Schulleiter Wagener: "Schüler haben monatelang auf diesen Moment hingearbeitet"

Abiturprüfungen an desinfizierten Tischen: Christian-Rauch-Schule gut vorbereitet 

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An der Christian-Rauch-Schule beginnen die Abiturprüfungen im Zeichen der Corona-Krise. Extra viel Abstand zwischen den Prüflingen ist angesagt.  

An der Christian-Rauch-Schule haben am Donnerstagmorgen wie an allen hessischen Gymnasien die landesweiten Abiturprüfungen im Fach Englisch begonnen.

Bad Arolsen. Die letzte Woche ihrer Prüfungsvorbereitungen mussten die Schüler alleine zu Hause organisieren, weil ihnen aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus das Betreten der Schulen untersagt war.

Auch am Morgen der Prüfung waren die Schultüren zunächst verschlossen. Die Schüler trafen sich - mit gebührendem Abstand - auf dem Schulhof und wurden erst um 8.40 Uhr vom stellvertretenden Schulleiter Andreas Drechsel begrüßt und zum Betreten des Gebäudes aufgefordert.

Abstand halten, Platz nehmen an desinfizierten Tischen

Drechsel hatte zunächst darauf hingewiesen, dass all diejenigen, die sich krank fühlen oder Kontakt zu jemandem hatten, der positiv auf das Virus getestet wurde,  die Schule nicht betreten dürften. Außerdem sei beim Eintreten ein möglichst großer Abstand zum Vordermann einzuhalten.

Die Schüler trafen sich - mit gebührendem Abstand - auf dem Schulhof und wurden erst um 8.40 Uhr vom stellvertretenden Schulleiter Andreas Drechsel begrüßt und zum Betreten des Gebäudes aufgefordert.

Auch in den drei eigens vorbereiteten Prüfungsräumen wurden die Abstandsregeln eingehalten. Die Tische für die Prüfling standen noch weiter auseinander als ohnehin bei Prüfungen üblich.

Die Schulleitung hat dafür gesorgt, dass die Räume regelmäßig gelüftet werden. vor und nach jedem Prüfungstag werden die Tische desinfiziert.

Online-Ppetition gegen Abiturprüfungen

An den Abiturprüfungen der Christian-Rauch-Schule nehmen in den kommenden Tagen 78 Schüler des letzten G-8-Jahrgangs teil. Mit anderen Worten: im kommenden Jahr wird es an der Christian-Rauch-Schule keinen Abiturjahrgang geben, weil erst in 2022 der erste G-9-Jahrgang die Jahrgangsstufe 13 erreicht haben wird.

Sonderregelungen werden für all diejenigen gefunden werden müssen, die aus im aktuellen Jahrgang aus den unterschiedlichsten Gründen, sei es Krankheit, sei es fehlende Punktzahl, die Prüfung nicht bestehen.

Unterdessen haben Kritiker der aktuellen Abiturprüfung eine Online-Petition gestartet, mit dem Ziel die Landesregierung zum Abbruch des  Landesabiturs zu bewegen. Viele Schüler seinen wegen der Corona-Krise besorgt und hätten auch durch die Schulschließung zu wenig Vorbereitungszeit gehabt, heißt es in der Online-Petition.

Abgewogene und gut begründete Entscheidung

Ein solcher Schritt würde jedoch erhebliche Folgen nach sich ziehen. Schließlich hängen von den Abschlussprüfungen an allen Schulen die weiteren Planungen eines ganzen Abschlussjahrgangs ab. Studienbeginne und der Einstieg ins Berufsleben bauen darauf, dass die Prüfungen wie geplant stattfinden.

Die Landesregierung hat daher am Tag vor Prüfungsbeginn ausdrücklich entschieden, die Prüfungen stattfinden zu lassen.

Noch bevor die Schule geschlossen wurde, hatten Freunde und Geschwister Motivationsplakate für die Prüflinge im Treppenhaus aufgehängt.

„Das ist auch richtig so“, kommentiert Schulleiter Wagener: „Die Schüler haben monatelang auf diesen Tag hingearbeitet und wollen nun auch geprüft werden. Bayern habe das Abitur verschoben, weil die Prüfungen dort erst nach den Osterferien angesetzt waren. In Hessen habe von Anfang an - auch wegen der früheren Sommerferientermine - ein  anderer Zeitplan gegolten.

Erfahrungen mit dem Home Schooling sammeln

CRS-Schulleiter Markus Wagener hat aber auch die jüngeren Schüler im Blick, die sich angesichts der angeordneten Schulschließungen zu Hause ihren Lernstoff erarbeiten und Hausaufgaben erledigen. Wagener: „Wir machen mit der Lernplattform ‘moodle’ gute Erfahrungen.“

Für die Lehrer sei sogar die Lernkontrolle noch einfacher: „Man sieht genau, wer sich die Aufgaben auf seinen Rechner geladen hat und wer wie schnell geantwortet hat. Das spielt in der aktuellen Situation natürlich nur eine untergeordnete Rolle. Beim so genannten Home Schooling müssen alle erst noch Maß und Mitte finden.“

Noch bevor die Schule geschlossen wurde, hatten Freunde und Geschwister Motivationsplakate für die Prüflinge im Treppenhaus aufgehängt. Foto: Elmar Schulten

Und was machen die Lehrer in der unerwartet angeordneten Zwangspause? Für den Schulleiter gebe es eine Menge Dinge, die im laufenden Betrieb nicht immer gleich erledigt werden könnten, verrät Wagener. Die meisten seiner Kollegen nutzten die Zeit zu Korrekturen von Klausuren und zur Vorbereitung des Online-Lernstoffes.

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