Kursänderung

Wasserstadt Triathlon trotzt dem Hochwasser

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Foto: Die ersten Meter: Egal, wie lang die Distanzen im Triathlon sind, zunächst gehen die Athleten auf jeden Fall ins Wasser.

Hannover - Der Wasserstadt Triathlon macht einen Bogen um die Hochwassergebiete – eine Herausforderung für Organisator Peter Augath. 1450 Starter werden erwartet.

Wer ein erfolgreicher Triathlet sein will, der muss sich ruck, zuck auf völlig neue Bedingungen einstellen können: raus aus dem Wasser, rauf auf Rad, rein in die Laufschuhe. Mit Blick auf das anstehende Wochenende trifft dies auch auf Peter Augath zu. Der ist allerdings selbst kein aktiver Ausdauersportler, sondern der Mann im Hintergrund: Er organisiert den Wasserstadt-Limmer-Triathlon, eine der größten Veranstaltungen dieser Art in Norddeutschland, und das bereits zum siebten Mal. So flexibel in der Wettkampfplanung wie in diesen Maitagen musste Augath aber noch nie sein.

Schuld ist das Wetter. Obwohl sich Triathleten im Wasser normalerweise pudelwohl fühlen, war es diesmal eindeutig zu viel des Guten, was in den vergangenen Tagen an Regen fiel und auch die Leine über die Ufer treten ließ. Mit der Folge, dass Mitte dieser Woche die rund zehn Kilometer lange Laufstrecke für die Wettbewerbe auf der Mittel- und Langdistanz verändert werden musste und jetzt durch den Georgengarten führt.

Das Hochwasser hat einen Teil des bisherigen Kurses in Herrenhausen und Limmer überschwemmt. „Da wäre derzeit allenfalls an Paddeln zu denken“, sagt Augath.

Eine Absage des Triathlon-Wettbewerbs sei aber nie ein Thema gewesen. Den großen Rest kann er, gemeinsam mit einigen Hundert Helfern, die morgen und Sonntag im Einsatz sind, mit irdischen Kräften bewältigen. Und er hat als Veranstalter wohl auch ein bisschen Glück: Trotz der kühlen Witterung seien im Stichkanal, wo die Dreikämpfer zum Schwimmen starten, gestern 16 Grad Celsius gemessen worden.

Es bestehe keinerlei Gefahr, dass wegen zu niedriger Temperaturen aus dem Triathlon ein Duathlon werden müsse, sagt Augath. Schützende Neoprenanzüge dürften angezogen werden; wer keinen eigenen hat, dem bietet sich vor Ort die Gelegenheit zur Ausleihe.

Mehr als 1450 Teilnehmer haben sich bislang für die verschiedenen Wettbewerbe angemeldet, mehr als ein Drittel davon für die Mitteldistanz (1,9 km Schwimmen, 90 km Radfahren, 21,1 km Laufen), die am Sonntag gestartet wird. Bei den Frauen geht hier Katharina Grohmann (Ute-Mückel-Team) als Favoritin an den Start, bei den Männern rechnet sich der Däne Andreas Borch gute Chancen aus. Zu einer dänischen Angelegenheit an der Spitze könnte auch die Langdistanz werden, die das Doppelte misst. Jacob Frandsen jagt den Streckenrekord seines Landsmannes Tommy Nielsen (8:42 Stunden), und Helene Pallesen strebt ihren dritten Limmer-Sieg in Folge an.

Auch nationale Prominenz wird vertreten, aber nicht in Aktion zu sehen sein: Jan Raphael aus Hannover, der gerade mit einem 6. Platz vom Ironman Texas zurückgekehrt ist, gibt den Startschuss für einen Nachwuchs-Schnupperwettbewerb. Ein erfahrener Profi hilft Kindern und Jugendlichen bei ihrem ersten Triathlon überhaupt auf die Sprünge: In Limmer hat in den vergangenen Jahren schon so mancher, auch reifer an Jahren, klein angefangen.

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