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Arolser Barockfestspiele: Opern-Einakter und Naturidyll

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Blick auf die Bühne der Fürstlichen Reitbahn bei einem Konzert im Rahmen der Barockfestspiele.
Barockfestspiele Bad Arolsen: Das Ensemble „Das Kleine Konzert“ führte unter Leitung von Hermann Max das Programm „Blumenfreunde Telemann und Händel“ auf. © Dorothea Wagener

„Die Macht der Musik gründet sich in ihrer Wesenheit als Spiel“. Diese Worte Eggebrechts fanden ihre meisterhafte Umsetzung im Konzert „Blumenfreunde Telemann und Händel“ im Rahmen der Bad Arolser Barockfestspiele am Donnerstagabend in der Fürstlichen Reitbahn.

Bad Arolsen – Auf dem Programm standen Händels konzertanter Opern-Einakter „Apollo e Dafne“, der mit Telemanns Naturidyll „Alles itzt und singet“ korrespondierte und von Telemanns Suite in c-Moll eingeleitet wurde. Programmatisch war alles dem Festspielmotto „Auf nach Arkadien“ untergeordnet.

„Arkadien“ als unerreichbarer Sehnsuchtsort ist gerade in diesen Zeiten sicherlich ein Ziel, das man angesichts der hinter uns liegenden Zeiten der Pandemie und des Kriegselends in der Ukraine gerne anstrebt.

Appoll umwirbt die sich zierende Daphne

Das ist menschlich und nur natürlich. Die Musik ist dabei ein Vehikel, die Gedanken entfliehen zu lassen, einzutauchen in eine andere, eine bessere Welt. Dabei brauchte es hervorragende Musiker, die mit ihrer Kunst, ihrer Freude am Spiel und ihren Fertigkeiten uns als Publikum entführen und teilhaben lassen an ihrem Spiel.

Dies gelang am Donnerstagabend vortrefflich. In Händels konzertantem Einakter wirbt Apollo stürmisch um die sich keusch zierende Nymphe Dafne. Er scheitert grandios, weil Dafne sich lieber in einen Baum verwandelt. Das Werk endete abrupt und überraschend.

Waghalsige Koloraturen

Telemanns Naturidyll „Alles itzt und singet“ bot alles, was barocke Lautmalerei bieten kann. Das Brüllen eines Ochsen, das Galoppieren der Pferde und natürlich die singende Nachtigall: Alles sehr gut aus einer reichhaltigen orchestralen Besetzung herausgearbeitet von Hermann Max mit seinem „Kleinen Konzert“.

Max verstand es, mit kleinsten Bewegungen zu führen und sich so nicht in den Vordergrund zu stellen. In diesem standen Veronika Winter (Sopran) und Matthias Vieweg (Bariton). Beide wussten durch eine gute Stimmführung, geschmeidige, teils waghalsige Koloraturen und Vieweg vor allem durch eine exzellente Artikulation das fehlende Bühnenbild vergessen zu machen.

Musik macht den Beteiligten zum Mitspieler

Ihre Duette und Arien korrespondierten häufig mit Orchesterinstrumenten wie der sehr gut disponierten Oboe von Georg Fritz, der virtuosen Violine von Anne Röhrig oder der vogelzwitschernden Blockflöte, gespielt von Elisabeth Schwanda. Alles in allem eine meisterhafte Leistung, die das Publikum in eine Traumwelt entführte.

Das Publikum in der halb vollen Reitbahn ließ sich in diese Traumwelt mitnehmen. Allerdings gelten gleichermaßen die Worte Eggebrechts, dass die Musik als Spiel den Beteiligten zum Mitspieler macht. Und als solcher Spieler hätte man sich eine programmatische Kontextuierung mit Ort und Gegenwart gewünscht. (Dorothea Wagener)

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