Verkehrsregeln

Hätten Sie es gewusst? Die häufigsten Denkfehler im Straßenverkehr

Nicht alle Verkehrsregeln sind so klar, wie sie scheinen. Was gilt beispielsweise vor der eigenen Einfahrt oder auf einem Supermarkt-Parkplatz? Diese Denkfehler passieren vielen Autofahrern.

  • Die meisten Menschen glauben, dass sie die Verkehrsregeln sicher beherrschen.
  • Doch es gibt einige Fehler bei den Regeln im Straßenverkehr, die auch die erfahrensten Autofahrer machen.
  • Wissen sie, ob ihr vor der Einfahrt geparkte Auto sicher vor Strafzetteln ist?

Frankfurt - Spätestens nach der bestandenen Führerscheinprüfung gehen die meisten Menschen davon aus, die Verkehrsregeln sicher zu beherrschen. Und warum auch nicht? Schließlich hat man ja allein für die Theorieprüfung stundenlang Fragebögen gebüffelt. Doch so klar, wie sie scheinen, sind die meisten Verkehrsregeln gar nicht. Um sie drehen sich auch bei den besten Autofahrern viele Irrtümer. Wir haben die häufigsten Denkfehler rund um Auto und Verkehrsregeln für Sie zusammengefasst.

Verkehrsregeln: Darf ich umsonst parken, wenn der Parkscheinautomat defekt ist?

Viele Autofahrer ärgern sich oft über hohe Parkgebühren. Ein defekter Parkscheinautomat wird dann oft als absoluter Glücksfall angesehen. Doch Vorsicht, auch dieser Sonderfall ist in der Straßenverkehrsordnung (StVO) geregelt. Wer sich nicht daran hält, muss unter Umständen mehr zahlen, als er für möglich gehalten hat.

Paragraf 13 der StVO legt eindeutig fest, dass man bei einem defekten Parkautomat sein Auto nur so lange ohne Parkschein abstellen darf, wie es die Höchstparkdauer erlaubt. Hierfür muss zwingend eine Parkscheibe verwendet werden. Parkt man allerdings länger, als es die Höchstparkdauer zulässt, winken empfindliche Strafen.

Häufige Fehler im Straßenverkehr: Darf man immer vor der eigenen Einfahrt parken?

Ein häufiger Fehler in Sachen Parken ist der Irrglaube, dass jeder sein Auto vor seiner eigenen Zufahrt parken darf. Das ist nicht der Fall. Laut Straßenverkehrsordnung (§12 StVO) darf auch ein Grundstückseigentümer nicht vor seiner Einfahrt parken, wenn der Bordstein dort abgesenkt ist. Denn ein abgesenkter Bordstein dient dem Schutz von Rollstuhlfahrern und Fußgängern und darf nicht blockiert werden.

In der Praxis wird dieses Thema heiß diskutiert und auch Gerichte sind sich nicht immer einig. Denn Kritiker weisen darauf hin, dass zuständige Behörden von der Verfolgung absehen sollten, wenn es in der Straße genug abgesenkte Bordsteine oder andere Möglichkeiten gibt, die Straße sicher zu überqueren. Oftmals ist es eine Einzelfallentscheidung der Behörde, ob sie das Parken des eigenen Autos vor dem eigenen Grundstück ahndet oder nicht, berichtet das Portal „Bussgeldkatalog.org“. Handelt es sich um eine Feuerwehrzufahrt, dann ist das Parken vor der eigenen Zufahrt natürlich grundsätzlich verboten.

Irrtümer und Fehler: Was gilt auf dem Supermarkt-Parkplatz – Wirklich rechts vor links?

Immer wieder finden sich auf den Parkplätzen von Supermärkten Schilder wie etwa „Hier gilt die Straßenverkehrsordnung (StVO)“. Und immer wieder nehmen Autofahrer das dann auch an. Dass es sich hier um einen Fehler handelt, wird leider häufig erst hinterher klar. Wie das Portal „auto-motor-sport“ berichtet, gilt auf Supermarkt-Parkplätzen die StVO nicht, da es sich bei den Parkplätzen nicht um öffentliche Straßen handelt.

So gilt entgegen der häufigen Annahme nicht die goldene Rechts-vor-links-Regel. Bei einem Unfall haben, nach Angaben des Portals, alle Beteiligten mit einer Teilschuld zu rechnen. Hier spielt die Geschwindigkeit eine Rolle, nicht aber, aus welcher Fahrtrichtung ein Autofahrer kam.

Fehler im Straßenverkehr: Wer auf ein Auto auffährt, hat nicht automatisch Schuld

Wer auffährt, der hat Schuld. Diese Floskel hört man in Zusammenhang mit Unfällen häufig. Im Normalfall mag diese Faustregel für den Verkehr durchaus gelten. Denn oft geschieht ein Unfall ja gerade deshalb, weil der Hintermann zu schnell unterwegs war oder mit seinem Auto zu wenig Abstand eingehalten hat. Es gibt allerdings auch Situationen, in denen die alleinige Schuld nicht den Autofahrer trifft, der aufgefahren ist.

„Irgendwann mal gelernt“: Nicht immer sind die Verkehrsregeln so klar wie sie scheinen. Diese häufigen Denk-Fehler macht (fast) jeder.

Beispielsweise muss geklärt werden, ob der Vorausfahrende plötzlich mit seinem Auto eine Vollbremsung hingelegt hat. Dann kann auch er am Unfall schuld sein, berichtet das Portal „Bussgeld-Info.de“. Das Portal nennt auch Beispiele, wann eine solche Vollbremsung gerechtfertigt sein könnte und wann nicht. Legt ein Autofahrer wegen eines kleinen Tieres eine Vollbremsung hin, kann ihm eine Teilschuld zugesprochen werden. Wenn der Vorausfahrende aber wegen eines großen Tieres bremst, könnte eine Gefahrenbremsung angemessen sein. Denn bei einem Zusammenstoß mit einem großen Tier sind schwerwiegende Folgen für den Autofahrer und weitere Insassen möglich. (Sophia Lother)

Änderungen für Autofahrer ab 2021: Autofahrer und Führerscheinprüflinge müssen sich auf einige Änderungen einstellen, etwa bei der Haftpflichtversicherung für Autos oder der Kfz-Steuer.

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