Diskussion in den städtischen Gremien hat begonnen

Aldi-Pläne für Bad Arolsen: Jubel hört sich anders an

+
Der Aldi-Markt in Bad Arolsen, soll durch einen größeren Neubau an der Korbacher Straße ers etzt werden. Über die planungsrechtlichen Voraussetzungen wird aktuell in den Gremien der Stadt diskutiert  

Bad Arolsen. Mit vielen kritischen Fragen haben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt, Planung und Stadtentwicklung am Dienstagabend die Umzugs- und Erweiterungspläne des Aldi-Marktes diskutiert. Eine schnelle Umsetzung scheint jedenfalls nicht in greifbarer Nähe.

Besonders der SPD-Stadtverordnete Reiner Freudenstein meldete Bedenken gegen die beantragte Änderung von Flächennutzungsplan und Bebauungsplan im Bereich Korbacher Straße an. 

Das alte Einzelhandelsgutachten, mit dem die Stadtverordnetenversammlung beim Wegzug des Aldi-Marktes vom Zimmerplatz in die untere Bahnhofstraße den Nachzug des Rewe-Marktes verhindert habe, gelte immer noch. Ziel des Stadtparlamentes sei es damals gewesen, fußläufige Einkaufsmöglichkeiten in der Innenstadt zu erhalten.

Wenn Aldi nun von seinem jetzigen Standort auf das Gelände der Tankstelle Heinemann an der Korbacher Straße verlagern wolle, dann sei das nicht im Sinne der Stadtplanung.

Was spricht für den Umzug des Aldi-Marktes?

Dieser Darstellung widersprach Bauamtsleiter Norbert Schmidt. Das Einzelhandelsgutachten sei mehrfach aktualisiert und fortgeschrieben worden. Das sei auch nun möglich. Allerdings könne die Einzelhandelsstruktur in der Innenstadt nun als gefestigt gelten.

Im Übrigen liege der jetzt diskutierte Standort nur wenige Meter Luftlinie vom jetzigen Aldi-Markt entfernt. Außerdem müsse anerkannt werden, dass das neue Konzept der größeren Aldi-Märkte am jetzigen Standort nicht umgesetzt werden könne. Die Verkaufsfläche solle von derzeit rund 700 Quadratmeter auf demnächst rund 1265 Quadratmeter vergrößert werden.

Das liege vielleicht im Interesse der Firma Aldi, aber nicht unbedingt im Interesse der Stadt, hielt der SPD-Stadtverordnete Freudenstein dagegen: „Großflächigen Einzelhandel würden wir gerne in der Innenstadt sehen, nicht an der Peripherie.“ Außerdem sei zu befürchten, dass am jetzigen Standort wieder eine Halle leerstehe: Das wäre dann der fünfte Aldi-Standort in Arolsen.“

Welche Auswirkungen hätte ein Rückzug von Aldi für Bad Arolsen?

Die unausgesprochene Drohung, Aldi könne der Stadt Bad Arolsen den Rücken kehren, könne ihn nicht beeindrucken. Der Kampf auf dem Lebensmittelmarkt sei zu groß, als dass Aldi diesen Schritt gehen werde. Freudenstein: „Und wenn doch, dann kommt eben ein anderer.“

Dem widersprach der FDP-Stadtverordnete Jürgen Säuberlich: „Eine Stadt wie Bad Arolsen sollte nicht ohne Aldi-Markt sein. Der Markt bringt Kaufkraft in die Stadt. Das kann nur positiv sein.“

Die Grünen-Stadtverordnete Annegret Böhringer erklärte: „Wir Grünen wüssten auch gerne, was aus dem alten Marktgebäude werden soll. Und wie ist das mit den Rückstaus an der Schranken-Ampel? Die werden dann noch länger. Und da verläuft ja auch ein Radweg, der von den Schülern auf dem Weg ins Schulzentrum genutzt wird.“ 

Was sagen die anderen Stadtverordneten zu den Aldi-Plänen?

Anders formulierte es der FDP-Stadtverordnete Jürgen Säuberlich: „Das ist eine sehr interessante verkehrsgünstige Lage für einen Lebensmittelmarkt. Aber was ist mit der Tankstelle? Kommt dann der Neubau an der Umgehungsstraße, den wir längst genehmigt haben?“ Dazu konnte Bauamtsleiter Norbert Schmidt mitteilen: Bei den Planungen für die Tankstelle an der Umgehungsstraße waren ganz andere Namen im Gespräch als jetzt. Der Investor von damals sei verstorben. 

Was die vielen anderen Fragen betreffe, so müssten Gutachten die Antworten liefern. Das betreffe die verkehrlichen Auswirkungen, den Zustand im Boden unter der Tankstelle und die Auswirkungen auf den Einzelhandel in der Stadt. All das könne mit dem Aufstellungsbeschluss in Gang gesetzt werden. Erst am Ende des Planverfahrens müsse beim Satzungsbeschluss entschieden werden, ob die Stadtverordneten diese Veränderungen unterstützen wollten. 

Ihre grundsätzliche Zustimmung signalisierten die drei CDU-Stadtverordneten im Ausschuss. Martin Dietzel regte jedoch an, beim Bau der Parkplätze gleich an Elektrotankstellen und Fahrrad-Stellplätze zu denken. Aus Sicht der Freien Wähler/Offene Liste regte Elmar Kottenstede an, im Bebauungsplan die Verwendung von Solardächern und andere Aspekte des ökologischen Bauens festzuschreiben. Schließlich wurde dem Stadtparlament der erste Planungsschritt von sechs Ausschussmitgliedern empfohlen. Zwei SPD-Stadtverordneten stimmten dagegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare