Wohl der Kinder im Blick

40 Jahre Behindertenpädagogik am Bathildisheim mitgeprägt

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Hochachtung vor frühem Wegbereiter: Eberhard Eckhardt wird nach 40 Jahren an der Karl-Preising-Schule verabschiedet. Die von Eckhardt gestalteten poppigen Bilder zeigen den Namensgeber der Schule, der sehr früh sehr moderne Ideen verwirklichte. 

Bad Arolsen-Helsen. Als er vor 40 Jahren als Junglehrer an die Schule des Bathildisheims versetzt wurde, hatte er eigentlich nur ein Ziel: So schnell wie möglich zurück in seine Heimat nach Rotenburg an der Fulda.

Doch schon nach einem halben Jahr stand für Eberhard Eckhardt fest: Der Umgang mit Kinder mit Beeinträchtigungen ist genau die richtige Aufgabe für ihn.

Nach drei Jahren als Lehrer Politik, Geschichte und Religion ging er 1982 noch einmal für zwei Jahre an die Uni Tübingen und sattelte auf sein Lehramtsstudium der Sekundarstufen I und II auch noch ein Studium der Köperbehinderten- und Verhaltensgestörten-Pädagogik drauf und kam 1984 zurück nach Helsen.

1993 wurde Eckhardt Konrektor und 2006 Leiter der inzwischen nach Pastor Karl Preising benannten Schule.

Am Montag wird der inzwischen 65-jährige Schulleiter nach 40 Jahren im Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet. – Zwei künstlerisch verfremdete Preising-Portraits blicken auf Eckhardts Schulleiter-Schreibtisch. Was Preising wohl davon halten würde, wie sich die Behinderten-Pädagogik unter dem Einfluss seiner Nachfolger verändert hat?

„Ich bin mir sicher, Pastor Preising wäre stolz auf das, was hier am Bathildisheim geleistet wird“, erklärt Eckhardt. Preising sei zwar ein konservativer Waldecker gewesen, hätte jedoch für seine Zeit extrem fortschrittlich gedacht.

Heute werden in der Karl-Preising-Schule 487 Schüler jeden Alters und mit den unterschiedlichsten Beeinträchtigungen unterrichtet. Von der Grundstufe über die Hauptstufe und neuerdings sogar bis zum gymnasialen Unterricht sei ein ganz breites Spektrum vertreten.

Das pädagogische Ziel der Inklusion, also der gemeinsame Unterricht für Schüler mit und ohne Beeinträchtigungen, werde in mehreren unterschiedlichen Kooperationsprojekten mit der Schule in Rosenthal, der Kaulbach-Schule, der Schule Neuer Garten und neuerdings zusammen mit der Schön-Klinik so gut verwirklicht, dass das Bathildisheim-Konzept hessenweit als beispielhaft gelte.

Wer Eckhardt über seine Arbeit reden hört spürt: Hier sitzt jemand, der Freude hat, Schüler für ein selbstbestimmten Leben nach der Schule vorzubereiten. 

Jeder ehemalige „Rabauke“, der die Außenstelle für Schüler mit sozial-emotionalen Störungen in der Hagenstraße mit einem Abschluss verlässt und eine Ausbildung beginnt, ist ein Erfolg, über den auch Eckhardt sich aufrichtig freut. Der Bedarf sei an Schulplätzen sei nach wie vor groß. 

Die Außenstelle Hagenstraße platze aus allen Nähten. Auch über eine Erweiterung in Helsen sei geplant.

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