Unwetter am Wochenende

Erneut droht Starkregen: Wie man sich vorbereiten kann

Die nächsten Unwetter nahen. Fachleute, auch vom DWD, warnen vor Starkregen am Wochenende. Diese Vorbereitungen kann man treffen - ein Überblick.

Frankfurt - Starkregen, Hochwasser, Überschwemmungen, davon haben die Menschen in Deutschland wahrlich genug. Nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen* sowie schweren Überschwemmungen in Sachsen und Bayern ist der Geduldsfaden vieler Menschen vergleichsweise kurz.

Wenn es jedoch um gemäßigten Starkregen geht, kann man Vorkehrungen treffen. Viele Vorbereitungen lassen sich schnell und einfach umsetzen, für andere muss man längerfristiger planen.

Auf Unwetter reagieren: Diese Vorbereitungen gegen Starkregen kann man treffen

Am Wochenende (24.07. und 25.07.2021) soll das Wetter in Deutschland* stellenweise ungemütlich werden. Grund ist das Tief Dirk, erklärt der Deutsche Wetterdienst (DWD). Es drohen schwere Gewitter und vereinzelt erneut Überschwemmungen durch Starkregen.

Wie man sich auf den Starkregen vorbereitet, kann unterschiedlich aussehen. Langfristige Vorkehrungen sind teilweise vorgeschrieben (z.B. der Einbau von Rückstauklappen) und meist mit gewissen Kosten verbunden (z.B. das Einkaufen von Sandsäcken). Kurzfristige Vorbereitungen kann man auch kurz vor einer Unwetterlage treffen, wie etwa die Abschaltung des Stroms.

Langfristige VorbereitungKurzfristige Vorbereitung
Elektronische Geräte sicher platzierenAbschaltung Strom (Sicherungen)
Einbau/Wartung RückstauklappenKontrolle Rückstauklappen
Wegräumen problematischer StoffeKontrolle von Keller und Co.
Sandsäcke und Co. besorgenHausabsicherung innen/außen
Notfallgepäck packenNotfallgepäck griffbereit haben

Unwetter mit Starkregen in Deutschland: Strom abschalten - Leben retten

Allein die Abschaltung des Stroms kann Menschenleben retten. Dabei reicht es in den meisten Fällen nicht aus, sich auf Sicherungen zu verlassen. Diese können durch ihre Berührung mit Wasser ihre Wirksamkeit verlieren, erklärt die Initiative Elektro+, ein Zusammenschluss der Elektrobranche.

Ohne abgeschalteten Strom sind auch bei Überschwemmungen keine schnellen Reaktionen möglich, weil Strom und Wasser eine tödliche Kombination abgeben.

Rückstauklappen gegen zu viel Wasser bei Starkregen und Überschwemmungen

Eine andere Möglichkeit sich zu schützen, sind sogenannte Rückstauklappen. Während sie in einigen Gebieten vorgeschrieben sind, können sie im Falle von Starkregen überall nützlich sein. Dann geht es nämlich weniger um übertretende Flüsse oder ähnliches, sondern um die Wassermengen in der Straßenkanalisation.

Ein zu viel an Wasser kann sich durch die Abflüsse ins Haus drücken. Eine Rückstauklappe verschließt das Rohr und soll das Wasser abblocken. Wichtig: Fachleute warnen frühzeitig vor gefährlichen Wetterphänomenen, unter anderem über Apps und Internetportale.

Ob eine Rückstauklappe funktioniert, sollte also spätestens nach einer Wetterwarnung kontrolliert werden. Dazu rät das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Der Einbau, beziehungsweise die Nachrüstung einer Rückstauklappe ist in vielen Fällen möglich.

Bevor der Starkregen kommt: Gefahrenquellen im Haushalt kennen und beseitigen

Gegenstände, Geräte oder Stoffe mit Gefahrenpotenzial sollte man ebenfalls spätestens nach einer Wetterwarnung sicher verstauen. Der Öltank muss zum Beispiel vor Auftrieb beschützt werden und Elektrogeräte sollten erhöht stehen. Letzteres minimiert die Chance, dass gleich das ganze gerät hinüber ist oder zur Gefahrenquelle wird.

Das BKK weist darauf hin, dass neben Öl auch Farbe ein großes Problem sein kann. Gelangt diese durch Starkregen und Überschwemmungen ins Wasser, muss die Feuerwehr anrücken und den Stoff beseitigen.

Deutschland: So kann man das Haus von außen gegen Starkregen sichern

Nach der Katastrophe in der Eifel sicherte Angela Merkel Soforthilfen* zu. Diese sind auch dringend nötig, denn Vorbereitungen halfen bei der Wetterlage in der vergangenen Woche nur wenig. Sind die Regenfälle gemäßigter, kann man jedoch etwas tun.

Hat man das Haus also mit den oben genannten Maßnahmen von innen sicherer gemacht, gibt es noch die Option Sandsäcke, Schalbretter und wasserfeste Sperrholzplatten sowie Silikon zum Abdichten zu nutzen. Das kann man sowohl von innen als auch von außen tun.

Unwetter mit Hochwasser in Bayern: Sandsäcke können Hauseingänge schützen und die Wassermassen stoppen. (Archivbild)

Der Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau, Prof. Norbert Gebbeken, empfiehlt mobile Schutzwände, da diese schnell vor die verschiedenen Eingänge eines Hauses gesetzt werden können.

Unwetter: Wichtige Dokumente vor Starkregen und Überschwemmungen sichern

Neben der Befestigung des Hauses ist auch die eigene Absicherung relevant. Dazu sollte man die wichtigsten Dokumente immer griffbereit haben. Hierbei hilft ein Notfallgepäck. Dieses kann langfristig oder kurzfristig gepackt werden.

Zu den Dokumenten im Notfallgepäck sollte Folgendes gehören:

  • Offizielle Dokumente wie Impfpass, Geburtsurkunde, Personalausweis und Co.
  • Eine Liste aller Gegenstände von Wert (wegen Versicherungsmeldung möglicher Schäden* und Einbruchs)
  • Fotos, die Zustand und Einrichtung des Gebäudes bezeugen (auch Einkaufsbelege)

Während manche Dokumente in einem Online-Cloudservice gespeichert werden können, ist das bei offiziellen Dokumenten und Urkunden eher schwierig. Hier bietet sich das Verstauen in einer wasserfesten Hülle an. Diese Hülle kann zusammen mit Wechselkleidung, Toilettenartikeln und Co. in eine Notfalltasche gepackt werden.

Diese sollte in der Nähe des Haus- oder Wohnungseingangs stehen. So ist sie bei einem schnellen Verlassen des Hauses griffbereit. Ebenfalls hilfreich können folgende Gegenstände sein: Campingkocher, netzunabhängiges Radio, Taschenlampen mit Reservebatterien und ein leerer Wasserkanister. (jey/dpa) *Fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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