Bad Arolser Villa in der Großen Allee wird von Grund auf renoviert

Altes Haus erzählt viele Geschichten

- Bad Arolsen (-es-). Das Leben als Dienstbote im Arolsen des 19. Jahrhundert wird kein Zuckerschlecken gewesen sein. Im Haus Große Allee 17 hatte die herrschaftliche Familie Schreiber einen Verschlag unterm Dach für eine Hausangestellte reserviert.

Im Winter wird es hier eisig kalt gewesen sein. Um den Zugwind so gut wie möglich abzuhalten, erhielt die Bewohnerin von ihrer Herrschaft Altpapier, das sie in die Ritzen stopfte. 150 Jahre später fanden die neuen Eigentümer, Sabine und Ulysses Belz, die Papiere und staunten nicht schlecht: Kanzleiaufstellungen aus dem Jahre 1773, eine Vermögensaufstellung von 1802 und so manches mehr. Das hochwertige, hadernhaltige Papier hat sich bis heute erhalten.

Das Ehepaar Belz hat sich vorgenommen, das große Haus Schritt für Schritt zu restaurieren. Die großen Räume im ersten Geschoss dienen dem Maler Ulysses Belz als Atelier.Die hohen Räume in der Villa an der Großen Allee bieten ihm den nötigen Platz für seine Kunst. Und zwischendurch widmet er sich den vielen kleinen und großen Details im Haus.

Fachmännisch restauriert sind die alten Tapeten wahre Schmuckstücke, die hervorragend zu den alten Holzdielen passen, die sich unter abgetretenen Bodenbelägen fanden. Und die Liste der bauhistorischen Details ist noch länger: Kunstvoll gearbeitete Türdrücker aus Holz, Metall und Porzellan gehören ebenso dazu wie die Holzverschläge auf dem Dachboden, die sicher noch mehr Geheimnisse bergen, als nur die als Dämmmaterial verwendeten alten Kanzleipapiere von Amtsschreiber Schreiber.

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