Auszeichnung in Hannover

Torben Schiewe ist Behindertensportler des Jahres

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In Aktion: Torben Schiewe (hinten, links) im Spiel um die Bronzemedaille bei den Paralympics gegen Russland.dpa, zur Nieden (3)

Hannover - Am Ende machte der Celler Volleyballer Torben Schiewe das Rennen zum Behindertensportler des Jahres - ein würdiger Gewinner. Aber das hätte auch für den Bogenschützen Matthias Alpers, den Sportschützen Frank Heitmeyer sowie die Handbiker Bernd Jeffré und Vico Merklein gegolten.

Seit dem Abend sind bei den Sportlerwahlen in Hannover nun aller guten Dinge drei. Doch anders als bei den zwei anderen Wahlen gab es diesmal keine Überraschung, was in diesem Fall ein Kompliment war, denn nominiert für Niedersachsens „Behindertensportler des Jahres“ waren - zum ersten Mal in der 13-jährigen Geschichte der Abstimmung - ausschließlich Athleten, die im vergangenen Jahr an den Paralympics in London teilgenommen hatten.

Es gab also fünf Kandidaten und fünf Favoriten, jeder hätte es verdient gehabt, wie Ehrengast und Laudator Matthias Steiner zu Recht im GOP-Varieté anmerkte.

Am Ende machte der Celler Volleyballer Torben Schiewe das Rennen - ein würdiger Gewinner. Aber das hätte auch für den Bogenschützen Matthias Alpers, den Sportschützen Frank Heitmeyer sowie die Handbiker Bernd Jeffré und Vico Merklein gegolten.

Diesmal gab es also keine Überraschung in Hannover. Bei der Wahl von der „Neuen Presse“, die seit vielen Jahren im Theater am Aegi gekonnt Größe mit heimeliger, familiärer Atmosphäre verbindet, hatten im Januar die Handballer der TSV Hannover-Burgdorf Seriensieger Hannover 96 den Titel als Hannovers „Mannschaft des Jahres“ weggeschnappt. Die vom Landessportbund Niedersachsen und dem Stadtsportbund Hannover veranstaltete Wahl zu „Niedersachsens Sportlern des Jahres“ ist eher das Anhängsel eines schönen Ballabends auf dem Parkett im Kuppelsaal, diesmal aber sorgte das Ergebnis für Furore. Die Faustballfrauen des Ahlhorner SV hängten bei der Teamwertung in der Gunst des Publikums die 96-Profis und die Weltklassetänzer aus Braunschweig ab.

Auch die Wahl des Behinderten-Sportverbandes Niedersachsen (BSN), die die HAZ im Jahr 2001 zusammen mit dem Verband und dem NDR aus der Taufe gehoben hatte, ist eine Publikumswahl. Doch so einfach wie diesmal hatte es das sportliche Wahl-Publikum noch nie. Oder so schwer, je nach Sichtweise. Fest stand jedoch schon vorher: Am Ende würde es als Sieger unter fünf tollen Sportlern auf keinen Fall den Falschen treffen.

270 Gäste, angeführt von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius, applaudierten dem Sieger Schiewe und den vier anderen Kandidaten. „Alle haben unsere Bewunderung und unseren großen Respekt für ihre sportlichen Höchstleistungen, die sie nach London brachten, verdient“, sagte BSN-Präsident Karl Finke.

Die Bilder von den Paralympics in London, im GOP noch einmal zu sehen, sorgten auch gestern für Gänsehaut bei den Gästen: Jeffré hatte bei den Wettkämpfen in England als erster Niedersachse eine Medaille gewonnen, die bronzene im Zeitfahren. Seine Leistung spornte den Nendorfer Klubkollegen Merklein an, der zwei Tage später im Straßenrennen auf den Silberrang vorfuhr. Das hervorragende Ergebnis für den BSN komplettierte Schiewe, der mit der Sitzvolleyballmannschaft, der kein Experte etwas zugetraut hatte, auf dem Bronzeplatz landete. Heitmeyer und Alpers durften ebenfalls stolz auf ihre Leistungen sein - auch ohne Medaille.

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