Greenkeeper vom Twistesee mäht jeden Tag kilometerlange Strecken auf dem Golfplatz

Alles im grünen Bereich

Eckhard Funke ist Greenkeeper auf dem Golfplatz am Twistesee. Viel Zeit verbringt er auf dem Aufsitzmäher.Fotos: Elmar Schulten

Bad Arolsen-Wetterburg. - Er sitzt täglich auf dem Aufsitzmäher, hört förmlich das Gras wachsen und kennt jeden Grashalm mit Vornamen. Eckhard Funke ist Head-Greenkeeper auf dem Golfplatz am Twistesee und weiß bei beinah jedem Wachstumsproblem zwischen Putting-Green und Loch 9 Abhilfe zu schaffen.

„Ohne Dünger geht jedenfalls gar nichts“, sagt Funke jedem, der der ihn um Rat bittet. Viele Gartenbesitzer wollten zwar einen makellosen Rasen, aber gleichzeitig möglichst wenig mähen. „Die meinen dann, dass jedes Düngen zusätzliches Mähen nötig macht. Das muss aber nicht sein. Vor allem sollte man seinen Rasen nicht zu kurz mähen“, sagt der Greenkeeper während er mit beiden Beinen auf dem Green steht.

Die „Grüns“ bezeichnen auf dem Golfplatz die Bereiche unmittelbar um die mit Fahnen markierten Löcher. Ihnen gilt die meiste Pflege mit Mäher, Vertikulator, Aerifikation, Sandstreuer und Walze. Vier Millimeter sind die Halme auf dem Grün hoch. „Wenn alles richtig gemacht wurde, dann rollt der Ball hier wie auf einer Glasplatte.“ - Vier Millimeter! - Und dann meint der Greenkeeper, der durchschnittliche Gartenbesitzer solle seinen Rasen nicht zu kurz mähen!

Das Geheimnis liegt in der Grassorte. Die Pflanzen auf dem Golfplatz sind völlig andere als die im Garten. Agrostis Flechtstraußgras gedeiht auf dem Grün, wo der Untergrund fast nur aus Sand besteht. Weil der Boden hier keine Nährstoffe halten kann, ist hier eine besonders intensive Düngung notwendig: Kali, Phosphor, Mangan, Stickstoff, alles was die Pflanze braucht, nur kein Gift.

„Wenn wir Probleme mit mit Krankheiten oder Pilzen haben, dann hilft es mehr, die Pflanze zu stärken, als Gift einzusetzen“, weiß Funke. Zur Stärkung der Halme trägt auch ein scharfes Messer bei. „Mäher mit stumpfer Klinge rupfen mehr als sie schneiden. Durch diese zerrupften Halme können Krankheiten und Pilze viel leichter eindringen als durch saubere Schnittflächen.“

Abschläge, Fairways, Semi-Roughs und Greens, für jeden dieser Bereiche setzt der Greenkeeper unterschiedliche Mäher ein. Überall gelten unterschiedliche Schnitthöhen und Pflegerichtlinien. Die Profimäher kosten ein halbes Vermögen: Einen guten Handmäher gibt es „schon“ für 10000 Euro, ein Aufsitzmäher leicht über 30000 Euro. An die 1000 Euro gibt der Golfplatzbetreiber jedes Jahr allein für das professionelle Schleifen der Messerspindeln aus. Funke ist überzeugt: „Das hilft dem Gras mehr als so manches Pflanzenschutzmittel.“

Der Kohlgrunder ist ursprünglich gelernter Landwirt. Mit dieser Vorbildung fiel ihm die Umschulung aufs Greenkeeping nicht schwer. Drei Jahre hat die Lehre gedauert. Zu Hause bewirtschaftet er noch 30 Hektar Grünland und Ackerfläche. - „Mehr ein Hobby von mir“, erklärt Funke und bekannt, dass seine Frau für den heimischen Rasen zuständig sei: „Wenn ich den ganzen Tag die Rasenflächen auf dem Golfplatz mähe, dann habe ich zu Hause meist keinen Sinn mehr dafür.“

Jetzt, im Hochsommer wächst das Gras „wie verrückt“. Ständig gibt es für Funke und seine Helfer jede Menge zu tun. Bewässerung ist in diesem Sommer nicht das Problem. Aktuell wünschte sich Funke mehr Sonne und weniger Morgennebel, denn der begünstigt Schimmelbildung. Dagegen helfen gute Düngung, Wind und Sonne.

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