Beim Treckertreff in Wethen gab es am Wochenende eine Menge zu entdecken

Alte Bulldogge hat viele Fans

Beim Treckertreffen präsentierte auch Herbert Drolshagen stolz seinen Massey Ferguson, Baujahr 1954. Auf unserem Bild wird er vom Vorstandsteam des Treckerclubs Wethen umringt.

Diemelstadt-Wethen - Knatternde Oldtimer im Dutzend und WA-Kennzeichen, die noch von der Erstanmeldung stammen: Beim vierten Trecker-Treffen in Wethen schlugen die Herzen aller Schlepperfreunde höher.

Bei den gängigen Traktoren wissen Landwirte und andere Treckerfahrer seit jeher, was sie erwartet. So ist es bis heute geblieben: Trecker sind eben zuverlässliche Gefährte, die sich teils schon kilometerweit mit lautem Knattern oder Tuckern ankündigen und sich beim Näherkommen meist in den Farben Rot, Grün oder Blau präsentieren.

Doch das ist es nicht, was die Traktorenfreunde am meisten fasziniert, ganz egal, ob es sich um Fahrzeuge von Deutz oder Lanz, Massey Ferguson oder gar McCormick handelt. Abseits der Ausstellung geht es nämlich vor allem ums Schrauben und darum, Erfahrungen auszutauschen, wie Marco Berg und David Mantel vom Vorstandsteam des Treckerclubs Wethen erklären. Da trifft es sich gut, dass Vereinsgründer Herbert Drolshagen gelernter Landmaschinenmechaniker und damit Ansprechpartner Nummer eins im Schrauber-Team ist. Erst vor Kurzem haben die Treckerfreunde einen Hanomag der Reihe „Perfekt 300“, David Mantels ersten Schlepper, frisch restauriert. Herbert Drolshagen und Marco Berg bringen es dagegen schon auf jeweils drei Schlepper, die hingebungsvoll gehegt und gepflegt werden. „An einem wird immer geschraubt“, stellt Drolshagen fest. Das sei wie eine Sucht, ergänzt Berg mit Blick auf die knatternden Modelle, die am Wochenende zahlreiche - und zwar zumeist männliche - Besucher ins Wethener Feld zog. Frauen sind eher rar im Verein, aber gern gesehen und „wichtig für die Organisation“, wie die Männer einhellig betonen.

Auch an interessiertem Nachwuchs mangelt es nicht. Während Treckerbesitzer aus dem Waldecker, Warburger und Paderborner Land zum Treffen mit mehr als einhundert Traktoren anrollten, durften sich die Jüngsten an einem Parcours mit Mini-Treckern erproben.

Die Großen demonstrierten derweil, dass auch die betagteren Schlepper durchaus noch für den täglichen Gebrauch geeignet sind. Rasch wurden dazu einige der ausgestellten „Oldies“ angeworfen, um wenig später mit angehängtem Pflug, Wagen oder Walze überraschend flink übers Feld zu knattern.

Stehen bleiben durfte nur einer: der Lanz Bulldog, Jahrgang 1929, der mit Eisenbereifung und viel Patina als ältester „Teilnehmer“ von seinem Besitzer aus dem Raum Paderborn nach Wethen chauffiert worden war. Von Sandra Simshäuser

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