Schiksale öffentlich machen

Arolsen Archives eröffnet Ausstellung in der Großen Allee

Zwei Männer und zwei Frauen vor Ausstellungswänden in der Großen Allee.
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Die Ausstellung Stolen Memory der Arolsen Archives berichtet von beschlagnahmten Besitzstücken ehemaliger KZ-Häftlinge und der Suche nach deren Nachkommen. Unser Bild zeigt (v.l.) den stellvertretenden Direktor Steffen Baumheier, Direktorin Floriane Azoulay, Bürgermeister Jürgen van der Horst und PR-Leiterin Anke Münster.

Wenn Gegenstände Geschichten erzählen: anhand übriggebliebener Besitztümer zeichnet Stolen Memory die Schicksale von 22 ehemaligen KZ-Häftlingen aus ganz Europa nach.

Bad Arolsen - Vor dem Hauptgebäude der Arolsen Archives in der Großen Allee ist die Ausstellung ab sofort für jedermann begehbar. Wir wollten schon lange eine Außenanlage für Wechselausstellungen machen, erklärte Direktorin Floriane Azoulay bei der offiziellen Eröffnung.

Hintergrund sei gewesen, den ehemaligen Suchdienst nach außen zu öffnen und ein Interesse für die Bestände zu wecken. Das sei jetzt erfolgt, sagte Azoulay.

Erinnerungsstücke zurückgeben

Die Absicht, die hinter der Ausstellung Stolen Memory/Gestohlene Erinnerung steckt, ist indes noch lange nicht abgeschlossen: überlebenden KZ-Häftlingen oder deren Nachkommen persönliche Erinnerungsstücke zurückzugeben.

Bei ihrer Einlieferung ins Konzentrationslager wurde den Häftlingen von den Nationalsozialisten ihr sämtlicher Besitz abgenommen. 4700 Umschläge mit persönlichen Gegenständen, sogenannten Effekten, fanden 1963 ihren Weg in das Archiv des damaligen Internationalen Suchdienstes, heute Arolsen Archives.

Ausstellung geht im Container auf Reisen

Gesucht wird dort immer noch: neben Familienzusammenführungen widmen sich Hauptamtliche und Freiwillige seit 2016 auch der Recherche nach den Besitzern oder Nachkommen der sogenannten Effekten.

Über 500 Gegenstände konnten bisher an die Angehörigen zurückgegeben werden. Die Ausstellung ist Teil dieser Suche, berichtete Azoulay. Als Leiterin der PR-Abteilung stellte Anke Münster die gleichnamige, kostenlose App Stolen Memory vor, über die Angehörige selbst zu Wort kommen und erzählen, was ihnen die Rückgabe der Gegenstände bedeutet.

Die Ausstellung, die bereits in Paris und weiteren Ländern zu sehen war, wird in Containerform weiterreisen. Die Infotafeln in der Großen Allee bleiben dagegen an Ort und Stelle und sollen künftig für wechselnde Themen Verwendung finden. (Sandra Simshäuser)

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