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Abiturfeier der Christian-Rauch-Schule endlich wieder mit viel Musik

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Von: Elmar Schulten

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Integrationspreis für Mohammad Polat Rostom, der mit 13 Jahren aus Aleppo nach Arolsen kam und jetzt das Abitur schaffte. Ihm gratulieren Lions-Präsident Armin Schwarz (links) und Bernd Radeck (rechts).
Integrationspreis für Mohammad Polat Rostom, der mit 13 Jahren aus Aleppo nach Arolsen kam und jetzt das Abitur mit der Durchschnittsnote 2,5 schaffte. Ihm gratulieren Lions-Präsident Armin Schwarz (links) und Bernd Radeck (rechts). Im Hintergrund Schulleiter Markus Wagener. © Elmar Schulten

Mit einer stimmungsvollen Feier in der Stadthalle Mengeringhausen hat die Christian-Rauch-Schule am Sonnabend ihre Abiturienten verabschiedet.

Bad Arolsen - Von einem ganz besonderen Jahrgang, der sich nicht nur durch 35 Einser-Abis bei 91 Absolventen auszeichne, sprach Schulleiter Markus Wagener. Es sei auch der erste Jahrgang, der nach Abschaffung von G8 wieder die Abiturprüfung nach neun Schuljahren auf dem Gymnasium abgelegt habe. Vor allem aber sei es der Jahrgang, der die vielfältigen Herausforderungen der Pandemie habe meistern müssen.

In Anspielung auf das WLZ-Interview mit den Jahrgangsbesten stellte Wagener aber fest, dass er nicht den Eindruck gehabt habe, als habe der Jahrgang weniger Zeit zum Feiern gehabt. Bestätigen könne er aber die Aussage der Schülerinnen, dass der Distanzunterricht allen viel Selbstdisziplin abverlangt habe. Und es sei schön gewesen zu lesen, dass die Lehrer die digitalen Herausforderungen „gerockt“ hätten.

Für alle Herausforderungen gut gewappnet

Nachdenklich fragte der Schulleiter, in welche Welt die Abiturienten des Jahrgangs 2022 entlassen würden. Die Pandemie und der Krieg in der Ukraine hätten deutlich gemacht, dass nichts selbstverständlich sei, auch nicht der Frieden in Europa. Und dann stehe die größte Herausforderung noch bevor, nämlich der menschengemachte Klimawandel.

Zuversichtlich stellte Wagener aber fest: „Ihr seid für all diese Herausforderungen gut gewappnet. Setzt eure Fähigkeiten und euer erworbenes Wissen für uns alle ein.“

Von der Kreidetafel zum Tablet-Computer

Die hessische Digitalministerin Dr. Kristina Sinemus sprach als ehemalige CRS-Absolventin zu den Schülern und erinnerte an ihre Abiturprüfung vor 40 Jahren: Sie selber stamme noch aus der Kreidezeit, in der die Lehrer wundervolle Tafelbilder mit Kreide geschaffen hätten.

Der jetzige Abiturjahrgang habe mit seinem durch das Corona-Virus erzwungenen, schnellen Einstieg in den digitalen Distanzunterricht die Welt ein kleines Stück mitgestaltet. In diesem Sinne wünschte sie den Schülern Lust auf und Mut zur Veränderung: „Wir brauchen euch. Ihr seid ein Teil unserer Zukunftsgestaltung.“

Ansprachen von Schülern und Lehrern

Einen humorvollen Rückblick auf die vergangenen neun Schuljahre hielten Noah Sebastian Carl und Jana Engelhardt in ihrer Schülerrede. Dabei gingen sie auch auf das Motto des Abiturjahrgangs ein: „Abilymp - Wir kamen selten, sahen wenig und siegten trotzdem.“

Die Schülerrede hielten Noah Sebastian Carl und Jana Engelhardt.
Die Schülerrede hielten Noah Sebastian Carl und Jana Engelhardt. © Elmar Schulten

Im Namen des Lehrerkollegiums philosophierte der Mathematik- und Religionslehrer Ralph Pohle über die Euler-Gleichung, in der Aspekte von Unendlichkeit und Komplexität zusammenfließen. So kam er zu der Erkenntnis, dass auch Bestnoten nicht vor Fehlentscheidungen schützen. Deshalb wünschte er den Abiturienten viel Erfolg und Gottes Segen und dass beides Richtung plus unendlich laufen möge.

Man sieht sich beim Viehmarkt!

