Eishockey

Indians verlieren gegen die Scorpions mit 2:4

- Die Indians ärgern die Scorpions im Stadtduell auf dem Eis, verlieren am Ende aber mit 2:4. Die Stimmung der Anhänger in der TUI-Arena war trotzdem auf beiden Seiten ausgelassen.

30 Minuten waren gespielt, als ein bemerkenswerter Gesang aus der Fankurve des EC Hannover Indians kam. „Macht sie alle – schießt sie aus der Halle“, riefen die Anhänger des Eishockey-Zweitligisten. Und das war vor allem deshalb ungewöhnlich, weil eben bereits die Hälfte des Spiels absolviert war und der Außenseiter bei den Vergleichen mit den Hannover Scorpions in den vergangenen Jahren zu diesem Zeitpunkt regelmäßig klar zurückgelegen hatte. Doch nicht diesmal.

Sonntagabend stand es nach zwei Dritteln 2:2, die Gäste witterten die große Überraschung gegen den Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) – und mussten sich letztlich doch mit 2:4 (1:2, 1:0, 0:2) geschlagen geben. Wie sehr die inoffizielle Stadtmeisterschaft, deren zweiter Teil am 28. Oktober am Pferdeturm ausgetragen wird, die hannoverschen Eishockeyfreunde elektrisiert, war gestern nicht zu übersehen. Mit 7469 Zuschauern kamen so viele Besucher zum Derby wie seit dem Jahr 2000 (7889) nicht mehr. 900 Indians-Fans unter ihnen waren mit dem „kürzesten Sonderzug der Welt“, angereist, der sie in sieben Minuten vom Hauptbahnhof zum Laatzener Messebahnhof brachte. Und es war auch ungewöhnlich viel Prominenz zu sehen.

Sogar Klaus Meine, Matthias Jabs und Rudolf Schenker von der Rockband „Scorpions“ wollten sich das Duell nicht entgehen lassen.Und sie wurden nicht enttäuscht. Denn sie bekamen ein Spiel zu sehen, das sich wesentlich von denen der Vorjahre unterschied. Zwar erwischten die Scorpions den besseren Start und gingen bereits in der 4. Minute durch Chris Herperger in Führung.

Doch von dem deutlichen Klassenunterschied, den man zuletzt regelmäßig beobachten konnte, war spätestens nach dem Ausgleich durch Preston Mizzi, der den sonst starken Scorpions-Torwart Levente Szuper mit einem Schuss fast von der Mittellinie überraschte, nichts zu sehen. Das von Kanadiern und Deutsch-Kanadiern geprägte Indians-Team machte mit sehr körperbetontem Spiel dem Favoriten, der erst am Abend zuvor mit einer 2:6-Finalniederlage gegen den tschechischen Klub HC Vitkovice im Gepäck vom Turnier aus der Schweiz zurückgekehrt war, das Leben ungemein schwer.

Speziell zum Ende des 2. Drittels hatte man den Eindruck, dass den Scorpions-Profis im vierten Spiel binnen fünf Tagen die Kräfte ausgingen. Und so schnupperten die Indians, die beim Stand von 1:2 in Person von Daniel del Monte einen Penalty verschossen, tatsächlich einige Minuten lang an der großen Überraschung. Aber eben nur einige Minuten lang. Denn im Schlussabschnitt rappelten sich die ohne Sascha Goc, Rainer Köttstorfer und Garrett Festerling angetretenen Scorpions noch einmal auf und stemmten sich erfolgreich gegen die Niederlage. Tino Boos, an dessen Schuss Indians-Keeper Marek Mastic vorbeigriff, und Ben Cottreau sicherten dem Favoriten doch noch den Sieg im Hinspiel der Stadtmeisterschaft.

Nur auf den Rängen sorgte das nicht für Klarheit. Da reklamierten beide Fanlager nach Spielschluss lautstark für sich, die „Nummer 1 in der Stadt“ zu sein. Endgültig geklärt wird das wohl erst am 28. Oktober.

Tore: 1:0 (3:13) Herperger (Köppchen bei 4–4), 1:1 (12:58) Mizzi (Martens bei 5–4), 2:1 (17:38) Mitchell (Dzieduszycki), 2:2 (29:33) Mizzi (Olson), 3:2 (46:26) Boos (Hlinka, Szuper), 4:2 (56:28) Cotteau (Reiss, Köppchen bei 5–4)

Zuschauer: 7469

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