Schwimm-Outfits knapper - Biedermann: "Finde mich nicht schön"

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Im Meer (Archivfoto) hat Paul Biedermann nichts gegen eine knappe Badehose - beim Wettkampf schon eher

Berlin - Die Schwimmer kehren zu ihren Ursprüngen zurück. Sie zeigen wieder mehr nackte Haut statt High-Tech-Anzüge.

Passend zu den Sommer-Temperaturen ziehen die Schwimmer wieder blank. Statt im High-Tech-Ganzkörperanzug Rekorde immer wieder zu pulverisieren, zeigen besonders die Männer wieder nackte Haut. Nur noch eine eng anliegende Badehose bis oberhalb der Knie ist seit dem 1. Januar erlaubt.

“Das Schwimmen hat sich neu definiert. Es geht nicht mehr nur um die Rekorde, sondern um die Duelle“, sagt Doppel-Weltmeister Paul Biedermann. Der 23-Jährige wird bei den deutschen Meisterschaften bis zum Sonntag in Berlin mehrere Sekunden von seinen Weltrekorden über 200 und 400 Meter Freistil entfernt sein.

Denn die “Jammers“ genannten Badeshorts haben die Rekordflut mit 144 Welt- und 151 deutschen Bestmarken allein im vergangen Jahr gestoppt. Bisher hatten die Schwimmer ihre übergroßen Muskelberge in die hautengen Anzüge stopfen können. Die neuen Materialien komprimierten die Muskeln, die nicht so schnell ermüdeten und gerade zum Ende des Rennens die Schwimmer kaum langsamer werden ließen.

Bis zu 45 Minuten brauchten die Athleten, um sich in die engen Anzüge zu zwängen. “Mülltüte“ nannte Rückenschwimmer Helge Meeuw verächtlich-ironisch das dünne High-Tech-Material, das nicht selten riss und tiefe Einblicke auf sonst verdeckte Körperregionen erlaubte.

Der neue “Jammer“ hingegen ist reißfest und schnell angezogen. Die Männer zeigen wieder blanke Brust. Biedermann nimmt es dabei mit der obligatorischen Rasur nicht so genau und lässt vorerst seinen Bart weiter wachsen - auf die hundertstel Sekunden, die Haare im Wasser kosten, ist Biedermann gegen seine deutsche Konkurrenz nicht angewiesen.

Eitel ist der 23-jährige Modellathlet ohnehin nicht: “Ich finde mich nicht schön.“ Mehrere Kilo musste Biedermann abspecken, um eine bessere Wasserlage zu haben, aber nicht nur er. “Selbst die Franzosen, die sonst sehr bullig rüberkamen, haben abgenommen“, berichtet Biedermann.

Anders ist es bei den Frauen, die nur Schultern und Unterschenkel freilassen müssen. Daher profitieren sie noch etwas von der komprimierenden Wirkung des Anzuges, der seit diesem Jahr aus textilem Material sein muss. “Die Frauen genießen den Vorteil weiterhin. Wir sind auf das nötigste runtergekürzt“, kommentiert Biedermann. So ist davon auszugehen, das die Frauen eher wieder in die Nähe der Weltrekorde schwimmen werden.

Biedermann glaubt übrigens nicht, dass er sehr lange in Badehosen um Medaillen kämpfen wird. “Ich denke, dass wir spätestes 2012 wieder im Ganzkörperanzug schwimmen.“

dpa

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