Kiel verpasst Champions-League-Titel

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Flip Jicha (Kiel, l.) im Zweikampf mit Luc Abalo

Ciudad Real - Die Handballer vom THW Kiel haben wie im Vorjahr den großen Triumph in der Champions League verpasst.

Im Hexenkessel Quichote-Arena verlor der deutsche Handball-Rekordmeister am Sonntag das dramatische Final-Rückspiel der “Königsklasse“ mit 27:33 (14:13) gegen Ciudad Real. Damit verpassten die Kieler zugleich das zweite Triple aus Meisterschaft, DHB-Pokal und Champions League nach 2007. Das Hinspiel vor Wochenfrist hatte Kiel mit 39:34 für sich entschieden. Damit gewann Spaniens Meister Ciudad Real wie im Vorjahr ebenfalls gegen Kiel zum zweiten Mal hintereinander die Champions League.

An diesem Sonntag kann der VfL Gummersbach gegen Gorenje Velenje als letzte deutsche Mannschaft im EHF-Pokal einen Europacup gewinnen. Denn am Samstag war bereits der HSG Nordhorn der Europapokal-Sieg verwehrt geblieben. Der Zwangsabsteiger hatte im Rückspiel des Europacups der Pokalsieger bei Pevafersa Valladolid mit 23:24 (10:15) verloren und nur wegen der der weniger erzielten Auswärtstreffer nach dem 31:30 im Hinspiel ohne Trophäe den Abschied von der internationalen Bühne genommen.

Unterdessen hat der TBV Lemgo einen Startplatz in der Champions League verpasst. Die Ostwestfalen unterlagen überraschend bei GWD Minden mit 26:30 (14:15). Bei nur noch einem ausstehenden Spiel können die Lemgoer nicht mehr den dritten Rang und damit einen Startplatz in der “Königsklasse“ erreichen.

Ohne ihren verletzten Linksaußen Goran Sprem, der wegen einer Schulterverletzung nur auf der Bank saß, hatten die Grafschafter im Hexenkessel von Valladolid den erwartet schweren Stand. Erst nach dem Wiederanpfiff starteten die Gäste eine Aufholjagd, die fast noch von Erfolg gekrönt worden wäre. Valladolid führte 80 Sekunden vor Schluss mit 24:22. Steffen Weinhold gelang zwar noch der Anschlusstreffer. Der aber reichte nicht mehr. “Wir haben leider kein Glück gehabt. Ich bin trotzdem stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein“, sagte Rastko Stojkovic, mit acht Treffern bester HSG-Schütze.

Die Nordhorner, die aus finanziellen Gründen zum Zwangsabstieg in die 2. Bundesliga verurteilt sind, verpassten damit den zweiten europäischen Titel innerhalb eines Jahres. Im Frühjahr 2008 hatte das Team des scheidenden Trainers Ola Lindgren den EHF-Cup gewonnen.

Angeführt von den jeweils achtfachen Torschützen Michael Haaß und Aljoscha Schmidt sowie dem großartig haltenden Schlussmann Svenn-Erik Medhus, der unter anderem fünf Siebenmeter parierte, zerstörte Minden die Champions-League-Hoffnungen der Lemgoer. Vor 3300 Zuschauern in der Mindener Kampa-Halle war Florian Kehrmann (5) bester Werfer für die Ostwestfalen.

Um den zweiten Platz hinter dem bereits als Meister feststehenden THW Kiel kämpfen nur noch der HSV Hamburg und die Rhein-Neckar Löwen. Die Mannheimer setzten sich mühevoll mit 35:32 (19:15) gegen den TSV Dormagen durch. Dagegen büßte der HSV einen wichtigen Punkt ein. Nach dem 29:29 (15:15) bei MT Melsungen sind die Hanseaten und die Rhein- Neckar Löwen punktgleich und nur durch die um acht Treffer bessere Tordifferenz für die Hamburger getrennt. Am letzten Spieltag am kommenden Samstag spielen die Löwen beim SC Magdeburg, der HSV empfängt Absteiger Stralsunder HV.

Unerwartete Niederlagen mussten auch die Europacup-Anwärter SC Magdeburg und Frisch Auf Göppingen hinnehmen. Die von finanziellen Problemen geplagten Magdeburger verloren bei der HSG Wetzlar mit 25:28 (11:15) und bleiben Siebter hinter den punktgleichen Göppingern, die bei HBW Balingen-Weilstetten mit 23:24 (14:11) den Kürzeren zogen.

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