Kunstwerke und Denkanstöße von Dekan i. R. Heinz Gerlach 

Arolser Gottesdienst dreht sich um digitale Angebote  als Ersatzreligion

Dekan i.R. Heinz Gerlach hat eine Predigt zu seiner Bilderserie Digitalisierung und christliches Menschenbild. Foto: Elmar Schulten

 Bad Arolsen – Mit den Folgen der Digitalisierung für das menschliche Zusammenleben befasst sich Dekan i.R. mit einer neuen Bilderserie, die er am 21. Juli um 10 Uhr zum Gegenstand einer Sonntagspredigt in der Stadtkirche machen wird.

Dabei geht es im Kern um die Würde des Menschen und um die Frage, wie die Digitalisierung und fortschreitende Automatisierung mit dem christlichen Menschenbild vereinbar sind.

Ausstellungen in Stadtkirche

Dekan Heinz Gerlach hat 2001 seinen Wechsel in den Ruhestand dazu genutzt, seine künstlerischen Talente weiter zu pflegen. Seine Plastiken und Bilder zu christlichen Themen waren schon mehrfach Gegenstand von Ausstellungen in der Stadtkirche.

Nun hat er sich das aktuelle Thema Digitalisierung vorgenommen. Er selbst spricht „von einem Versuch, sich diesem Problem mit Wort und Bild zu stellen.“ Und es ist erstaunlich, wie Gerlach den Bogen spannt von biblischen Bildern zur modernen Technik.

Die Freiheit des Menschen

Das erste Bild zeigt den verführerischen Apfel aus dem Paradies mit dem für den Hightech-Konzern Apple typischen Anbiss. Darin stilisiert der Weg, der sich gabelt, und eine züngelnde Schlange. Gerlachs Erklärung: „Die Technik bringt viele Erleichterungen, bietet Chancen, bringt aber auch Gefahren.“

Der Mensch aber sei frei in seiner Entscheidung für das Gute oder das Böse.

Gefahr für Demokratie

Die Datensammelwut von Facebook, Google und Co. mache die Menschen zu leichten opfern von Manipulation. Ja, sogar die Demokratie sei in Gefahr. Letztlich aber sei der Mensch für sein Tun und Lassen verantwortlich, so die biblische Botschaft in der Interpretation von Dekan Gerlach.

Sein zweites Bild erinnert an einen Panzer, der mit lauter Daten von Enttäuschung, Sehnsucht, Kindheit, schule und vielem mehr gefüttert wird. Aus seinem Rohr feuert er verdorrte Blumen und mit seinen Ketten aus Einsen und Nullen überrollt der Panzer die Menschen.

Was ist gerecht?

Das dritte Bild greift das Gleichnis von der Arbeit im Weinberg auf. Alle Arbeiter bekommen den gleichen Lohn, ganz gleich, wie lange sie hier gearbeitet haben. Das weckt Neid und Missgunst und thematisiert die Frage nach Gerechtigkeit. Gerlach fragt: „Was bedeutet ein bedingungsloses Grundeinkommen für die Selbstachtung?“

Das vierte Bild aus der aktuellen Serie des Dekans im Ruhestand thematisiert modernen Populismus, Sensationsgier und das Anbeten falscher Heilsbringer. Alles Auswüchse heutiger Zeit, die vom Internet und den sogenannten sozialen Medien befeuert werden.

Appell an freien Willen

Auch hier lautet Dekan Gerlachs Botschaft: Das alles ist nicht zwangsläufig. Der Menschen hat einen freien Willen und genügend Verstand, sich nicht ködern zu lassen und sich für das Richtige zu entscheiden.

All das und noch viel mehr erläutert Dekan i.R. Heinz Gerlach in seiner bebilderten Predigt am kommenden Sonntag um 10 Uhr in der Stadtkirche.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare