Wickelkleid & Negligé: French Open als Laufsteg

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Venus Williams will das neue Negligé vorerst im Schrank lassen.

Paris - Die heißesten Kleider des Turniers sind bei den French Open frühzeitig ausgeschieden: Das schwarze Spitzenkleid mit fleischfarbener Unterhose und das Wickelkleid

 “Es geht hier um die Illusion“, hatte Venus Williams, Modedesignerin und Tennisspielerin, zu Turnierbeginn philosophiert, und mit ihrem “wohlgeformten Popo“ kokettiert. Nachdem nicht nur die “New York Times“ nach der “Mode-Polizei“ rief und das Williams-Foto von hinten mit hochgewehtem Kleid durch die Weltpresse ging, will die 29-Jährige das neue Negligé vorerst im Schrank lassen.

Unterwäsche-Outfit: Venus Williams zeigt "Spitzen"-Tennis

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Die Weltranglisten-Zweite schied in der Modestadt im Achtelfinale gegen Nadia Petrowa aus. “Um dieses Outfit von Serena zu tragen, braucht man Mut“, meinte die eher spröde Russin amüsiert. Scharapowa sagte über ihre hellblau-auberginefarbene Kreation: “Es ist eine Art Wickelkleid und wirklich klassisch, wenn man an Frankreich denkt und alle Tradition um das Turnier herum.“ Die Russin, mit 24 Millionen Euro Jahresverdienst Topverdienerin der Branche, musste sich Justine Henin geschlagen geben. “Es macht großen Spaß, dass wir so unsere Persönlichkeit auf dem Platz ausdrücken können“, sagte Scharapowa. Henin wird in ihren Pressekonferenzen nicht zum Thema Mode befragt.

Braucht das Damentennis diese modischen Extravaganzen? Ja, meint die US-Spielerin Bethanie Mattek-Sands, die schon mit einer Art Cowboy-Hut und Leoparden-Outfits spielte. “Du siehst zwei Mädchen mit blondem Haar, die beide genau das Gleiche anhaben. Wenn ich die beiden schon nicht auseinanderhalten kann, wie sollen es dann die Fans können? Das Ganze bringt also etwas Einzigartiges in das Spiel“, meint sie. In Paris trug sie schwarze Footballsocken und scheiterte in Runde zwei.

Für den Cowboy-Hut bei den US Open 2005, wohl das meistbeachtete Outfit in New York seit dem Domina-Cat-Suit von Serena Williams 2002, musste Mattek-Sands nach eigenen Angaben 10 000 Dollar Strafe zahlen. Der US-Tennisverband spricht von 1000 Dollar. Die Damen- Spielerorganisation WTA formuliert, dass sich die Spielerinnen “auf eine professionelle Weise verhalten und anziehen sollen“. Außerdem heißt es dort: “Eine Spielerin sollte angemessene und saubere Tenniskleidung und keine Sweatshirts, Jogginghosen, T-Shirts, Jeans oder Abgeschnittenes in den Matches tragen.“ Verstöße können mit Ausschluss aus dem Turnier oder einer Geldstrafe geahndet werden.

Einige Spielerinnen halten das Outfit-Thema für überschätzt. “Ich denke nicht, dass Fans deshalb bei uns zuschauen, weil wir schön sind“, meint etwa die Italienerin Flavia Pennetta. Die deutsche Fed- Cup-Spielerin Julia Görges, die denselben Ausstatter wie Scharapowa hat, behauptete zumindest: “Ich ziehe halt das an, was mir Nike in meine Tasche packt.“ Scharapowa verlor 2008 in Wimbledon mit ihrem weißen Frack-Oberteil gegen ihre Landsfrau Alla Kudrjawzewa. Diese sagte danach: “Es ist sehr befriedigend, Maria zu schlagen. Warum? Ich mag ihr Outfit nicht. Lassen Sie es mich mal so ausdrücken.“

dpa

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