HAZ-Fielmann-Fußballschule

Praktische Tipps vom Pokalhelden

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Foto: So wird es gemacht: Jörg Sievers gibt den jungen Torhütern praktische Tipps.

Burgdorf-Heeßel - Jörg Sievers begeistert beim Torwarttag der HAZ-Fielmann-Fußballschule in Heeßel 60 Jungen und Mädchen.

So ein Torwarttag in der HAZ-Fielmann-Fußballschule fördert immer wieder Erstaunliches hervor, in diesem Fall etwas Neues über einen der größten Erfolge von Hannover 96.

Auch am Freitag übernahm Jörg Sievers auf der Anlage des Heeßeler SV die Rolle als Chefcoach, und man durfte durchaus staunen, dass Zehnjährige wissen, dass ihr prominenter Trainer nicht nur der Torwartcoach von Hannover 96 ist, sondern ein Pokalheld.

Im Jahr 1992, als die „Roten“ vor allem dank Sievers für eine der größten deutschen Pokalüberraschungen sorgten, waren die 60 Jungen und Mädchen der HAZ-Fielmann-Fußballschule noch gar nicht geboren. Und trotzdem wussten einige von ihnen, dass Sievers nicht nur im Finale gegen Borussia Mönchengladbach zwei Elfmeter gehalten hatte. Im Halbfinale gegen Werder Bremen war ihm sogar noch etwas Außergewöhnlicheres gelungen. Der heute 48-Jährige parierte nicht nur den entscheidenden Elfmeter von Marco Bode, vorher verwandelte er als Torhüter auch selbst. Wie Sievers in Heeßel zugab, nicht ganz freiwillig.

Bei der Plauderrunde mit den jungen Torhütern zwischen zwei Trainingseinheiten nahm sich Sievers nicht nur jede Menge Zeit für ganz viele Fragen; er erzählte auch etwas, was bis dahin unbekannt war. „Beim Elfmeterschießen kam auf einmal der Trainer zu mir, und ich habe schon geahnt, was er will“, sagte er. Michael Lorkowski wollte, dass sein Torhüter den nächsten Elfmeter schießt. Sievers sagte spontan zu, um plötzlich ein Elfmeterschießen aus einer ganz neuen Perspektive erleben zu müssen: nicht aus der des Torhüters, der dabei nur gewinnen kann, sondern aus der des Schützen, der viel zu verlieren hat. „Da wird so ein Tor auf einmal ganz schön klein.“

Die Geschichte ging damals gut, Sievers wählte die Mitte und traf. Und 60 aufmerksam zuhörende junge Talente bekamen noch mal sehr plausibel erklärt, wie wichtig es ist, dass ein Torwart nicht nur mit den Händen, sondern auch mit den Füßen geschickt ist.

Sievers und das Trainerteam um den Sportlichen Leiter Thomas Joedecke nahmen sich Zeit für alles, was das Torwartspiel ausmacht. „Für unsere Fußballschule ist es eine Auszeichnung, dass sich einer wie Jörg Sievers, der sonst mit einem Nationaltorwart und WM-Fahrer wie Ron-Robert Zieler trainiert, an seinem Urlaubstag Zeit nimmt für die Jungen und Mädchen“, sagte Joedecke. „Mir macht das im Grunde genauso viel Spaß wie mit den Profis, wenn ich sehe, dass alle mit Ehrgeiz und Spaß dabei sind“, sagte Sievers und bekam dafür einen Sonderapplaus.

Und dass die Jungen und Mädchen heute in vielen Dingen schneller sind, erfreute nicht nur Sievers. Die letzten Hütchen waren noch nicht abgebaut, da meldete sich auf der Facebook-Seite der Fußballschule bereits Simon Kamutzki zu Wort. Der 14-Jährige steht sonst beim 
SC Hemmingen-Westerfeld zwischen den Pfosten und hatte mit Torwarttrainer Peter Rasch, dem Spezialisten für die „großen Jungs“, einen schweißtreibenden Tag in Heeßel verbracht. „Das ist jedem zu empfehlen“, schrieb er, „es macht richtig Spaß, Lob an das nette und vor allem super gute Trainerteam. Ich werde mich auf jeden Fall noch mal anmelden.“

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