Poetry-Slam in Bad Arolsen mit sechs Nachwuchsdichtern wird zum Hit

Amüsanter Wettstreit mit Worten

Poetry-Slam im BAC-Theater: der Helser „Indiana“ Jonas Meyer mit seinem Kumpel Maximilian Kelle als „Duo Lumpenpack“. Foto: Sandra Simshäuser

Bad Arolsen - Vor restlos ausverkauftem Haus haben sechs Nachwuchsdichter ihren wortreichen Wettstreit beim zweiten Bad Arolser Poetry-Slam ausgetragen.

Verkopfte Worttüfteleien, verträumte Poesie und bemühte Stand-up-Comedy: Bei der „Schlacht der Poesie“ im BAC-Theater war alles vertreten, was sich dem dichterischen Metier in irgendeiner Form verbunden fühlte. Und das bei einem Wettbewerb, bei dem als Hauptpreis eine profane Sektflasche lockte.

Wie schon bei den Minnesängern im Mittelalter geht es beim Poetry-Slam eben hauptsächlich um die schöne Muse - und den Unterhaltungseffekt, wenn die Wortkaskaden teils stakkatoartig den Saal fluten.

Klug und frech

Maximal sechs Minuten lang und selbst geschrieben mussten die Texte sein, mit denen die fünf Teilnehmer und eine Teilnehmerin, fast durchweg Studenten, vor ihr Publikum traten. Das „Anheizen“ übernahmen Moderator Felix Römer mit einem ausgedehnten Applaustraining sowie der Helser Lokalmatador „Indiana“ Jonas Meyer. Letzterer trat zusammen mit Kumpel Maximilian Kelle als „Duo Lumpenpack“ auf, das mit klug getexteten und umwerfend frech vorgetragenen Songs wie seinerzeit die jungen Ärzte aus Berlin für Begeisterung im Saal sorgte.

Die eigentlichen Stars des Abends, die „Poetry-Slammer“, hatten es danach aber keineswegs schwerer. Jeder brachte schließlich seinen eigenen Stil mit, der am Ende Olga aus Zürich, Piet aus Berlin, Jakob aus Wernigerode und Torben aus Göttingen auf die Ziellinie beförderte. Eine Liebeserklärung an die Heimatstadt, die lakonische Schilderung eines Dates, quälendes Sinnieren über die eigene Beeinträchtigung und ein skurril erzähltes Partyerlebnis hatten die Teilnehmer nach vorn gebracht. Dort, nämlich nebeneinander auf der Bühne, blieben sie auch bis Schlussapplaus stehen. Den vom Moderator geforderten „Zehn-Punkte-Applaus für alle“ nahm das Publikum am Ende wörtlich, sodass eigentlich alle Teilnehmer als Sieger hervorgingen. Das gefiel auch den Veranstaltern: Im BAC-Theater, so Vorsitzender Jochen Kentel, soll der Dichterwettstreit künftig ein regelmäßiges Forum erhalten.

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