Eishockey

Joe West verlässt die Indians

- Der Trainer des Eishockey-Zweitligisten kehrt nach Kanada zurück. Sein Landsmann Derek Mayer scheint der heißeste Anwärter auf die Nachfolge zu sein.

Die Feierlichkeiten anlässlich des Aufstiegs in die 2. Eishockey-Bundesliga dauern inzwischen schon fast zwei Wochen an. Mit der Aufführung des Dokumentarfilms über den EC Hannover Indians in drei ausverkauften Kinosälen des Cinemaxx werden sie am heutigen Sonnabend ihren krönenden Abschluss finden.

Doch für eine der Hauptpersonen des 60-minütigen Streifens wird es zugleich die Abschiedsvorstellung sein. Denn Trainer Joe West verkündete gestern Mittag – ausgerechnet an seinem 46. Geburtstag – seinen Rücktritt. Der Kanadier wird die Indians nach viereinhalb Jahren verlassen und zu seiner Familie nach Kanada zurückkehren.

Völlig überraschend kam der Entschluss von West, der im November 2004 als Kotrainer des damaligen Coaches Greg Thomson zum Pferdeturm kam und zwei Jahre später den Posten des Cheftrainers von seinem Freund übernahm, für Indians-Gesellschafter Dirk Wroblewski nicht. Bereits vor zwei Monaten hatte der ehemalige Erstliga-Torschützenkönig seinen Vorgesetzten von der Möglichkeit in Kenntnis gesetzt, in die Heimat zurückzugehen. „Wir hatten natürlich gehofft, dass er bleiben würde. Immerhin ist Joe im sportlichen Bereich der Vater des Erfolges“, sagte Wroblewski. „Aber es ist klar, dass die Familie vorgeht.“

Am Donnerstag teilte West dem Gesellschafter des Zweitliga-Aufsteigers seine Entscheidung mit. Kurz darauf informierte er seine Spieler – und wurde für einen Moment sogar sentimental. „Als ich die Antworten gelesen habe, die mir die Jungs geschickt haben, habe ich geweint“, verriet der scheidende Coach, der in zweieinhalb Wochen zu seiner Ehefrau Sonja und seinem zwölfjährigen Sohn Jason nach Pinawa vor den Toren von Winnipeg zurückkehren wird. „Ich bin seit 1994 mit meiner Frau zusammen und habe ihr viel zu verdanken. Jetzt ist die Zeit gekommen, dieses Vertrauen und diese Liebe zurückzugeben. Und meint Sohn braucht seinen Papa.“

Wer die Nachfolge von West bei den Indians antreten wird, soll möglichst schnell entschieden werden. Dafür hat der Klub den Trainermarkt laut Wroblewski bereits seit längerer Zeit sondiert und auch schon lockere Gespräche geführt. „Dabei hat sich herausgestellt, dass wir augenscheinlich keine uninteressante Adresse sind“, sagte der Gesellschafter, der bereits drei Kandidaten in die engere Wahl genommen hat. Namen wollte der starke Mann am Pferdeturm nicht nennen, ließ aber durchblicken, dass der Neue angesichts des nordamerikanisch geprägten Teams sicherlich kein Osteuropäer sein wird.

Im Gespräch soll unter anderem der im Februar beim EV Landshut entlassene Kanadier Mike Bullard sein. Heißester Anwärter auf den Trainerposten bei den Indians ist nach HAZ-Informationen aber sein 41-jähriger Landsmann Derek Mayer, der zuletzt zwei Jahre lang den Ligarivalen Eisbären Berlin Juniors trainierte.

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