Mitreißende Show im Bürgerhaus

Das bot Bad Arolser Gala aus Musical und Operette

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Flott, witzig und professionell kam die Musical- und Operettengala im Arolser Bürgerhaus daher. Bernice Ehrlich, Armin Stöckl und Sängerin Lorraine (von links) überzeugten mit Esprit und Stimme. 

Von der Arolser Resterampe über Schloss Dracula ins Salzkammergut: bei der Musical- und Operettengala im Bürgerhaus zogen die Künstler alle Register. 

Auch Operettenabende ziehen in der Residenzstadt immer, sodass sich an die 300 Besucher im großen Saal drängten. Dass die Reise in die Welt der Musicals und Operetten mit nur drei Darstellern gelingen sollte, war indes fraglich – und zwar genau so lange, bis Armin Stöckl, Bernice Ehrlich und Sängerin Lorraine loslegten. Stöckl ließ als Conférencier mit reichlich Schmäh schmunzeln und beeindruckte zum Playback als Sänger, dessen Stimme bei Titeln wie „Komm, Zigan“ aus der „Gräfin Mariza“ so richtig zur Hochform auflief.

Stürmischer Applaus

Ähnliches galt für Sopranistin Bernice Ehrlich, deren schwungvolles „Meine Lippen, sie küssen so heiß“ stürmischen Applaus nach sich zog, die aber auch als singende Chefin im Weißen Rössl zu überzeugen wusste. Musicalsängerin Lorraine lieh nicht nur dem Aschenbrödel zu „Küss mich, halt mich, lieb mich“ ihre hörenswerte Stimme.

 Zu reichlich Rotlicht und Bodennebel lieferte sie mit „Totale Finsternis“ auch ein tolles Duett mit Graf Dracula alias Armin Stöckl ab. Der forderte die Besucher anschließend nicht nur auf, Ausschau nach seinem auf dem Weg zur Bühne verlorenen Eckzahn zu halten, er ließ auch noch eine Dame aus der ersten Reihe unter seinem Umhang verschwinden.

Publikum einbezogen

Überhaupt mussten die Besucher auf den vorderen Plätzen extrem leidensfähig sein. Zur Freude des übrigen Publikums, das vergnügt verfolgte, wie Conférencier Stöckl der Besucherin Bea auf Knien ein Liebeslied darbrachte oder Brigitte aus der dritten Reihe als Entschädigung für ein fliegendes Plastikei einen Beutel soeben abgelaufener Ostereier kredenzte.

Mit Charme und Witz funktioniert fast alles, selbst ein Auftritt der inzwischen 181 Jahre alten Kaiserin Sissi, die wegen der folglich nötigen Totalrestaurierung erst nach der Pause mit Songs aus dem Musical „Elisabeth“ loslegen konnte. 

Gerne noch länger

Wie gut mit Blick auf die Uhr, dass die Csardasfürstin erst 103 Jahre jung und das Phantom der Oper noch deutlich frischer ist. Wobei die mit jedem Lied heftiger applaudierenden Zuhörer gerne noch länger in den gelungen präsentierten Klassikern geschwelgt hätten. Sandra Simshäuser)

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