Hotelier und Brauereibesitzer Fitz hat große Pläne

Arolser Bier läuft bundesweit in rund 70 Hotels

Der Bad Arolser Hotelier Alexander Fitz steht vor dem H4-Hotel am Berliner Alexanderplatz im Hintergrund der Funkturm am Alexanderplatz.
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Der Bad Arolser Hotelier Alexander Fitz betreibt in Berlin fünf H-Hotels, europaweit gibt es 75 H-Hotels. Das Foto entstand vor dem H4-Hotel am Berliner Alexanderplatz.

In rund 70 der 75 Hotels der H-Hotel-Gruppe wird ab sofort Arolser Bier ausgeschenkt. Das kündigte Alexander Fitz, Chef der in Bad Arolsen ansässigen H-Hotels, bei einer internen Kick-off-Veranstaltung in Berlin, wo es neben dem H2- und dem H4-Hotel am Alexanderplatz auch noch zwei weitere Häuser unter den Markennamen H+ und ein Hyperion-Luxushotel gibt.

Bad Arolsen/Arolsen - Mit seinen drei H-Hotels in Österreich und einem H2-Hotel in Budapest schickt sich Fitz auch an, den europäischen Markt für das Arolser Bier zu erobern. Und ab 2023 könnte auch noch im 140-Meter hohen Tour Pleyel in Paris neben feinen Rotweinen ein „kühles Blondes“ aus dem Waldecker Land kredenzt werden. Schwierig wird es mit dem Bierexport ins nicht EU-Land Schweiz mit seinen sechs H-Hotels.

„Unser Geschäftsmodell in der Gastronomie ist über 1000 Jahre alt“, sagt Alexander Fitz und fügt hinzu: „Wir haben uns überlegt, wie man sich da im europäischen Markt herausheben kann.“ Die Vermarktung eines eigenen Bieres in allen H-Hotels sei ein Teil dieses Planes.

In Aroslen wird seit 1131 Bier gebraut

Vor diesem Hintergrund habe es gut gepasst, dass Bürgermeister Jürgen van der Horst im Jahr 2018 angefragt habe, ob die H-Hotel-Gruppe nicht die Arolser Brauerei übernehmen wolle. Er sei schnell von der Idee begeistert gewesen, die älteste Brauerei in Hessen und drittälteste Brauerei weltweit in eine gute Zukunft führen zu können.

Er sei jedenfalls bereit, seinen Beitrag zur Fortsetzung der 890 Jahre Brautradition in Arolsen zu leisten, sagte Fitz bei einem Waldecker Abend im Berliner H4-Hotel in Anwesenheit der Bundestagsabgeordneten Esther Dilcher (SPD) und Thomas Viesehon (CDU).

Brauerei-Neubau wegen Corona-Krise verschoben

Die Pläne zum Neubau einer Brauerei auf dem Gelände des Hofbrauhauses seien schnell gereift, dann aber leider vom Corona-Lockdown ausgebremst worden. Dennoch sei er wild entschlossen, das Projekt zu einem guten Ende zu führen.

Um die Zeit bis zum Neubau einer rund 30 Millionen Euro teuren Brauerei in Bad Arolsen zu überbrücken, habe er die Mehrheit an der Allersheimer Brauerei bei Holzminden erworben. Dort werde nun ein süffiges Bier gebraut, das bei der Arolser und Waldecker Kundschaft schon sehr gut angekommen sei.

Mit drei Biersorten am Start

Nun sei es an der Zeit, dieses Pils zusammen mit anderen Bierspezialitäten auch bundesweit und europaweit einzuführen. Neben dem Arolser Pils, das in einer durchgestylten 0,3-Liter Steini-Flasche mit Bügelverschluss vertrieben wird, sind die Arolser nun auch mit einem Dunkelbier und einem fruchtig-erfrischenden Weißbier auf dem Markt.

Das Hefeweizen wird derzeit noch in einer Flasche ausgeliefert, die in der Branche den Namen 0,5-NRW-Gebinde oder „Maurerkelle“ trägt. Geplant ist aber auch für das Weißbier eine durchgestylte 0,5-Liter-Bügelflasche.

Beim Blick in den Kasten sieht man Sterne

Alle Bügelverschlüsse der Arolser-Bier-Flaschen tragen einen Waldecker Stern als Erkennungszeichen. „Wer in unsere Kisten guckt, soll schon Sterne sehen, bevor er davon getrunken hat“, scherzt Fitz und schmunzelt.

Arolser Bier kommt mit dem unverwechselbaren Ereknnungszeichen eines Waldecker Sterns auf den Bügelverschlüssen.

Für die eigens gestalteten Flaschen und Kisten mit Arolser Design müssen auch besondere Abfüllanlagen angeschafft werden. Diese Investitionen haben sich aufgrund der Corona-Krise verzögert, sollen aber auf jeden Fall so schnell wie möglich erfolgen, verspricht der Hotelier, der nun nach 16 Monaten der Ungewissheit und ohne Umsatz trotz laufender Kosten wieder optimistischer in die Zukunft schauen kann.

Corona-Überbrückungshilfen endlich angekommen

Endlos lange Monate habe es gedauert, bis die versprochenen Corona-Hilfen für die Gastronomie auch bei den besonders gebeutelten Ketten angekommen seien. Fitz prophezeit aber, dass in der gesamten Hotelbranche nun fünf bis zehn Jahre lang kein Geld verdient werden könne. Nun müssten erst einmal die Kredite bedient werden.

Das sei auch der Grund, warum in dieser Phase der Neubau der Arolser Brauerei noch nicht sofort machbar sei. Daher die Überbrückungsphase mit dem Bier aus Allersheim. Fitz: „Ich hoffe aber, dass wir bald eine neue Braustätte in Arolsen bauen könne.“

Bürgermeister: „Darauf hat die Region gewartet“

Er wolle alles tun, damit die Kunden zufrieden seien und damit der Markenname positiv besetzt bleibe. Dazu gehört auch die Einführung des Zehn-Liter-Keckfasses aus Edelstahl mit Entlüfter und Zapfhahn. Zusammen mit dem hölzernen Zapfbock entstehe so schnell eine gemütliche Atmosphäre mit bayerischer Anmutung: „Zapfen ohne Druck, von Hand, direkte am Tisch. Das ist eine sehr archaische Form des Biergenusses.“ Das komme bei den Kunden sehr gut an.

Bürgermeister Jürgen van der Horst dankte Fitz für sein Engagement für die Arolser Biertradition: „Das ist eine tolle Werbung für die Region. Vor Jahren waren wir noch in Sorge, dass es keine Zukunft für das Arolser Hofbrauhaus geben würde. Aber dann kam der Hotelier Alexander Fitz mit seinem beeindruckenden Qualitätsversprechen.“ Das neue Arolser Bier sei zur rechten Zeit gekommen. Van der Horst: „Darauf hat die ganze Region gewartet.“ (Elmar Schulten)

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