Sieg des Willens

Serena Williams gewinnt die Australian Open

+
Foto: Williams nutzte ihren dritten Matchball mit ihrem 18. Ass, der danach wie ein Flummi über den himmelblauen Court hüpfte.

Melbourne - Serena Williams hat sich auch von einer Virusinfektion nicht stoppen lassen und ist nach einem Sieg des Willens die Königin von Melbourne: Die topgesetzte Amerikanerin gewann das Traumfinale der Australian Open in 1:50 Stunden mit 6:3, 7:6 (7:5) gegen Maria Scharapowa und holte sich ihren sechsten Titel.

„Ich kann nur Gott danken. Ich habe dafür gebetet, stark zu bleiben und das durchzustehen“, sagte Williams, die ihren dritten Matchball mit ihrem 18. Ass nutzte und danach wie ein Flummi über den himmelblauen Court hüpfte. Kurz darauf nahm sie den „Daphne Akhurst Memorial“-Pokal in Empfang.

Damit feierte Williams ihren 19. Titel bei einem Grand-Slam-Turnier und ließ Martina Navratilova und Chris Evert (18) hinter sich. Einzig Rekordhalterin Steffi Graf hat in der Geschichte des Profi-Tennis mit 22 Siegen mehr Major-Titel erreicht als Serena Williams bislang.

Die Weltranglisten-Zweite Scharapowa dagegen verlor auch das 16. Match in Serie gegen die jüngere der beiden Williams-Schwestern. Für ihren Erfolg kassiert die Turniersiegerin umgerechnet rund 2,1 Millionen Euro. Scharapowa erhält rund 1,1 Millionen Euro.

Im insgesamt 19. Duell zwischen den aktuell besten beiden Tennisspielerinnen der Welt gelang Williams gleich im ersten Spiel ein Break. Beim Stand von 3:2 und 30:30 wurde wegen Regens das Dach der Rod-Laver-Arena geschlossen und die Partie für etwa 13 Minuten unterbrochen. Während Scharapowa auf dem Platz unter einem Schirm wartete, verschwand die zuletzt an einer schweren Erkältung leidende Williams im Kabinengang. Als die Partie fortgesetzt wurde, zeigte die Amerikanerin, die am Freitag das Vormittagstraining abbrechen musste, keine Schwäche und entschied nach 47 Minuten Satz eins für sich.

In ihrem zehnten Grand-Slam-Finale kam Scharapowa im zweiten Durchgang besser ins Spiel und legte auch den Respekt vor ihrer Gegnerin etwas ab. Die 27 Jahre alte Australian-Open-Gewinnerin von 2008 und letztjährige French-Open-Siegerin zwang Williams in den Tiebreak und wehrte beim Stand von 4:6 auch einen Matchball ab.

Dann schlug Williams auf und glaubte, mit einem Ass das Spiel beendet zu haben. Doch die Stuhlschiedsrichterin hatte eine Berührung der Netzkante gesehen. Williams stemmte ungläubig die Hände in die Hüfte und wiederholte ihren ersten Aufschlag. Mit ihrem 18. Ass beendete sie das Match und feierte im 19. Duell mit Scharapowa den 17. Sieg.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare