Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit durch Vorzeigeprojekt gekrönt

1400 Quadratmeter PV-Anlage montiert: Christian-Rauch-Schule setzt auf Sonnenstrom

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Die Christian-Rauch-Schule setzt als „grüne Schule“ auf Solarstrom. Auf den Dächern we rden Solarpaneele mit einer Gesamtleistung von 250 Kilowatt peak installiert. Von links Lehrer Patrique Fischer, Initiator Werner Sostmann, Elternvertreter Wolfgang Fromm, Volker Klös vom Verein Sonneninitiative und Schulleiter Markus Wagner.  

Bad Arolsen. Die Christian-Rauch-Schule schickt sich an, das erste Solarkraftwerk mit eigener Schule im Landkreis zu werden. Bis zu vier Baufirmen waren während der Herbstferien gleichzeitig im Einsatz, um die Schuldächer mit Südausrichtung mit Solarpaneelen zu bestücken.

Die fertige Solaranlage wird eine Maximalleistung von 250 Kilowatt peak haben und damit rein rechnerisch 77 Privathaushalte mit Sonnenstrom versorgen können.

Tatsächlich aber soll ein Großteil des produzierten Solarstroms von der Schule selber verbraucht werden. Außerdem werden zunächst zwei, später bei bedarf auch mehr Stromtankstellen für Elektroautos auf dem Lehrerparkplatz entstehen.

Schulleiter Markus Wagner lobte den Einsatz der schulinternen Projektgruppe mit Werner Sostmann an der Spitze und würdigte die Kooperationsbereitschaft der Kreisverwaltung bis hinaus zum Landrat.

So könne sich die Christian-Rauch-Schule als „grüne Schule“ und Pilotprojekt für weitere Schulen im Landkreis entwickeln. Man habe lange über alle Details nachgedacht. Schon die Suche nach der passender Rechtsform sei sehr schwierig gewesen. Gerne wolle man jetzt alle gesammelten Erfahrungen an andere weitergeben.

CRS sieht sich als Pilotprojekt und will gerne alle Erfahrungen an andere weitergeben

Dazu gehört auch das Geheimnis, wie man ohne eigenes Geld und ohne praktische Erfahrungen ein solches Vorhaben realisiere und am Ende profitierten alle: Die Investoren aus der Region, die ihr Geld quasi als Crowd-Funding-Projekt beisteuerten und jetzt mit einer Rendite von drei Prozent rechnen können, aber auch der Landkreis, der die Dachflächen verpachtete und seine Schulen künftig mit günstigem Eigenstrom versorgen könne und schließlich auch die Umwelt, denn der Betrieb der Anlage bedeutete eine jährliche CO2-Einsparung von 170 Tonnen. Und in diese Zahl seien die aufgeladenen E-Autos noch gar nicht einbezogen.

Wenn am heutigen Montag die Projektwoche zum Thema Nachhaltigkeit beginne, dann würden sich die Schüler in vielen unterschiedlichen Disziplinen damit beschäftigen, wie der Lebensraum Erde erhalten bleiben könne. Die umweltfreundliche Stromerzeugung mit Sonnenkraft sei nur ein Aspekt.

Insgesamt gehe es künftig darum, wie die Zukunft im Zeitalter nach der Kohle gestaltet werde. Schulintern wolle man sich um mehr Energieeffizienz bemühen und den Energieverbrauch der Gebäude reduzieren.

Solarkonzept durchgerechnet

Zur sicheren Montage der 1400 Quadratmeter Solarpanelen auf den Schuldächern mussten am Schulgebäude Gerüste aufgebaut werden. Bagger gruben Kabelschächte, um den Strom zum Verteilerkasten des Verbandselektrizitätswerk zu verlegen. All das organisiert der Verein Sonneninitiative aus Marburg. 

Die Experten dort rechnen mit einer Lebensdauer der Anlage von 30 bis 40 Jahren und einer Jahresernte von 230.000 Kilowattstunden. Die Gesamtkosten werden mit 250.000 Euro angegeben. Der jährliche Stromertrag wird mit rund 20.000 Euro kalkuliert. Der Verein Sonneninitiative versichert, es seien nur qualitiativ hochwertige komponenten verbaut, kristalline Siliziummodule und großzügig dimensionierte Wechselrichter. 

Abschluss der Projektwoche in form einer E-Mobilitätsmesse

Das Konzept funktioniere schon bei 250 anderen Bürgersolarprojekten. Am Freitag, 18. Oktober, soll die neue Photovoltaikanlage auf dem Dach der Christian-Rauch-Schule in Anwesenheit des Landrats in Betrieb genommen werden. Am gleichen Tag wird auf dem Westhof der Christian-Rauch-Schule eine große E-Mobilitätsmesse ausgerichtet. Hier werden Elektroautos von Renault über Kia, BMW bis hin zum Mercedes EQC400 präsentiert, aber auch Zweiräder vom E-Bike bis zum E-Roller in unterschiedlichen Ausführungen. 

Auch über Steuerungsmöglichkeiten und Speicher für zeitgemäßes Energiemanagement im Haus werden Experten Informationen anbieten. Unterdessen wird darüber nachgedacht, welche Schule als nächstes Solarstrom produzieren könnte: D

ie benachbarten Beruflichen Schulen verfügen ebenfalls über große Dachflächen. Und wenn auch die Kaulbach-Schule Solarablagen montieren dürfte, dann könnte ein solches Solarkraftwerk im Arolser Schulzentrum schon zur Megawatt-Anlage werden.

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