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Arolser Grundschule Neuer Garten trägt ihren Namen aus gutem Grund

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Von: Elmar Schulten

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An eine Expedition durch den Urwald erinnert dieser Streifzug durch den Schulgarten: Die Klasse 4b der Grundschule Neuer Garten führt stolz ihren Schulgarten vor.
An eine Expedition durch den Urwald erinnert dieser Streifzug durch den Schulgarten: Die Klasse 4b der Grundschule Neuer Garten führt stolz ihren Schulgarten vor. © Elmar Schulten

Aus einer Steinwüste zwischen zwei Gebäudeflügeln der Grundschule Neuer Garten haben engagierte Eltern zusammen mit Schülern und Lehrerinnen vor drei Jahren die Voraussetzungen für einen blühenden Schulgarten geschaffen.

Bad Arolsen - Das Konzept ist ebenso wie die Samen im Boden aufgegangen. Davon profitieren Insekten und Vögel ebenso wie die Kinder und Erwachsenen. Inzwischen ist die Schule sogar mit einem Förderpreis für das Projekt „Klassenzimmer im Grünen“ belohnt worden.

Dazu hatten die Motorsägenexperten Maik Hartmann und Bernd Lotze im Frühjahr Bänke für den neu geschaffenen Innenhof geschnitzt. Die Kinder durften bei dieser spektakulären Aktion zuschauen und haben seitdem die neue Sitzgruppe schon unzählige Male im Unterricht und in den Pausen genutzt.

Wie ein kleines Paradies

Bei einem Besuch in der Klasse 4b führen die Schüler engagiert vor, was sie gemeinsam geschaffen haben: Der Rundgang beginnt in der Naturecke im Schulgebäude. In einer Vitrine sind hier ausgestopfte Vögel aus der Region zu sehen. Die Ausstellung war eine Spende des inzwischen verstorbenen Vogelschützern Karl Staiber. Schon mehrere Schülergenerationen haben die prächtigen Tiere bestaunt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Fotos und Fundstücke der Schüler.

Im Schulgarten präsentiert die zehnjährige Anne die Blumen und Kräuter in den Beeten. An einer Wand hängt ein Insektenhotel: Hier legen unter anderem Wildbienen ihre Eier für den nächsten Sommer ab. Im vergangenen Jahr hat hier sogar eine Amsel ein Nest gebaut und mehrere Junge ausgebrütet. Dabei wurde sie aus respektvoller Entfernung von den Kindern beobachtet. „Unsere Schüler lernen hier den respektvollen Umgang mit der Natur“, erläutert Schulleiterin Petra Mies und schwärmt davon, wie viel Zeit die Kinder hier verbringen. Und das nicht nur während des Unterrichts, sondern auch während der Pausen und bei der Nachmittagsbetreuung. Auch Lehrer kommen hierher, um ihr Pausenbrot zu genießen.

Naturbeobachtung aus nächster Nähe

Im ersten Jahr nach der Anlage des Gartens gediehen die Mohnblumen und Margariten, deren Samen sich wohl noch im Boden befanden. Dann wurden immer mehr Blumenspenden ausgepflanzt, so dass sich der Garten mit seinen ungezählten unterschiedlichen Pflanzen immer wieder neu präsentiert. Und die Weintrauben an den Reben schmecken hervorragend. Nur aus den Sonnenblumen ist nichts geworden, die ersten, zarten Blätter wurden wahrscheinlich von Schnecken gefressen.

Schnecken, Spinnen, Bienen, sie alle fühlen sich wohl und lassen sich von den Schülern beobachten. Klassenlehrerin Celina Willerscheidt nutzt den Garten, der sich vom Klassenzimmer aus beobachten lässt, auch für Freiluft-Unterricht. Die mit der Motorsäge neu geschaffenen Bänke eigenen sich für einen Sitzkreis.

Bereicherung für den Unterricht

Vielfältige Unterrichtsprojekte lassen sich hier ohne Computer und ohne Arbeitsblätter realisieren. Nistkästen, Futterhäuschen, Solarbrunnen sind nur einige der Objekte, die von den Kindern selbst mitgebracht wurden. „Auch für Kunst ist in diesem grünen Refugium mitten in der Schule Platz“, sagt Waltraud Opper vom Förderverein der Schule.

Auf dem Freigelände der Schule an der Zolderstraße befindet sich ein künstlich angelegter Teich. Aus Sicherheitsgründen musste das Feuchtbiotop eingezäunt werden. Eltern haben angeregt, den Teich zu einer Pfütze mit Quellstein umzufunktionieren. Dann kann der Zaun abgebaut werden.

Unter dem Schatten der Bäume lässt sich gut lernen

Auf der anderen Seite des Gebäudes, zur Pommernstraße hin, hat die Schule einen kleinen Nutzgarten angelegt. Die Kartoffeln will Petra Mies demnächst mit ihrer Klasse ernten: „Die möchten, dass wir daraus Chips machen.“

Und im Schulgarten gibt es noch mehr zu ernten. Im Frühjahr gediehen hier Erdbeeren, im Sommer Johannisbeeren und Kirschen, jetzt gerade wirft der Walnussbaum viele Nüsse ab.

Die Bäume, die alle vom früheren Schulleiter Hans-Dieter Walter gestiftet wurden, sind ein echter Gewinn für die Schule. In ihrem Schatten lässt es sich gut lernen. Weitere schöne Ergänzungen des Schulgartens sind in Vorbereitung. (Elmar Schulten)

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