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Lange weiter auf Bronze-Kurs - Holcomb klar vorn

- Ausnahmepilot André Lange steuert vor dem letzten Durchgang im olympischen Viererbob-Rennen weiter auf Medaillenkurs. Der viermalige Olympiasieger aus Oberhof lag am Sonnabend nach drei der vier Läufe auf dem Hochgeschwindigkeitskurs von Whistler auf dem dritten Platz.

Lange Gesichter in der Lange-Crew: Vor dem vierten und letzten Lauf im olympischen Viererbob-Rennen lag Ausnahmepilot André Lange abgeschlagen als Dritter mit mehr als einer halben Sekunde hinter Weltmeister Steven Holcomb (USA) zurück und konnte aus eigener Kraft sein fünftes Gold bei Winterspielen kaum noch erringen. Nachdem er im zweiten Lauf in der berüchtigten „Fifty- Fifty“ fast zu Sturz gekommen war, präsentierte er sich am Sonnabend (Ortszeit) mit seiner Crew Alexander Rödiger, Kevin Kuske und Martin Putze wieder in alter Stärke und fuhr eine saubere Linie im Whistler Sliding Centre. Zweiter blieb der Kanadier Lyndon Rush.

Ebenfalls noch aussichtsreich im Rennen als Vierter vor dem Kanadier Pierre Lueders lag der Riesaer Thomas Florschütz, der im kleinen Schlitten Silber gewann. Karl Angerer aus Königssee war Siebter und beklagte zur Halbzeit die sechs Stürze im Wettbewerb: „Die Bahn ist sehr, sehr gefährlich. Das ist brutal, was den Piloten hier abverlangt wird.“

So sah es auch Bundestrainer Carsten Embach. „Das ist eine Farce für ein olympisches Rennen“, sagte er und verlangte vor den letzten beiden Läufen am Samstag eine deutliche Nachbesserung an der Bahn im Whistler Sliding Centre. Der Doppel-Olympiasieger von 1984 und Frauen-Bundestrainer Wolfgang Hoppe forderte am Vortag gar einen Abbruch des Rennens: „Es war auf Messers Schneide. Ich bin froh und klopfe auf Holz, dass unsere Jungs heil runtergekommen sind.“

Nachdem der lettische Mitfavorit Janins Minins nach einem Trainingssturz schon 24 Stunden vor dem Rennen abgesagt hatte, erwischte es im ersten Lauf den russischen Medaillenanwärter Alexander Subkow, der in all seinen Läufen zuvor mit einer tadellosen Linie überzeugte und immerhin Bronze im Zweierbob gewonnen hatte. Auch der im Training überzeugende österreichische Routinier Wolfgang Stampfer kam nicht durch die berüchtigte Kurve „Fifty-Fifty“. Er musste wegen seines total demolierten Bobs aufgeben und erlitt bei seinem Sturz eine Verletzung am Zeigefinger.

Zudem stürzten der Slowake Milan Jagnesak, der Brite John Jackson sowie der junge Amerikaner John Napier, der auf der anspruchsvollen Bahn in Lake Placid in diesem Winter seinen ersten Weltcup gewann. Alle Athleten blieben aber unverletzt. Am Samstag gingen die Bobs nach weiteren Eisarbeiten wesentlich ruhiger durch die Eisrinne.

dpa

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