Archiv baut Brücke von Vergangenheit zur Gegenwart

Neue ITS-Direktorin auf internationalem Parkett erfahren

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Der Internationale Suchdienst bekommt zum 1. Januar 2016 eine neue Direktorin. Floriane Hohenberg (Foto) löst Professor Rebecca Boehling ab.

Bad Arolsen. Die Französin Floriane Hohenberg übernimmt zum 1. Januar die Leitung des Internationalen Suchdienstes. Sie löst dann Prof. Dr. Rebecca Boehling aus den USA ab, die den Umbau des Suchdienstes zu einer internationalen Forschungseinrichtung seit 2012 geprägt hat.

Floriane Hohenberg verfügt über eine beachtliche Erfahrung auf internationalem Parkett. Für die französische Regierung hat sie sich mit Wiedergutmachungsfragen beschäftigt. Eine weitere Station ihrer beruflichen Laufbahn war die Leitung der Abteilung für Toleranz und Antidiskriminierung des Büros für demokratische Institutionen und Menschenrechte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Die gebürtige Französin ist Co-Autorin des Human-Rights-First-Berichts zum Antisemitismus in Frankreich.

Deshalb sieht sie auch eine wichtige Aufgabe darin, die Dokumente des Internationalen Suchdienstes dafür zu nutzen, Lehren für die Gegenwart zu ziehen. Es sei wichtig, frühzeitig gegen Ausländerhass, Diskriminierung und rechtes Gedankengut die Stimme zu erheben, bevor die rechten Parolen mehrheitsfähig werden. Das sensibilisiere für die aktuelle Situation der Flüchtlinge.

Die neue Direktorin wurde gestern von zwei Repräsentanten des Internationalen Ausschusses der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Gremium, in dem elf Staaten das Sagen haben, kontrolliert die Arbeit des Suchdienstes.

 Hier wurde 2012 auch beschlossen, dass nach dem Rückzug des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz neben der humanitären Klärung von Schicksalen auch die historische Dokumentation zu den Aufgaben des Suchdienstes gehören soll. In diesem Sinne wurde der Suchdienst in den vergangenen Jahren umgebaut.

 Historiker wurden eingestellt, die Archive für Forschungsanfragen geöffnet. Großen Raum nahmen die Digitalisierung und die Veröffentlichung von Dokumenten ein, die die Details der Judenverfolgung durch die Nazis im Dritten Reich beweisen und von hohem Wert für die historische Forschung sind.

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