Bericht aus einem armen Land

Arolser Eine-Welt-Gruppe: Schutzmasken und Schals in Nepal

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Schutzmasken werden derzeit in den Nähwerkstätten der Women’s Foundation Nepal hergestellt, die von der Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen unterstützt.

Seit vielen Jahren unterstützt die Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen die Women’s Foundation Nepal. Wie überall ist auch dort wegen Corona das öffentliche Leben zum Stillstand gekommen.

Bad Arolsen - Auch die Women’s Foundation Nepal ist von der Corona-Pandemie betroffen. Zwar sind offiziell nur zwölf Fälle (Stand: 12. April) in dem 28 Millionen Einwohner zählenden Himalaja-Staat bekannt, doch ist auch nichts mehr wie vor der Corona-Krise.

Die von der Eine Welt-Gruppe Bad Arolsen unterstützte Organisation hat nun in dem Handwerksbereich auf die Produktion von Schutzmasken umgestellt. Renu Sharma, Präsidentin der WFN, hat in einem Brief an die Arolser Gruppe die Situation im Lande geschildert.

Gewalt gegen Frauen nimmt zu

Die GLS Zukunftsstiftung Entwicklung in Bochum begleitet die Projekte, die Kindergartenplätze und Schulbildung schaffen, Frauen Schutz vor Gewalt bieten und eine Ausbildung ermöglichen. In einer Werkstatt produzieren die Frauen die traditionellen Schals, die auch in Bad Arolsen verkauft werden. Neuerdings wurde das Sortiment um Masken erweitert, die einen Schutzen vor der Ausbreitung des Corona-Virus bieten sollen.

Nun ruht das Schulleben, sollen die Kinder daheim Aufgaben erledigen. Aufklärungsprogramme sollen mit zur Eindämmung der Pandemie beitragen.

Die Kontaktbeschränkungen können laut Sharma auch in Nepal dazu führen, dass die Anwendung von Gewalt gegen Frauen zunimmt.

Geschundenes Land 

Das Land hat schon schlimme Zeiten hinter sich: Erdbeben erschütterten vor fünf Jahren Nepal und forderten 8600 Menschenleben, der Terror der maoistischen Gruppen in den 90-er Jahren, die schlechten Lebensbedingungen und Gewalt gegen Frauen behindern eine friedliche Entwicklung des Staates. Und nun führt die Corona-Pandemie zu einem Shutdown des auf Tourismus in erheblichem Maße angewiesenen Landes.

Krankheiten wie Durchfall, Parasitenbefall, Tuberkulose und Lepra sind ohnehin schon verbreitet, die Kindersterblichkeit ist hoch, über 40 Kinder pro 1000 Neugeborenen sterben nach der Geburt, eine ähnlich hohe Zahl pro Tausend erreicht noch nicht einmal das fünfte Lebensjahr.

Die Schwierigkeiten der Situation von Frauen in Nepal haben schon vor Jahrzehnten zur Gründung der Women’s Foundation of Nepal (WFN) durch die Präsidentin Renu Sharma und ihre Mitstreiterinnen geführt.

Gewaltfreie Schule gegründet

Die WFN bietet misshandelten und bedrohten Frauen und ihren Kindern Zuflucht im Frauenhaus, dazu medizinische und psychologische Beratung, Rechtshilfe, Ausbildung und Weiterbildung in Schneiderei und Elektroinstallation, Weberei und Blockdruck. 

Außerdem werden Existenzgründungen durch die Vergabe von Mikrokrediten ermöglicht. So entstand auch die Näherei, in der Frauen Schals aus Seide und Pashmina herstellen. Dieses Projekt wird gezielt aus Arolsen gefördert.

Für die Kinder gibt es einen Kindergarten. Die WFN hat eine eigene gewaltfreie Schule gegründet, da die Organisation feststellen musste, dass die Kinder in der Schule eines anderen Trägers geprügelt wurden.  red/ah

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