Volkmarser Stadtverordnete stimmen Projekten für die Stadtentwicklung zu

Applaus für die Umgehungspläne

+
Die Schienen für den Bau des Gleisanschlusses am Logistikzentrum Volkmarsen liegen schon bereit. Foto: Armin Haß

Volkmarsen - Umgehungsstraße, neue Gewerbeflächen und die Ansiedlung eines Therapiezentrums für Autisten - große Themen bewegten die Stadtverordneten am Dienstagabend.

Aufgrund der intensiven Vorbereitungen in Ausschüssen und nicht öffentlichen Beratungen waren die Entscheidungen schon vorgezeichnet, daher gab es keine überraschenden Voten. Doch aufgrund der großen Anzahl der Zuschauer in der Nordhessenhalle wurden die anstehenden Projekte so weit wie möglich öffentlich erläutert. Jüngstes Vorhaben ist der Bau des Wohn- und Therapiezentrums für autistische Menschen auf dem Grundstück des städtischen Bauhofes (wir berichteten gestern ausführlich). Die Stadtverordneten begrüßten einhellig das Projekt. Laut CDU indessen sei der Verkauf des Bauhofes für die Beschäftigten überraschend gekommen, wie Fraktionssprecher Ingbert Lauhof erklärte. Hier wird aber eine Lösung gesucht, wie Bürgermeister Hartmut Linnekugel versicherte (wir berichteten).

„Warmer Regen“

Bruno Kramer (SPD) verwies auf die Supermarkt-Immobilie an der Arolser Straße als mögliche Zwischenlösung. Das bisher genutzte Gelände sei für die Zwecke „überdimensioniert“. Durch den Verkauf werde der Stadt immerhin ein warmer Regen beschert. Martin Schmand (CDU) forderte eine endgültige Lösung bis 2014.

Für die Finanzierung und Genehmigung einer Nord-/Westumgehung von Volkmarsen muss noch ein Verkehrsgutachten eingeholt werden, wie Hans-Dieter Gasch von Hessen Mobil in Bad Arolsen erklärte. Die alten Zahlen von 1996 seien bisher bloß hochgerechnet worden. Daher sei eine Verkehrsbefragung für verlässliche Angaben erforderlich. Dies sei das Ergebnis einer Besprechung mit Vertretern des Wirtschaftsministeriums in Wiesbaden,

Die Umgehung könne 1200 Lkw aufnehmen - mehr als manche Bundesstraße verkraften müsse. Derzeit rollten zwischen 8000 und 12000 Fahrzeuge durch Volkmarsen. Durch eine Umgehung könne die Zahl um 60 Prozent verringert werden.

Ingbert Lauhof (CDU) sieht die Umgehung in Zusammenhang mit dem Bau des Logistikzentrums und der Erweiterung des Gewerbegebietes als Chance für die Wirtschaft. Aber sie verursache auch eine Abwanderung der Kaufkraft aus der Innenstadt.

FWG: Bürger befragen

Eine Bürgerbefragung schlägt Andreas Fritz (FWG) zu dem Thema vor. Die FWG habe noch viele Bedenken und befürchte ein Gewerbesterben im Stadtkern. Er gab zu bedenken, dass zunächst bei der Vorstellung der Pläne für das Logistikzentrum sogar noch von einem Rückgang des Lkw-Verkehrs die Rede gewesen sei. Nun aber werde eine starke Steigerung für die Planung der Umgehung zugrundegelegt. Zudem bestehe nach dem Bau der Umfahrung weiterhin eine starke Belastung von Breuna.

„Wir sehen inzwischen, dass die Umgehung gebaut werden muss“, stellte Bruno Kramer (SPD) fest. „Es gibt keine weitere Halle ohne eine Straße und keine Straße ohne eine weitere Halle“, brachte es Bürgermeister Hartmut Linnekugel auf den Punkt. Bei der geplanten Erweiterung der Gewerbeflächen gehe es nicht nur um Logistikunternehmen.

Geld im Finanzplan

Die Notwendigkeit einer Umgehungsstraße steht nach Auffassung von Arno Walprecht (Unabhängige Liste) fest. Viele Volkmarser, das Krankenhaus und das Seniorenheim seien froh, wenn eine Umfahrung gebaut werde, ergänzte er. Wal­precht erinnerte daran, dass die Stadt im Etat 100000 Euro für Planungskosten bereitgestellt habe und im Finanzplan des Kreises 2013 schon drei Millionen Euro berücksichtigt worden seien.

Sollten die veranschlagten acht bis zehn Millionen Euro für die von Landrat Dr. Reinhard Kubat und Erstem Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf favorisierte Umgehung nicht ausreichen, könne es zu einem Stopp des Projektes kommen, unkte Hartmut Fischer (FDP) mit Blick auf die Kreispolitik. 18 Stadtverordnete stimmten für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes und die Abweichung vom Regionalplan Nordhessen. Sechs stimmten dagegen, drei enthielten sich der Stimme. Die Zuschauer applaudierten den Befürwortern der Umgehungsstraße.

Ende der Stadtwerke

Einmütig beschlossen die Stadtverordneten, die Stadtwerke wieder in den städtischen Haushaltsplan einzugliedern und nicht weiter als Eigenbetrieb zu führen. Die SPD beantragte diesen Wechsel im Hinblick auf die Konsolidierungsbemühungen. Eine eigene Buchführung und Prüfung könne nun eingespart werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare