ITS-Direktorin plant Rückkehr in die USA

Für Arolsen nur beurlaubt

Die Verleihung des Titels Unesco-Weltdokumentenerbe, Gedächtnis der Welt, an den Internationalen Suchdienst am 16. Oktober 2013 war einer der Höhepunkte in Professor Boehlings Amtszeit. Auf dem Foto der polnische Botschafter Andrzej Misztal (l), Unesco-Mitarbeiterin Joie Springer (r.) und Suchdienst-Direktorin Prof. Dr. Rebecca Boehling (Mitte). Archivoto: Elmar Schulten

Bad Arolsen - Suchdienst-Direktorin Professor Dr. Rebecca Boeh­ling kehrt zum 1. Januar 2016 als Professorin in den Fachbereichen Geschichte, Jüdische Studien und Genderforschung an die University of Maryland Baltimore County (UMBC) zurück. Sie war von der Universität beurlaubt worden, um die Leitung des ITS ab 1. Januar 2013 zu übernehmen.

Professor Dr. Rebecca Boehling war die erste Direktorin, die direkt vom Internationalen Ausschuss für den ITS, dessen elf Mitgliedsstaaten die Richtlinien für die Arbeit dieser internationalen Institution festlegen, rekrutiert und ernannt wurde. Mit ihr verpflichtete der Internationale Ausschuss eine Historikerin, unter deren Leitung der zukunftsweisende Wandel des ITS zu einem internationalen Zentrum für Dokumentation, Information und Forschung vorangetrieben wurde.

Von 1955 bis Ende 2012 hatte das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) die Leitung und Verwaltung der Institution inne. Nach der Erweiterung des Aufgabengebiets des ITS um die Forschung, Bildung, Gedenkarbeit sowie die Erschließung der Dokumente und das Inkrafttreten des Berliner Übereinkommens am 1. Januar 2013 zog sich das IKRK von dieser Aufgabe zurück.

Derzeit laufen Gespräche mit Behörden der Bundesregierung über einen Neubau für das Suchdienst-Archiv in Bad Arolsen. Die Zeit drängt, weil im Altbau an der Großen Allee einige Kellerräume Feuchtigkeitsschäden aufweisen. Spätestens seit Anerkennung der Suchdienst-Dokumente durch die Unesco als Teil des Weltdokumentenerbes ist die Bundesrepublik gehalten, für eine sichere Aufbewahrung der Original-Dokumente zu sorgen.

Eine Entscheidung über den Neubau wird bis zur Sitzung des Internationalen Ausschusses in Jerusalem erwartet, wie die WLZ-FZ im Gespräch mit Prof. Boehling erfuhr.

Unstrittig ist hingegen, dass das Suchdienst-Archiv in Bad Arolsen bleiben wird. „Das steht ausdrücklich auch im Vertrag, den der Internationale Ausschuss mit der Bundesregierung festgeschrieben hat“, so die Suchdienst-Direktorin.

Prof. Boeheling versicherte, dass ihr sehr daran gelegen sei, dass all die Dinge, die sie in ihrer Amtszeit auf den Weg gebracht habe, auch in sicheren Bahnen zu Ende geführt wird. Deshalb habe sie bei ihrer Universität in Baltimore auch darauf gedrängt, dass ihre Beurlaubung noch um ein weiteres halbes Jahr verlängert wird. Ende dieses Jahres müsse sie aber dann definitiv zurück nach Maryland.

Wegen Professor Boehlings geplanter Rückkehr an die Universität schreibt der Internationale Ausschuss derzeit die Stelle des Direktors aus. Die Neubesetzung wird zum 1. Januar 2016 erfolgen. (r/es)

Link zur Stellenausschreibung: https://www.its-arolsen.org/de/ueber-its/mitarbeiter/stellen/direktor/index.html

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