Ohnehin geplante Investitionen wurden vorgezogen

Arobella-Sauna: In der Zwangspause wird investiert und modernisiert

Im Freizeitbad Arobella in Bad Arolsen wird der Corona-Lockdown für eine umfassende Investitionsoffensive genutzt. Die ohne im Sommer geplante Revisionswoche wurde vorgezogen, ebenso eine Reihe von ohnehin in diesem und im kommenden Jahr geplanten Modernisierungen. Mehrere der 20 Jahre alten Saunen werden komplett neu aufgebaut, so dass die Sauna-Besucher nach Ende der Corona-Krise ein deutlich verbessertes Angebot vorfinden werden. Im Bereich des Freizeitbades wird die abgehängte Decke nach 20 Jahren erneuert. Ebenso werden die Lüftungsanlage und die Beleuchtungseinrichtungen modernisiert. Auf dem Foto sind neben Arobella-Geschäftsführerin Irene Merkel und Arobella-Betriebsleiter Christian Stahlhut auch Bürgermeister Jürgen van der Horst zu sehen. Foto: Elmar Schulten
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Neue Decke fürs Sportbad: Arobella-Betriebsleiter Christian Stahlhut, Bürgermeister Jürgen van der Horst und Geschäftsführerin Irene Merkel erläutern den Stand der Modernisierungsarbeiten.

Aus der Not eine Tugend gemacht haben die städtischen Bäderbetriebe, als Mitte März wegen der steigenden Corona-Gefahr auch alle Hallenbäder geschlossen werden mussten.

 

Bad Arolsen. Die für den Sommer geplante Revisionswoche wurde vorgezogen, ebenso wie sämtliche im laufenden Jahr geplanten Unterhaltungsarbeiten und Investitionen. „Außerdem haben wir unseren Investitionsplan für die kommenden Jahre angeschaut und vieles von dem vorgezogen, was erst für das kommende Jahr vorgesehen war“, erläutert Geschäftsführerin Irene Merkel und verweist auf die Großbaustelle im 20 Jahre alten Freizeitbad.

„Am Tag eins nach der Schließung haben wir die Stecker gezogen und das Wasser abgelassen“, ergänzte Betriebsleiter Christian Stahlhut, schließlich habe man sämtliche unnötigen Energiekosten vermeiden wollen: Pumpen und Heizung wurden ausgeschaltet.

Arobella-Mitarbeiter wurden für den Umbau mit eingespannt

Seitdem geht es im Arobella-Bad so richtig rund: Viele Handwerker unterschiedlicher Gewerke tun, was zu tun ist. Die Arobella-Mitarbeiter, von denen viele im Erstberuf ebenfalls eine handwerkliche Ausbildung nachweisen können, beteiligen sich an den Arbeiten. Unter anderem mussten die Decken abgenommen, und Silkikondichtungen herausgekratzt werden. All dies wurde von eigenen Mitarbeitern erledigt, die auf diese Weise nicht in Kurzarbeit geschickt werden mussten und helfen konnten, Baukosten einzusparen.

„Wenn bald die Bäder offiziell wieder geöffnet werden dürfen, dann können sich unsere Gäste auf ein deutlich verbessertes Angebot freuen“, schwärmt Bürgermeister Jürgen van der Horst. Und Geschäftsführerin Merkel verweist auf die neue Dampfsauna im orientalischen Stil.

Schöne Sauna-Ideen umgesetzt 

 Das Sanarium wird zur Salzsauna umgebaut. Das werde unter anderem von Asthmatikern als sehr wohltuend empfunden. Auch die 20 Jahre alte Aufgusssauna wurde komplett ausgebaut und wird nun zu einer schicken Birkensauna umgestaltet.

Ein Dampfbad im orientalischen Stil und eine neue Fußbodenheizung für den Gastronomiebereich sind nur zwei der vielen Neuerungen im Freizeitbad Arobella.

Der Holzboden im Gastronomiebereich hatte nach 20 Jahren ebenfalls einen Austausch verdient. Hier wurde eine Fußbodenheizung verlegt. Darüber kommen Natursteinplatten.

Energiespartechnik soll Betreibskosten senken

Alles in allem investieren die städtischen Bäderbetriebe aktuell rund 480 000 Euro in die Modernisierung. Hinzu kommen die 60 000 Euro, die ohnehin für laufende Unterhaltungsmaßnahmen eingeplant waren. Dazu gehört die neue schallschluckende Decke im Freizeitbad und die dazugehörenden Abluftrohre. Vom Austausch der Deckenbeleuchtung erhoffen sich die Bäderbetriebe eine spürbare Senkung der Betriebskosten. Der Wechsel von 100-Watt-Strahlern zu 15-Watt-LED-Leuchten bringt pro Jahr eine Ersparnis von rund 10 000 Euro, rechnet Stahlhut vor.

Die Wiedereröffnung muss in Corona-Zeiten genau geplant sein. „Das Chlor-Wasser ist zwar ein optimales Medium gegen die Ausbreitung des Virus“, weiß der Rathauschef, allerdings müsse man wohl eine Zeit lang auf die fantasievollen Aufgüsse verzichten, für die das Arobella-Bad so berühmt sei. 

Van der Horst: Wir müssen die Wiederöffnung klug steuern, die Umkleiden neu organisieren und wahrscheinlich auch die Besucherzahlen reduzieren. Eine Anpassung der Eintrittspreise sei aber nicht geplant.

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