"Stecken Severin in einen Kühlschrank"

Severin Freund wird immer stärker

Willingen - Severin Freund steht nach seinem Sieg in Willingen vor turbulenten Wochen. Bundestrainer Schuster würde dem 22-Jährigen gern eine Pause gönnen, doch der Zeitplan ist eng.

Werner Schuster würde seinen neuen Überflieger am liebsten einsperren. „Wir stecken Severin jetzt in einen Kühlschrank. In Klingenthal darf er dann wieder rauskriechen“, sagte der Skisprung-Bundestrainer. Shootingstar Severin Freund war zuvor im Tollhaus Willingen mit einer überragenden Show zu seinem zweiten Weltcup-Sieg binnen zwei Wochen geflogen. Eine Erfolgsserie, die seit Sven Hannawald im Jahr 2003 kein DSV-Adler mehr geschafft hatte - und die Schuster nur allzu gern verlängert sähe. 

Das Sportjahr 2010: Unvergessene Fotos

Das Sportjahr 2010: Unvergessene Fotos

2010, was war das wieder für ein Sportjahr! Olympia, Fußball-WM, Formel 1: Wir zeigen Ihnen unvergessliche Fotos, die immer noch im Gedächtnis haften. 

Die Olympischen Spiele begannen mit einem schweren Schock. Der georgische Rodler Nodar Kumaritaschwili verunglückte im Eiskanal.

Es war der vielleicht schlimmste Moment des Sportjahres. Schlimmere Anblicke möchten wir Ihnen an dieser Stelle ersparen.

Beim Staffelwettbewerb der Eisschnelläuferinnen stürzte Anni Friesinger Meter vor dem Ziel. Gedankenschnell zog sie jedoch ihr Bein nach vorne und löste so die Zeitnahme aus.

So sicherte Friesinger dem deutschen Team die Goldchance. Monate später beendete sie ihre Karriere. 

Die kanadischen Eishockeyspielerinnen bejubelten ihren Olympiasieg wenig ladylike mit Schampus und Zigarre - was in Nordamerika für einen mittelschweren Eklat sorgte.

Beim Langlauf schenkten sich Nikita Kriukow (Gold-Medaille, links) und Alexander Panzhinskiy (Silber, r.) nichts. Gut, dass wir den Fotobeweis haben.

Schock vor der WM: Michael Ballack verletzte sich nach einem Foul von Kevin-Prince Boateng schwer.

Der FC Bayern war auf der Titeljagd äußerst erfolgreich. Erst holte der FCB die Meisterschaft,...

...dann den DFB-Pokal.

Es war auch die Geburtsstunde des "Feierbiests" Louis van Gaal.

Noch ein Feierbiest - José Mourinho. Der Portugiese holte im Champions-League-Finale gegen die Bayern das Triple.

Inter Mailand feierte,...

...während sich die Bayern-Spieler nur an den Kopf fassen konnten.

John Isner gewann im Juli gegen Nicolas Mahut das längste Tennis-Match der Welt nach mehr als elf Stunden Spielzeit.

Danach ließen sich die Marathon-Spieler vor der Anzeigetafel fotografieren.

Lance Armstrong stürzte bei seiner Rückkehr auf die Weltbühne des Radsports.

Alberto Contador gewann erneut die Tour de France - und geriet danach ins Visier der Dopingfahnder.

Wladimir Klitschko schickte Eddie Chambers in die Seile.

Sein Bruder Witali stopfte Shannon Briggs das lose Mundwerk.

Bayern-Star Philipp Lahm heiratete seine Claudia.

Nelson Mandela konnte seine Heim-WM wegen eines familiären Schicksalsschlags zum Turnierbeginn nur eingeschränkt genießen, zeigte sich aber trotzdem dem Volk.

Die hochnotpeinliche Posse um das französische Nationalteam mit Skandal-Trainer Raymond Domenech sorgte für großes Interesse der Medien.

Die Fußball-WM lebte wie immer auch von ihren Emotionen: Jubel...

...noch mehr Jubel...

...aber auch bittere Enttäuschung zeichnete sich in den Gesichtern der Spieler ab.

Thomas Müller drehte zum Jubel ab. Er holte sich den Goldenen Schuh des Turniers.

Wenn es um große Gefühle geht, ist Diego Maradona nicht weit.

Der exzentrische damalige Nationaltrainer Argentiniens war das Gesicht der WM.

An der Seitenlinie führte er einen regelrechten Veitstanz auf.

Erst im Viertelfinale gegen Deutschland verging ihm das Lachen und die Tanzeslust.

Englands Keeper Robert Green leistete sich den vielleicht gößten Patzer der WM.

England und seine Torhüter ...

... ein Dauerthema mit Spaß-Garantie!

Bei der so genannten "Battle of Bloemfontein" zwischen England und Deutschland im Achtelfinale ...

... bekam aber auch Deutschlands Keeper Manuel Neuer einen eingeschenkt. Aber nur einen.

Deutschland besiegte England mit 4:1 und Argentinien eine Runde später gar mit 4:0.

Gegen den späteren Weltmeister Spanien war dann zwar im Halbfinale Schluss, aber Bastian Schweinsteiger und Lukas Podolski konnten sich mit einiger Verzögerung auch über Bronze freuen.

