Grimme-Preis für ansprechende Präsentation

Arolsen Archives gewinnen Grimme-Preis mit ihrem Projekt #StolenMemory

Zwei Männer und zwei Frau gucken zufrieden in die Kamera.
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Sie haben nach der Preisverleihung allen Grund zu strahlen: Arolsen-Archives-Direktorin Florian Azoulay und das Team der Kreativagentur Goldener Westen. Von links: Leonardo Rey, Toby Mory, Floriane Azoulay, Francesca La Vigna.

Mit ihren modernen Online-Projekten und dem Ausstellung-Container zum Thema „Stolen Memory - Gestohlene Erinnerung“ erreichen Arolsen Archives ein größeres und jüngeres Publikum als mit den meisten der herkömmlichen Präsentationsweisen.

Bad Arolsen - Das war auch einer der Gründe, warum das Projekt #StolenMemory am Donnerstagabend den „Grimme Online Award“ in der Kategorie Wissen und Bildung erhalten hat.

In der Begründung der Jury heißt es dazu: „:#StolenMemory erzählt eindrücklich und nüchtern zugleich die Geschichte von KZ-Insass*innen und die Geschichte von 2500 Erinnerungsstücken, die immer noch darauf warten, den Weg zu den Nachkommen ihrer ehemaligen Besitzer*innen zu finden. Die Website bietet in ästhetisch gelungenen Zugängen die Möglichkeit, in Vergangenheit und Gegenwart einzutauchen.“

Nominiert in der Kategorie Wissen und Bildung

Das Team der Arolsen Archives mit Direktorin Floriane Azoulay an der Spitze ist sehr dankbar über die Auszeichnung, wie Sprecherin Dr. Anke Münster am Freitag sagte. Immerhin habe es 2500 Mitbewerber um einen Grimme-Preis gegeben. In der Kategorie Wissen und Bildung sei alles dann auch neun Nominierte hinausgelaufen.

Normalerweise richtet das Grimme Institut in Marl die alljährliche Preisverleihung in festlichem Rahmen in Köln aus. Coronabedingt habe die Verleihung dann aber in einem Talkshow-Format per Online-Streaming stattgefunden. Ausgezeichnet wurde dabei auch die Webseiten-Präsentation durch die von Arolsen Archives beauftragte Kreativagentur Goldener Westen.

Präsentation spricht eine breite Masse von Menschen an

Die Jury habe dabei die Art des Storytelling in einer ansprechenden Form gewürdigt. So gelinge es Arolsen Archives einen schwierigen Themenkomplex zeitgemäß an ein junges Publikum heranzutragen.

Ausgezeichnete Grafik auf der Kampagnen-Website #StolenMemory von Arolsen Archives. Die Jury würdigte die ansprechende Art des Storytelling.

Diesem Ziel dient auch der als mobile Ausstellungsraum umgestaltete Überseecontainer zum Thema „Stolen Memory“. Dieser Container kann schnell und unkompliziert auf jedem Marktplatz aufgestellt werden und erreicht dort auch ein Publikum, das vielleicht nicht eine der vielen Gedenkstätten besuchen würde. Aufgrund der großen Resonanz hat Arolsen Archives nun einen zweiten Ausstellungscontainer bauen lassen der nun schon bald die Reise durch die Republik antreten soll.

#StolenMemory soll Erinnerung bewahren

Das Projekt #StolenMemory zielt darauf ab, Verwandte ehemaliger KZ-Insassen zu finden, um Besitzstücke zurückzugeben, die ihnen einst gehörten, in der Tat gestohlene Erinnerungen.

Die Arolsen Archives bewahren rund 2500 dieser sogenannten Effekten auf und möchten mit der Kampagne Angehörige von NS-Opfern erreichen.

Zugleich wurde das Projekt zu einem Bildungsprojekt ausgebaut: mit einer Wanderausstellung in einem umgebauten Übersee-Container, den animierten Filmen und der Website. Dieses Angebot richtet sich vor allem an jüngere Generationen heute. Seit 2019 arbeiten die Arolsen Archives, das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus, mit der Agentur Goldener Westen für #StolenMemory zusammen. (Elmar Schulten)

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