Riesen EM-Casting: Brand testet 30 Handballer

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Heiner Brand hat beim EM-Casting die Qual der Wahl

Leipzig - Letztes Casting: Sieben Wochen vor Beginn der Europameisterschaft sucht Handball-Bundestrainer Heiner Brand seine Idealbesetzung - aus einem Großaufgebot von 30 Spielern.

Das Großaufgebot von 30 Spielern nimmt der Gummersbacher bei den außerplanmäßigen Tests gegen Weißrussland an diesem Dienstag (19.30 Uhr/DSF) in Münster und am Mittwoch (19.30 Uhr) in Hamm unter die Lupe. Um dabei den Überblick zu behalten, greift Brand zu einem Novum: In beiden Partien lässt er komplett verschiedene Mannschaften auflaufen. “Alle Spieler bekommen die Möglichkeit, sich zu zeigen. Ich erhoffe mir von diesen Tests einen weiteren Schritt nach vorn“, sagte der Bundestrainer.

Die zwischen zwei Bundesliga-Spieltage gequetschte Leistungsschau soll Brand letzte Fingerzeige geben, welche 28 Spieler er Mitte Dezember in sein vorläufiges Aufgebot für die EM vom 19. bis 31. Januar in Österreich beruft. Nur aus diesem Kreis kann er seinen endgültigen 16-köpfigen Kader benennen oder im Verlaufe des Turniers bei Bedarf Akteure nachnominieren. “Die Belastungen für die Akteure in der Bundesliga und in den internationalen Vereinswettbewerben sind schon hoch genug. Da gilt es Maß zu halten, und so habe ich mich dazu entschlossen, mit zwei verschiedenen Teams zu agieren“, erklärte Brand.

Bei der EM spielt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) in der Vorrundengruppe C in Innsbruck gegen Polen, Slowenien und Schweden. Um sich für die anschließende Hauptrunde an gleicher Stelle zu qualifizieren, ist mindestens Platz drei nötig.

Mit seinem Riesen-Aufgebot hat Brand nun den Konkurrenzkampf weiter angeheizt, den er schon vor dem Supercup vor Monatsfrist mit dem 30:26-Finalerfolg gegen Europameister Dänemark entfacht hatte. Nach dem schon lange feststehenden Ausfall von Pascal Hens (Hamburg), der nach zahlreichen Verletzungen seinen Körper dosierter belasten will, sucht der Bundestrainer nach Alternativen im linken Rückraum. Als neue Nummer 1 hatte sich zuletzt Lars Kaufmann (Göppingen) in Szene gesetzt.

“Grundsätzlich habe ich schon meine Mannschaft im Hinterkopf“, sagte Brand. Zehn der maximal 16 EM-Plätze sind so gut wie vergeben. Die drei Torhüter Johannes Bitter, Carsten Lichtlein und Silvio Heinevetter sowie die Feldspieler Michael Kraus, Holger Glandorf, Oliver Roggisch, Kaufmann, Torsten Jansen, Christian Sprenger und Dominik Klein gelten als gesetzt. Sollte Kreisläufer Sebastian Preiß nach seiner Achillessehnenoperation rechtzeitig fit werden, ist auch der Lemgoer fester Bestandteil in Brands EM-Plan. Bis zum EM-Auftakt am 19. Januar gegen Polen hat der Bundestrainer noch fünf Plätze im Aufgebot zu vergeben. Gesucht werden Alternativen am Kreis neben Preiß, auf den Außenpositionen sowie im rechten Rückraum.

“Da wir vor der Europameisterschaft nicht mehr so oft zusammenkommen und die Termine für die Nationalmannschaft insgesamt immer weniger werden, müssen wir jede Gelegenheit nutzen, um uns in neuer Formation einzuspielen“, sagte der Bundestrainer. Gegen Weißrussland wird sich Kapitän Kraus nicht dem prüfenden Blick von Brand stellen können. Der Spielmacher aus Lemgo leidet unter einer Entzündung im Knie, die erst auskuriert werden soll.

dpa

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