Unterwegs mit Champions, Tag 4

Ein niederschmetterndes Ergebnis

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Foto: Handballer am Netz: Christian Schwarzer (rechts) ist leidenschaftlicher Beachvolleyballer. In Apulien lief es für ihn im Sand aber nicht nach Wunsch

- Champions müssen manchmal Niederlagen einstecken - auch wenn sie das Siegen gewohnt sind. Heiko Rehberg begleitet sie und schreibt für HAZ.de jeden Tag ein ganz persönliches Tagebuch von dem Ereignis im Süden Italiens. Unterwegs mit den Champions, Tag 4.

Christian Schwarzer ist sauer. Der frühere Handball-Weltmeister ist seit vielen Jahren beim „Champion des Jahres“ dabei und gewohnt, dass er mit seinem eingespielten Team das Beachvolleyballturnier gewinnt. Aber das ist diesmal gründlich schiefgelaufen.

Schwarzer baggert und schmettert gemeinsam mit Speerwurf-Weltmeisterin Steffi Nerius, seinem Handballkumpel Daniel Stephan, Mountainbike-Weltmeister Mike Kluge und Triathlon-Olympiasieger Jan Frodeno. Die Club-Goldmedaille im Beachvolleyball ist ihnen so wichtig, dass Schwarzer und die anderen Stars im vergangenen Jahr auf Kreta mit ihren Siegermedaillen um den Hals abends zum Essen kamen. Wie gesagt: Wenn es um Wettbewerbe geht, verstehen Sportler keinen Spaß.

Unterwegs mit den Champions

Für den deutschen Spitzensport von wie B wie Biathlon bis W wie Wasserspringen ist es die schönste Woche der Jahres: Sieben Tage lang treffen sich die Topathleten auf Einladung von Robinson und der Deutschen Sporthilfe zum „Champion des Jahres“. In diesem Jahr sind 78 Sommer-und Wintersportler aus 22 Sportarten im Robinson Club Apulia dabei.Heiko Rehberg begleitet sie und schreibt für haz.de jeden Tag ein ganz persönliches Tagebuch von dem Ereignis im Süden Italiens.

Schwarzer hat als Handballer 600 Bundesligaspiele bestritten und 2208 Tore geworfen, dazu kommen 318 Länderspiele (965 Tore). Er war bei sechs Weltmeisterschaften dabei, fünf Europameisterschaften und vier Olympischen Spielen und hat nicht nur für TV Niederwürzbach, VfL Fredenbeck und TBV Lemgo gespielt, sondern auch für den FC Barcelona. „Blacky“, wie ihn alle nennen, ist eine Handball-Legende. Und verliert ungern im Beachvolleyball, für das Handballer bestens geeignet sind, weil sie eine herausragende Sprungkraft haben und am Netz wie eine unüberwindbare Mauer sind. Normalerweise.

Diesmal aber wurde Schwarzer ausgetrickst von einem Sponsorteam. Die Firma „smart“ hat sich daran erinnert, dass sie Britta Büthe und Karla Borger fördert, praktischerweise Vizeweltmeisterinnen – und zwar im Beachvolleyball. Im Finale des Clubturniers spielten die beiden jungen Frauen an der Handballer-Wand am Netz einfach vorbei und verdarben Schwarzer den Nachmittag. Nur ein Verlust der geliebten Golfausrüstung wäre für ihn und Kumpel Daniel Stephan schlimmer …

Wenn man aus Hannover kommt und mit einer Handball-Legende ins Gespräch kommt - aktuell ist Schwarzer Junioren-Bundestrainer - , muss man natürlich über die „Recken“ reden, den Bundesligisten TSV Hannover-Burgdorf. „Recken“? Der einst beste Kreisläufer der Welt ist nicht gleich auf Ballhöhe, „in meiner Aufgabe muss ich mehr 2. und 3. Liga schauen“. Aber weil der Mann weiß, was HAZ-Reporter hören wollen, gibt es doch noch ein dickes Kompliment („Toll, was sich da in den vergangenen Jahren entwickelt hat“) für die TSV und die Empfehlung, die bevorstehenden Europacupspiele zu genießen. „Europacup ist großartig“, sagt Schwarzer, aus dessen Biographie ein Detail nicht unerwähnt bleiben darf: Schwarzer ist in Braunschweig geboren.

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