Schumi: Geburtstag im Schnee

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Michael Schumacher, hier noch im Outfit von Ferrari, feiert seinen 41. Geburttstag im Schnee.

München - Seinem 40. Geburtstag blickte er noch skeptisch entgegen, ein Jahr später ist Michael Schumachers Optimismus kaum zu bremsen.

Und seinen Fans machte er schon längst vor seinem Festtag das größte Geschenk. Schumacher will es mit 41 seinen Widersachern von einst ebenso zeigen wie der jungen PS-Garde um Sebastian Vettel und Lewis Hamilton, die noch nie in der Formel 1 gegen den Rekordweltmeister antraten. Bevor es im neuen Jahr mit dem neuen Mercedes Grand Prix Team richtig auf Touren geht, feiert Schumacher aber erstmal seinen Geburtstag an diesem Sonntag mit Familie im Skiurlaub.

Seine einstige Formel-1-Familie verarbeitet immer noch den Weggang des einstigen Lieblings. “Es ist wahr, dass wir ein bisschen enttäuscht waren, weil Michael zu unserem Symbol geworden war“, sagte Piero Ferrari, Sohn von Ferrari-Gründer Enzo, jüngst der “La Gazzetta dello Sport“. Seit 1996 fuhr Schumacher für die Marke aus Maranello, von 2000 bis 2004 holte er fünf seiner sieben WM-Titel. In den kommenden drei Jahren wird er ausgerechnet für Mercedes Gas geben, einem der ärgsten Rivalen der Scuderia.

“Er wollte fahren“, betonte Piero Ferrari. Die Italiener konnten ihrem deutschen Berater kein Auto zur Verfügung stellen. Felipe Massa, für den Schumacher im Sommer ein Comeback versucht hatte, sowie der zweimalige Weltmeister und Neuzugang Fernando Alonso bilden das Duo der Roten 2010. Zweifel, dass die beiden gegen Schumacher nicht gewinnen könnten, hat Piero Ferrari offensichtlich nicht. Alonso sei nicht zufällig Weltmeister (2005 und 2006) geworden. “Er hat Michael schon herausgefordert und ihn geschlagen“, meinte Piero Ferrari über den Spanier. Zudem sei Massa an der Seite Schumachers gereift. Der Brasilianer nennt Schumacher sogar seinen Professor.

Nun will es der alte Lehrmeister seinen einstigen Schülern erst recht noch mal beweisen. Dabei hatte Schumacher nach seinem eigentlichen Karriereende beim Großen Preis von Brasilien am 22. Oktober 2006 jegliche Comeback-Gedanken immer von sich gewiesen. Langeweile war ihm fern, “Rentner bin ich nicht wirklich, nur in Anführungsstrichen“, hatte Schumacher vor einem Jahr gesagt. Vielmehr begleitete ihn die Sorge ums Älterwerden. “Es ist schon ein gewisser Schritt für einen Mann, die 40 auf einmal schreiben zu müssen - es gibt Angenehmeres“, hatte er Ende 2008 gesagt.

Beim Großen Preis von Bahrain am 14. März 2010 will er nun gegen teilweise 20 Jahre jüngere Konkurrenten antreten. “Generationenkämpfe gab es schon immer in der Formel 1“, betonte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. “Kann jemand der 40 oder 41 ist mit einem mithalten der 24 ist? In anderen Sportarten haben Leute gezeigt, dass sie dazu in der Lage sind“, hatte Mercedes-GP-Geschäftsführer Nick Fry schon vor der Verpflichtung des 250-maligen Grand-Prix-Starters (91 Siege) gesagt. In der Formel 1 zähle nicht nur “Jugend und Kraft wie beim 100 Meter-Sprint, sondern Erfahrung, Cleverness, Ausdauer, technischer Durchblick, Rennwitz“, meinte Haug.

Qualitäten, die wohl niemand Schumacher absprechen wird. Ebenso wie ein ungebremster Ehrgeiz. Dass er im Duell mit denen, die sich nicht von einem zwischenzeitlichen Formel-1-Rentner überholen lassen wollen, nicht zurückstecken wird, dürfte außer Zweifel stehen. Kompromisslos und kampfeslustig im Cockpit war Schumacher schon immer. Und er wird es sicher auch in seiner zweiten Formel-1-Karriere sein, die er mit 41 Jahren und 70 Tagen beim Rennauftakt in Angriff nimmt.

dpa

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