Twistetal/Kassel

Anklage fordert „lebenslänglich“ wegen versuchten Mordes

- Twistetal/Kassel (-ah-). Lebenslange Freiheitsstrafe fordert die Anklage für Werner B. wegen versuchten Mordes. Er hatte gestanden, dass er seine drei Kinder mit Hammerschlägen habe töten wollen.

Twistetal/Kassel. Mit voller Wucht habe B. gezielt und geplant auf seine zum Tatzeitpunkt im April acht, fünf und drei Jahre jungen, schlafenden Kinder mit dem Hammer nacheinander eingeschlagen. Nicht im Affekt und nicht in einem getrübten Bewusstseinszustand. Die beiden Mädchen und der Junge hätten in Lebensgefahr geschwebt und zum Teil bleibende Schäden davongetragen. B. habe – entgegen seiner Erklärung – nicht vorgehabt, seine Kinder mit in den Tod zu ziehen, ergänzte die Staatsanwältin: „Das ist schlicht falsch.“ Vielmehr habe er aus Hass auf die Ex-Frau und Mutter sowie die „Schwägerschaft“ die Tat begangen und nicht, damit die Kinder nach einem etwaigen Selbstmord nicht vaterlos aufwachsen müssten. Bei einem Selbstmord allein, so die vor Gericht dargelegten Überlegungen des Angeklagten, hätte doch die Mutter die Kinder bekommen. Die Behauptung des Angeklagten sei falsch, dass die Kinder Werner B.s Lebensmittelpunkt gewesen wären oder B. von Verlustängsten gepeinigt worden sei. Wenn dem so wäre, dann „hätte er Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt“, um die Kinder zu sehen und mit ihnen zusammen zu sein. Stattdessen habe er das wenige ihm zur Verfügung stehende Geld für seinen starken Alkoholkonsum und Zigaretten ausgegeben. Dabei hätten die Mittel ausgereicht, um per Bus den Kontakt zu den Kindern zu halten. Arbeitslosigkeit und zunehmende Isolation habe B. selbst verschuldet. Menschen, die es mit ihm gut meinten, hätten sich aus Furcht vor seinen Drohungen zurückgezogen. B. sei kein braver Familienvater gewesen. Dies zeige das Vorstrafenregister. Vielmehr sei er anderen Menschen gegenüber aggressiv, gewalttätig, fordernd und drohend aufgetreten. „Er fackelt nicht lange und lässt seinen Drohungen Taten folgen“, sagte die Staatsanwältin. Zudem kehre B. gerne den Chef heraus. Als ein Tatmotiv nannte Nordmeier die Furcht des Angeklagten vor Machtverlust. Er habe verhindern wollen, dass seine ehemalige Frau die Kinder bekomme.Die Staatsanwältin erkannte neben den Mordmerkmalen Heimtücke und niedrige Beweggründe auf eine besondere Schwere der Schuld sowie eine weitere Gefährdung, die von dem Angeklagten ausgehe. Daher „verbietet sich eine Milderung auf eine zeitige Freiheitsstrafe“. Der Bogen des Strafrechtes würde indessen überspannt, wenn Sicherungsverwahrung angeordnet würde. Zwar verzichte sie auf einen entsprechenden Antrag, eine Sicherungsverwahrung „wäre jedoch gewiss nicht falsch.“Mehr in der gedruckten Ausgabe.

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