Die Bilder des Finales: Wie immer waren Freud und Leid nur wenige Meter voneinander entfernt.

Sitchwort Leid: Nigel de Jong täuschte sich in der Sportart und betrieb Mixed Martial Arts.

Iker Casillas und Carles Puyol kamen sich in die Quere.

Andres Iniesta traf Oranje mit seinem Treffer in der Verlängerung mitten ins Herz.

Auf seinem Unterhemd hatte Iniesta einen verstorbenen Freund verewigt.

Die Anspannung auf Seiten Spaniens ...

... wich dem kollektiven Jubel.

Beim Jubeln war auch Paraguay-Fan Larissa Riquelme stets ganz weit vorne dabei.

Vornehmlich mit ihrem Handy zwischen den Brüsten!

Beim Länderspiel in Berlin gegen die Türkei stattete Kanzlerin Angela Merkel ihrem Integrationsbeauftragten Mesut Özil in der Kabine einen Besuch ab. Er war etwas underdressed.

Auch in der Formel 1 gab es einiges zu feiern, vor allem bei Red Bull. Mark Webber nahm nach einem GP-Sieg mit seinem Pokal ein Bad im Pool. 

Doch der große Gewinner der Saison war natürlich Weltmeister Sebastian Vettel. Seine Heimat Heppenheim wurde vorübergehend umbenannt.

Altmeister Michael Schumacher gratulierte seinem Nachfolger.

Das Geräusch des Jahres im Bild: das Dröhnen der Vuvuzelas. Wir belassen es beim Foto und verzichten auf die Audio-Datei.

Tiger Woods fiel weniger durch seine golferischen Talente als vielmehr durch sein außereheliches Sexspektakel auf.

Mama Woods hatte ihn trotzdem noch lieb. Ehefrau Elin Nordegren hingegen nicht mehr.

Kommen wir zu einer Reihe von Fotos, die Sie vielleicht noch nicht gesehen haben, aber trotzdem nicht verpassen dürfen!

Das Sportjahr 2010: Unvergessene Fotos

Das Sportjahr 2010: Unvergessene Fotos

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Am liebsten bis zur WM Ende Februar in Oslo, denn spätestens seit Sonntag zählt Freund dort zu den Medaillenanwärtern. Der Überflieger ließ sich siegestrunken sogar zu einer kleinen Kampfansage hinreißen. „Das Motto 'Dabei sein ist alles' gilt dort nicht mehr. Denn man versucht im Wettkampf immer, seine beste Leistung zu bringen“, sagte Freund.

Bis dahin soll Schusters Schützling jede Pause nutzen, die sich ihm bietet. Die erste Unterbrechung nach Willingen fällt allerdings recht kurz aus - 24 Stunden, um genau zu sein. Schon am Dienstag wird die Team-Tour im sächsischen Klingenthal mit der Qualifikation fortgesetzt, am Wochenende folgt das Skifliegen in Oberstdorf. Zwei weitere Heimspiele, bei denen der Rummel um den 22-Jährigen aus Rastbüchl enorm sein wird.

Schon in der Party-Hochburg Willingen hatte sich alles um den Newcomer gedreht. „Nach dem Sieg ist alles auf mich eingeströmt. Ich habe nur versucht, den Augenblick auszukosten“, sagte Freund, nachdem er von über 10.000 Fans gefeiert worden war. „Ein Freund, ein guter Freund“ war der Hit des Wochenendes, zumal „Sevi“ auch am Samstag beim zweiten Platz im Teamspringen der Matchwinner war.

Kaum zu glauben, dass besagter Freund erst am 19. Dezember erstmals in seiner Karriere in die Top Ten eines Weltcups gesprungen war. Sechs Wochen später hat der glänzende Stilist, der in Willingen die besten Haltungsnoten aller Teilnehmer erhielt, stolze vier Podestplätze geholt.

Bundestrainer Schuster will sich auf dem Aufschwung jedoch nicht ausruhen. „Wir werden weiter hart arbeiten, damit in Zukunft pro Jahrgang einer aus der jungen Garde nach oben kommt. Das ist Knochenarbeit, die hört nie auf“, sagte der 41-Jährige, der die ältere Generation um Martin Schmitt für ihre Kooperation ausdrücklich lobte: „Das sind alles keine Stinkstiefel. Diese Jungs lieben ihren Sport wie am ersten Tag und geben ihre Erfahrung gerne weiter.“

In Willingen allerdings überzeugte hinter Freund niemand. Mit Platz 20 war Schmitt schon zweitbester Deutscher, drei Wochen vor der WM in Oslo ist die Form der meisten DSV-Adler noch immer höchst sprunghaft. „Diese Lücke ist mir nicht verborgen geblieben“, sagte Schuster, der bis zu den Titelkämpfen in Norwegen mehr Konstanz forderte.

Die Wackelkandidaten Schmitt, Pascal Bodmer und Stephan Hocke haben nur noch eine Chance, auf den WM-Zug zu springen. Nach dem Weltcup in Klingenthal will Schuster sein Team für Oslo bekannt geben. Dem Skifliegen in Oberstdorf misst der Österreicher im Hinblick auf die WM keine große Bedeutung mehr zu.

sid

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