Bürgermeister Marko Lambion stellte fest, dass die Abiturzeugnisse hart erarbeitet wurden. Damit könne nun die „Reise durch das Leben mit unbeschwerten Schritten“ angetreten werden. Lambion: „Nutzen Sie Ihre Chancen, aber kappen Sie niemals die Wurzeln zu Ihrer Heimat. Ich würde mich freuen, wenn man sich wenigstens zum Viehmarkt regelmäßig wiedersieht.“

Pfarrer Gerhard Lueg verglich den Weg zum Abitur mit dem Bezwingen eines Berges. Oben angekommen dürfe man sich freuen, müsse aber auch wieder runter in die Täler, denn auf der Bergspitze könne niemand leben.

Premiere für Jugendsinfonieorchester

Im Namen des Elternbeirats gratulierte Axel Krebs. Er machte angesichts der vielen schlechten Nachrichten Mut, als er daran erinnerte, dass die Jugendlichen geboren wurden, als alle Angst davor hatten, dass zur Jahrtausendwende die Computer ausfallen würden. Auch die Euro-Einführung, die Griechenland-Krise und die Pandemie hätten gezeigt: „Es geht immer irgendwie weiter.“

Musikalisch umrahmt wurde die CRS-Abschlussfeier durch das Jugendsinfonieorchester unter seiner neuen Leiterin Lisa Siegel. Die Schüler spielten markante Stücke aus Aida, den Marsch aus Wagners Tannhäuser und das Capriccio Espagnol von Rimsky-Korsakoff.

Besondere Leistungen gewürdigt

Im Rahmen der Abiturfeier würdigte Detlef Lamm vom Rotary-Club Korbach-Bad Arolsen Johanna Gleumes aus Mühlhausen und Johanna Fortak aus Gembeck für deren vielfältiges soziales Engagement, das vom aktiven Mitwirken bei der Feuerwehr über die Jugendarbeit bei der Handball-Spielgemeinschaft Twistetal bis zur Mitarbeit bei der Kindertrauergruppe „Pfützenhüpfer“ der Caritas in Bad Arolsen reicht.

Der Rotary-Club würdigte das vielfältige soziale Engagement von Johanna Gleumes und Johanna Fortak. Von links Schulleiter Markus Wagener, Johanna Fortak, Johanna Gleumes, Detlef Lamm vom Rotary-Club.
Der Rotary-Club würdigte das vielfältige soziale Engagement von Johanna Gleumes und Johanna Fortak. Von links Schulleiter Markus Wagener, Johanna Fortak, Johanna Gleumes, Detlef Lamm vom Rotary-Club. © Elmar Schulten

Der Lions-Club Bad Arolsen würdigte die besondere Leitung von Mohammad Polat Rostom mit einem Integrationspreis. Der junge Mann war mit 13 Jahren aus Aleppo in Syrien nach Arolsen gekommen, hatte in einer Willkommens-Klasse Deutsch gelernt, um dann ab der achten Klasse am Regelunterricht der CRS teilnehmen zu können. Mit Fleiß und Beharrlichkeit habe er sein Abitur mit dem Durchschnitt 2,5 geschafft, schwärmte Lions-Präsident Armin Schwarz (MdB).

Sehr gut in Musik, Mathe, Physik und Chemie

Weitere Ehrungen hatte die Schule für die Jahrgangsbesten Jana Engelhardt, Johanna Gleumes, Marike Vering und Eva Wetekam vorbereitet. Für ihr Engagement in den Musikensembles der Schule wurden Johanna Gleumes, Evelyn Cronin, Johanna Fortak, Laura Steinbock, Jana Engelhardt und Eva Wetekam ausgezeichnet.

Gruppenfoto auf dermSportplatz vor der Stadthalle: Die Abiturienten der Christian-Rauch-Schule stellen sich den zahlreichen Fotografen.
Gruppenfoto auf dem Sportplatz vor der Stadthalle: Die Abiturienten der Christian-Rauch-Schule stellen sich den zahlreichen Fotografen. © Elmar Schulten

Jonas Tjorven Spratte wurde von der Deutschen Mathematiker Vereinigung und der Physikalischen Gesellschaft ausgezeichnet.
Erwin Diner und Marike Vering wurden von der Gesellschaft Deutscher Chemiker gewürdigt.

Für sehr gute Leistungen im Fach Religion wurden Vivien Gejer (katholisch) und Sina Bauer (evangelisch) ausgezeichnet.
Ronja Thamm wurde für ihr Engagement im Bereich der „digitalen Helden“ gewürdigt. (Elmar Schulten)

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