen und Sergio Perez verblüffend ähnlich. Das Chassis ist im Prinzip fast identisch, wie Aufnahmen zeigen.

Formel 1: Red Bull erhebt schwere Vorwürfe gegen Vettel-Team Aston Martin

Längst wurde das Auto von den anderen Teams spöttisch zum „grünen Red Bull“ getauft. Der Rennstall aus Silverstone ist Wiederholungstäter, sorgte schon 2020 unter dem vorherigen Namen Racing Point mit einem „pinken Mercedes“ für Aufruhr. Damals handelte sich um eine Kopie des Vorjahres-Mercedes, die die FIA mit Geldstrafe und Punktabzug sanktionierte.

Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko fordert eine Untersuchung: „Man muss jetzt klären, wie es zu dieser unglaublichen Kopie gekommen ist. Man muss dabei berücksichtigen, dass sieben Leute von uns abgeworben wurden. Es gibt Evidenzen, dass Daten heruntergeladen wurden. Wir werden der Sache bis ins Detail nachgehen.“

Auch in dieser Saison läuft es bescheiden für Sebastian Vettel.
Auch in dieser Saison läuft es bescheiden für Sebastian Vettel. © GABRIEL BOUYS/AFP

Aston Martins Teamchef Mike Krack ließen die schweren Vorwürfe kalt. Vettels Boss verwies stattdessen auf eine Untersuchung der FIA. Der Motorsport-Weltverband hatte die neuen Aerodynamik-Teile genau untersucht und war zum Schluss gekommen, dass gegen keine Regeln verstoßen wurde. Auch Technical Officer Andrew Green sprach von „völlig unbegründeten Vorwürfen“.

Formel 1: Vettel trotz großen Updates wieder zu langsam

Kopieren ist in der Formel 1 indes nicht verboten - Datenklau schon. Und genau den wirft Red Bull Aston Martin vor. Ob die Aktion doch noch Konsequenzen hat, bleibt abzuwarten. Gelohnt hat sich der Umbau für Aston Martin jedenfalls zunächst nicht: Mit Sebastian Vettel und Lance Stroll schieden beide Fahrer in Barcelona schon in Q1 aus und werden von Platz 16 und 18 starten (alle Infos zum Qualifying gibt es hier).

Für Vettel drängt sich wohl eine Frage immer weiter in den Vordergrund: Wie lange mache ich das noch mit? Mit einem unterlegenen Auto hat er nicht nur keine Chance auf vordere Plätze, nun gibt es auch noch Ärger. Formel-1-Experte Marc Surer rechnet fest mit einem Karriereende nach der Saison. Unser ausführliches Interview mit ihm lesen Sie hier. (epp)

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