Leichtathletik-EM

Speerwurf-Silber für Matthias de Zordo

- Speerwurf-Newcomer Matthias de Zordo hat bei seiner EM-Premiere für eine Sensation gesorgt. Mit 87,81 Metern gewann der 22-Jährige aus Zweibrücken am Sonnabend bei der Leichtathletik-EM auf Anhieb die Silbermedaille.

„Ich brauch’ noch ein paar Tage, um das zu fassen. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll“, sagte de Zordo im ARD-Interview. „Ich bin heute Morgen aufgestanden, die Beine waren schwer und ich dachte: es geht gar nichts. Aber es war super zu werfen.“

Fassungslos über den „großen Wurf war auch Bundestrainer Boris Henry. „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Einen EM-Wettkampf auf so hohem Niveau habe ich noch nie erlebt“, stammelte er nach dem Coup seines Schützlings. „Eigentlich wollte ich nie Trainer werden, aber wenn man so einen Athleten hat, der alles allein macht, kann man nur stolz sein.“

Nur Olympiasieger Andreas Thorkildsen aus Norwegen war im Olympiastadion von Barcelona mit 88,37 Metern besser als der auf internationaler Bühne noch unbekannte de Zordo. Dritter wurde der Finne Tero Pitkämäki mit 86,81 Metern.

Der deutsche Meister hatte seine gute Form schon in der Qualifikation gezeigt, als er mit 82,34 Metern deutlich über die geforderte Weite (81,00) warf - allerdings erst im dritten Versuch. Der Schüler von Henry hatte bei der Team-EM im Juni in Bergen für Furore gesorgt: Er warf den Speer auf 83,80 Meter und besiegte Thorkildsen in dessen Heimatland. Eine Warnung für den Speerwurf- Superstar! „Matthias ist ein absoluter Wettkampftyp, im Training wirft er gerade einmal 75 Meter“, sagte Henry. „Im Wettkampf gibt er nicht 100, sondern 150 Prozent.“ Und de Zordo, dessen Namen auf die Herkunft seines italienischen Vaters verweist, hat noch viel vor. Der Sportsoldat will die 90,44 Meter seines Trainers Boris Henry toppen.

„Ich will der erste Linkshänder der Welt werden, der im Speerwurf 90 Meter übertrifft“, kündigte de Zordo an, dessen Motto „Nur wer das Unmögliche möchte, kann das Mögliche erreichen“ lautet.

dpa

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