Motorsport

Volkswagen will Triumph bei Rallye Dakar wiederholen

- Am Neujahrstag startet in Buenos Aires die 32. Rallye Dakar. Mit fünf Fahrzeugen will Volkswagen seinen Triumph bei der legendären Langstreckenrallye wiederholen.

Als der Doppelsieg vor fast genau einem Jahr in Buenos Aires Gewissheit wurde und VW als erster Hersteller mit einem Dieselmotor die Rallye Dakar gewonnen hatte, war die Freude grenzenlos. Es wurde laut gejubelt, und hier und da flossen gar Freudentränen im deutschen Team. Doch schon wenig später kroch die Ungewissheit im Team von
VW-Motorsport hoch: Das proklamierte Ziel war erreicht, doch was kommt danach? Der Triumph als Schlussakkord – dieses Szenario war nicht auszuschließen.

Nun, die VW Race Touaregs aus der Ikarusallee in Hannover-Vahrenheide fahren auch die neue, die 32. Auflage der legendären Langstreckenrallye, die am Neujahrstag in Buenos Aires beginnt und am 17. Januar nach etwas mehr als 9000 Kilometern in der argentinischen Hauptstadt endet. Und alles andere als ein erneuter Triumph der Deutschen wäre eine Überraschung. Zwar haben die Organisatoren aus Angst vor einer erneuten VW-Übermacht die Regeln geändert, sodass der Konkurrenz mit Benzinmotoren mehr Leistung zur Verfügung steht – doch welche Konkurrenz gibt es eigentlich noch?

Mitsubishi, das 2001 bis 2007 die Dakar dominiert hatte, hat sich aus Kostengründen vom Wüstenklassiker zurückgezogen. Dazu hat VW kurzerhand in Nasser Al-Attiyah (Katar) einen der besten Fahrer der Konkurrenz verpflichtet. Der Araber ärgerte zu Beginn des Jahres im privaten BMW X3 seine neuen Teamkollegen gehörig; erst eine Disqualifikation des 39-Jährigen machte für den Südafrikaner Giniel de Villiers und dessen deutschen Beifahrer Dirk von Zitzewitz den Weg für den VW-Sieg frei.

„Der Erfolg macht uns noch hungriger“, sagt VW-Motorsport-Direktor Kris Nissen. Und was für illustre Namen für VW da an den Start gehen: Vorjahressieger de Villiers, Draufgänger Al-Attiyah, Vorjahreszweiter Mark Miller (USA) und der Spanier Carlos Sainz, der als Rallye-Ikone bereits seit 1980 Erfolge eingeheimst hat wie kaum ein Zweiter. Sogar einen fünften Race Touareg bringt das Team 2010 an den Start: Der Brasilianer Mauricio Neves ist quasi ein Tribut an Südamerika – auch wenn die Rallye wie im Vorjahr nicht durch sein Heimatland, sondern nur durch Argentinien und Chile führt.

Es ist also alles angerichtet für den nächsten VW-Triumph – und das einzig verbliebene Werksteam überlässt dabei auch nichts dem Zufall: Bereits Anfang Dezember wurden die fünf 290 PS starken Race Touareg nach Südamerika geflogen. 60 Tonnen Material, 17 Service-Fahrzeuge und ein rund 80 Mann starkes Service-Team zeugen davon, wie umfangreich am Unternehmen Titelverteidigung geschraubt wird.

Wobei doch ansonsten vieles kleiner wird bei der 32. Austragung der Dakar: Die Strecke durch die Atacama-Wüste und durch die Anden ist knapp 500 Kilometer kürzer als noch in diesem Jahr. Das Feld ist von 530 auf etwa 370 Teilnehmer zusammengeschrumpft – auch weil in Mitsubishi und KTM bei den Motorrädern zwei Werksteams aus Kostengründen nicht mehr dabei sind.

Und vielleicht wird sich auch VW-Motorsport nach einem neuerlichen Sieg 2010 ebenfalls anderen Aufgaben widmen. Zuletzt hielt sich das Gerücht hartnäckig, VW wolle mit dem Polo in die Rallye-Weltmeisterschaft einsteigen. Das wäre womöglich auch eine gute Nachricht für Dieter Depping. Der 43-jährige Wedemärker, der nach seinem 6. Platz bei der Dakar 2009 nunmehr als Ersatz- und Entwicklungsfahrer für VW-Motorsport arbeitet, gewann bereits viermal die deutsche Rallyemeisterschaft, ist also ein Experte in Sachen Kurzstrecken-Rallyesport.

Monte Carlo statt Buenos Aires: Das würde zumindest Spritkosten sparen.

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