Projektvorschläge zur Dorferneuerung in Volkmarsen

Alte Scheunen und neue Bürger

Volkmarsen - Einen Wunschzettel, der garantiert nicht zu Weihnachten erfüllt wird, stellten die Projektpaten aus den Volkmarser Ortsteilen und der Kernstadt zum Thema Dorferneuerung auf. Hinter allen Bauprojekten steht der Wunsch, junge Menschen in den Orten zu halten oder Neubürger anzulocken.

Schon bei dem Gang zum Dorfgemeinschaftshaus Lütersheim, in dem am Montag die Ideensammlungen vorgestellt wurden, bekamen die Besucher den Handlungsbedarf sozusagen auf Schritt und Tritt zu spüren: Eine dunkle Treppenanlage führt vom Parkplatz in der Ortsmitte hoch zu Kirche und DGH, vor dem gerade für vier, fünf Autos Platz ist. Solche Themen kamen bei den bisher fünf IKEK-Foren zur Sprache, in denen die Verteilung des Betrags von einer Dreiviertelmillion Euro als Fördersumme für öffentliche Vorhaben für die nächsten zehn Dorferneuerungsjahre in der Großgemeinde besprochen werden. Ergebnis ist das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK). „Für viele Bürger dauert es lange“, räumte Dipl.-Ing. Dieter Hennicken von der Arbeitsgruppe Stadt (Kassel) ein, die die Vorbereitungsphase moderiert. Planung brauche aber Zeit. Ortsvorsteher Hartmut Fischer äußerte sich zuversichtlich bei der Vorstellung der Ideen für Lütersheim: „Das Ganze nimmt Gestalt an.“ Beim DGH müssten Fassade, Jugendraum, Küche oder Sitzungszimmer renoviert werden. Das mit dem Schießstand kombinierte Feuerwehrhaus, das auch für Veranstaltungen genutzt wird, braucht eine energetische Sanierung. Der Dorfplatz könnte als Treffpunkt hergerichtet werden. Im ehemaligen Sandbruch könnte neben der Nutzung als Festgelände der Naturschutzaspekt hervorgehoben werden, wenn schon diese Fläche für Ausgleichsmaßnahmen für das Logistikzentrum genutzt werden soll. In Hörle steht das DGH nach Auskunft von Ortsbeiratsmitglied Daniel Tewes oben auf der Liste, hier wäre ein größerer Raum für die auch in diesem kleinen Ort stattfindenden größeren Feste wünschenswert. Die Fassade, der feuchte Keller und die sanitären Anlagen müssten modernisiert werden. Als Mittelpunkt sollte der Höpper-Brunnen ansprechender gestaltet werden, unter anderem mit einem Spielbereich für Kinder. Mehr Sicherheit wäre an der großen Kreuzung wünschenswert. Brücken erneuern Den Ehringern sind die Erneuerung der Brücken über die Erpe, die Anschaffung von stapelbarem Mobiliar für die Erpetalhalle und der Abriss von maroden und das Ortsbild beeinträchtigenden Gebäuden ein wichtiges Anliegen, wie Ortsvorsteher Günter Henkelmann berichtet. Auch nach der Dorferneuerung und dem Stadtumbau-Projekt Nordwaldeckhalle sind nach den Worten von Ortsvorsteher Gerhard Laabs noch Wünsche offen: So sollte hinter DGH und Feuerwehrhaus ein Dorfplatz geschaffen werden, dafür müsste eine marode Scheune abgebrochen werden. Dort ließen sich auch Einstellplätze für Pkw anlegen, die dort Mangelware sind. Die Feuerwehr plant einen eigenen Umkleidebereich. Der bisher genutzte Dorfplatz vor dem zum Verkauf stehenden Pfarrhaus dürfte bald nicht mehr für Feste bereitstehen, schätzt Laabs. Auch in Herbsen steht die Gestaltung des Dorfplatzes vor dem DGH oben, wie Ortsbeiratsmitglied Marianne Hintschich berichtet. Um aber Veranstaltungen dort weiterhin zu ermöglichen, sollte es bei ein paar Sitzgelegenheiten oder der Pflanzung von Bäumen bleiben. Wünschenswert wäre die attraktivere Gestaltung des Sportplatzgeländes mit Grillhütte, die beide seit der Einstellung des Fußballbetriebs wenig genutzt werden. Die Vereine wollten den derzeit beweideten Platz als Festgelände herrichten. Privatprojekte begonnen In der Kernstadt visieren der Heimatverein und der Verein Rückblende, die beide das Haus Dr. Bock nutzen, eine Aufwertung des Gebäudes für Veranstaltungen und eine Gestaltung des Parkes an. Themenbezogene Veranstaltungen, wie etwa kürzlich die Vorführung eines alten Webstuhls durch eine Herbserin (siehe weiteren Bericht) oder Vorträge über jüdisches Leben in der Region sollten ermöglicht werden. Der Kur- und Verkehrsverein möchte das Sauerbrunnen-Gelände als Ziel für Familien aus der Region stärken. Die Projektideen werden von der Steuerungsgruppe „gefiltert“, wie Bürgermeister Hartmut Linnekugel erklärte.Die ersten privaten Dorferneuerungsvorhaben sind schon gelaufen. Hier warb Karlfried Kukuck vom Fachdienst des Kreises für die Dorfentwicklung um die Beteiligung der Bürger. (ah)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare