Senioren und Behinderte sollen an Betreuung mitwirken

Arche öffnet für den Tierschutz

Bad Arolsen-Mengeringhausen - Das Tierheim „Arche Kanaum“ an der alten Bundesstraße 252 wird Ende Oktober zunächst für gesunde Haustiere geöffnet.

Ein Jahr besteht die Stiftung, und die Vorstandsvorsitzende Nicole Henkel sowie die angestellten Mitarbeiterinnen Lena Deutschländer und Daniela Nürnberg können schon eine beachtliche Bilanz ziehen. So werden jetzt schon in anderen Räumlichkeiten 26 Katzen und vier Pferde privat untergebracht und betreut. Unter der Regie des Vereins wurden 78 Katzen bereits aufgenommen und 42 vermittelt. Auch Kaninchen, Meerschweinchen und andere Kleintiere wurden und werden aufgenommen. In diesem Jahr sind 48 weibliche Katzen und 31 Kater kastriert worden, um die unkontrollierte Vermehrung zumindest einzudämmen. Das ist ein Thema, mit dem sich die Stiftung auch in Informationsveranstaltungen an die Öffentlichkeit wenden will. Im Frühjahr 2015 steht die offizielle Eröffnung des Hauses an, das aus der Vogelperspektive mit seinen verschiedenen Gebäudesegmenten wie ein Schmetterling aussieht und damit auch gestalterisch das Thema Tierheim aufgreift. Aktiv für Tierschutz Die Fertigstellung war eigentlich für diesen Sommer vorgesehen, doch verzögern sich verschiedene Gewerke, ohne allerdings den Baupreis in die Höhe steigen zu lassen. So müssen die Stifter und die Großspender, die den Bau dieser einzigartigen Einrichtung überhaupt ermöglichen, nicht zusätzliche Mittel beisteuern. Die Stiftung Arche Kanaum will nicht allein reagieren, sondern durch Seminare, Workshops und andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit dazu beitragen, dass Tiere als Mitgeschöpfe behandelt und nicht ausgesetzt werden, wenn sie als Belastung empfunden werden. Gleichwohl bietet sich die Einrichtung auch für die Aufnahme von kranken Tieren an und solchen, von denen sich die Eigentümer aus Alters- oder gesundheitlichen Gründen trennen müssen. Alte Pferde sollen dort ihr Gnadenbrot fressen dürfen und werden auch tierärztlich versorgt. Die Betreuung läuft auf einer professionellen Basis in verschiedenen Trakten für gesunde und kranke Tiere ab, in denen auch Quarantäne und Therapiebereiche eingerichtet werden. Hunde sollen nicht aufgenommen werden, und bei Wildtieren, wie verletzten Eulen oder zu schwachen Igeln, können die Mitarbeiterinnen lediglich Tipps geben. Für diese Fälle arbeitet die „Arche“ mit Wildtierstationen in der Region zusammen. Die Einrichtung bietet sich mit einem Seminarraum als Forum für Tier- und Naturschutzgruppen und für Informationsveranstaltungen an. Ein Shop für Sachspenden soll eingerichtet werden. Schließlich müssen alle Möglichkeiten für die Unterstützung und Aufrechterhaltung der Arche genutzt werden. Die Tierarzthelferin Nürnberg wird nach einer entsprechenden Ausbildung das Heim leiten, ihre Kollegin Deutschländer fungiert als Stellvertreterin. Ziel ist es, in der behindertengerechten Einrichtung zusammen mit etwa zehn Ehrenamtlichen die Tiere zu betreuen und Veranstaltungen auszurichten. Neben Menschen, die ebenso beherzt wie einfühlsam mit Tieren umgehen können, werden auch handwerklich geschickte Menschen benötigt, die das Gebäude in Schuss halten. Die „Arche“ wird aber auch für ältere Bürger und Menschen mit Behinderungen offen sein, für die der Umgang mit Tieren förderlich ist – und die ganz nebenbei auch die Arbeit in der Einrichtung unterstützen. Henkel: „So haben alle etwas davon.“Zur Finanzierung sollen Gebühren für die Aufnahme und die Abgabe von Tieren dienen, Patenschaften für Tiere sowie private Geld- und Sachspenden. (aH

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