Jetzt alle Cockpits vergeben

Sutil-Rückkehr in die Formel 1 perfekt

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Adrian Sutil

Berlin - Das Formel-1-Comeback von Adrian Sutil ist perfekt. Nach langem Tauziehen holte Force India den Deutschen zurück. Bei dem Poker ging es wieder einmal um mehr als nur die sportliche Leistung.

Die Rückkehr von Formel-1-Pilot Adrian Sutil ins Cockpit von Force India ist perfekt. Das gab der indische Rennstall am Donnerstag am Rande der offiziellen Testfahrten in Barcelona bekannt. Der 30-Jährige bildet mit seinem britischen Teamkollegen Paul di Resta das Fahrergespann im neuen VJM06. Neben Weltmeister Sebastian Vettel (Red Bull), Nico Rosberg (Mercedes) und Nico Hülkenberg (Sauber) ist Sutil 2013 der vierte deutsche Pilot in der Königsklasse.

„Ich bin sehr glücklich, zurück in der Formel 1 zu sein, gerade bei einem Team, das ich so gut kenne“, sagte Sutil: „Ich muss Force India danken, dass sie mir eine zweite Chance geben.“ Sutil kehrt nach nur einem Jahr Pause zum Team des schillernden Milliardärs Vijay Mallya zurück und wird Nachfolger von Hülkenberg, der nach einem Jahr bei den Indern zu Sauber gewechselt war. „Nachdem ich für eine Weile raus aus diesem Sport war, bin ich nun noch entschlossener, meine Ziele in der Formel 1 zu erreichen“, sagte Sutil.

Der Gräfelfinger war 2007 beim Force-India-Vorgängerteam Spyker in die Formel 1 eingestiegen und hat somit praktisch seine gesamte Karriere bei diesem Rennstall verbracht. Im Vorjahr hatte der vorherige Ersatzfahrer Hülkenberg den seinerzeit wegen Körperverletzung angeklagten und letztlich zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilten Sutil abgelöst.

„Ich habe immer gesagt: Wenn wir es schaffen, zurückzukommen, war das Jahr Pause das Beste, was mir passieren konnte. Es hat mich viel stärker, erwachsener und fokussierter gemacht“, sagte Sutil dem Kölner Express. Die Vergangenheit sei nun vergessen. „Ich will der Welt beweisen, dass ich diese zweite Chance verdient habe“, sagte Sutil, der 2012 als Sky-Experte fungiert hatte.

„Die Entscheidung über unsere Teambesetzung war sehr schwierig, und wir haben in den vergangenen Monaten gründlich darüber nachgedacht“, erklärte Mallya, der Sutil lange auf eine Entscheidung hatte warten lassen: „Aber Adrians Erfahrung und seine Verbindung zum Team haben den Ausschlag zu seinen Gunsten gegeben.“ Sutil wird bereits am Freitag und Samstag in Barcelona den neuen Boliden testen. Am Sonntag bekommt di Resta noch einmal Gelegenheit zur Vorbereitung auf den Saisonstart im australischen Melbourne am 17. März.

„Mein Fokus liegt jetzt darauf, soviel wie möglich aus den Tests zu ziehen, mit dem Team im Simulator zu arbeiten und mich in die bestmögliche Verfassung für Melbourne zu bringen“, sagte Sutil. Bereits in der vergangenen Woche hatte der 90-malige Grand-Prix-Starter den Force India in Barcelona getestet und damit nach 452 Tagen wieder in einem Formel-1-Boliden gesessen. „Es hat alles sehr gut geklappt, es fühlt sich beinahe so an, als wäre ich nie weg gewesen“, sagte Sutil: „Das Auto zu fahren, hat sich sehr natürlich angefühlt.“

Neben Sutil hatte lange Zeit der Franzose Jules Bianchi als Kandidat für das letzte freie Cockpit in der Königsklasse des Motorsports gegolten. Bianchis Manager Nicolas Todt hatte jedoch der französischen Nachrichtenagentur AFP mitgeteilt, dass sein Klient nicht Stammfahrer bei den Indern werde. Sutils Rückkehr war damit immer wahrscheinlicher geworden.

Mallya, dem die Kingfisher Airline gehört, und der Mitbesitzer von Force India, die Sahara Group, sollen in erheblichen finanziellen Nöten stecken. Bereits in den vergangenen Jahren kamen immer wieder Gerüchte auf, dass Force India vor dem Aus stehe.

Sutil holte in bislang 90 Rennen in der Königsklasse 95 WM-Punkten. In seiner bisher letzten Saison fuhr er 2011 mit Gesamtrang neun zu seinem besten Ergebnis.

sid

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